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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. Oktober 2017 | 21:19 Uhr

Sternberg : Salut für neue Schützenkönige

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Sternberger Gilde führt die Proklamation traditionell auf dem Markt durch. Der Bürgervorsteher würdigt das Engagement des Vereins.

von
erstellt am 18.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Langschläfer wurden am Sonnabend spätestens um 10 Uhr geweckt: Eine Salve aus vier Flinten leitete lautstark das 24. Schützenfest in Sternberg ein. Wie Balsam für die Ohren wirkte danach die Brüeler Blasmusik. Die Proklamation des Königspaares der Schützengilde von 1655 findet traditionell auf dem Markt statt. Der Vereinsvorsitzende Werner Naruhn machte es aber wieder spannend, zog langsam seinen Spickzettel aus der Tasche, bevor er Astrid Neumann und Gerd Müller als neue Majestäten verkündete. Sie hatten beim Schießen auf Glücksscheiben die beste Trefferzahl.

Reiner Zufall: Mit Amelie Krüger und Stev Knop kamen die Schützenkönige aus dem Vorjahr jeweils auf den zweiten Platz, wurden somit erste Hofdame und erster Ritter. Zweite Hofdame ist nun für ein Jahr Gabriele Scharf, zweiter Ritter Wilfried Fundke.

Jugendschützenkönig wurde das vierte Mal hintereinander Nick Gödicke, der Sohn von Astrid Neumann. Damit gibt es gleich zwei Könige in
einer Familie. Sie habe wohl ihre Schießkünste an den Sohn weiter gegeben, meinte die 33-Jährige schmunzelnd. Ihm mache dieser Sport viel Spaß, da brauche sie überhaupt nicht zuzureden. Neumann ist eigentlich Sternbergerin, wie sie sagt, arbeitet als Erzieherin im Hort der Alexander-Behm-Grundschule und wohnt jetzt aber mit der Familie in Dabel.

Die Rangfolge wurde wie im Vorjahr mit dem Luftgewehr auf die Glücksscheibe ermittelt. Die war diesmal aber umgedreht und das Treffen dadurch noch erschwert. „Man hat das Bild gar nicht gesehen und auch nicht, was man getroffen hat“, erklärt die beste Schützin. „Doch alle hatten dabei ihren Spaß. Es ist schon besser, wenn das Schießen mal anders abläuft.“

Der Schießstand war dann offen für jedermann. In vier Disziplinen, Trap, Kleinkaliber (KK), Bogen und Armbrust, ging es um die Pokale des
Bürgerschützenkönigs. Der 16-jährige Dustin Schliemann versuchte sich mit dem Bogen. Alles andere sei nichts für ihn, meinte er. Für ihn als Jugendlichen hieß es, hinter den Tisch mit verschiedensten Bögen, die zur Auswahl standen, zu gehen und aus 50 Metern Entfernung zu schießen. Kinder und Mädchen durften näher an die Scheibe heran. Dustin erzielte als bestes Ergebnis 75 Punkte. Die würden zwar nicht für einen der ersten drei Plätze reichen, doch er sei dennoch zufrieden. Hauptsache für ihn, es hat Spaß gemacht.

Der Schützengilde gehören aktuell 114 Mitglieder an. Ein leichtes Plus gegenüber den Vorjahren, als es immer so um die 100 waren, wie der Vereinsvorsitzende sagte. Allerdings wünsche er sich für die Schützengilde mehr Nachwuchs. Leider steige der Altersdurchschnitt wie in vielen anderen Vereinen stetig an.

Genau am 28. September 1991 hätten elf Schießsportbegeisterte die Gilde neu gegründet. Mit ihm sowie Rüdiger Peters und Wilfried Fundke seien drei davon übrig geblieben, hatte Naruhn bei der Eröffnung des 24. Schützenfestes gesagt. Der Verein sei heute fester Bestandteil bei
allen Festivitäten in der Stadt und auch erfolgreich bei Wettkämpfen im Landkreis, so wie Hans-Jürgen Schmill, Harald Kühn, Harald Schiller, aber auch andere. Eine Reihe von Mitgliedern opfere auch viel Freizeit bei der Instandhaltung des Schießstands und für das Gelingen von Veranstaltung, allen voran Jürgen Neumann, Jörg Niephagen, Siegmar Roob, Harald Schiller, Fredy Schmidt, Eike Glasemann oder Rüdiger Peters.

„Wir leben in einer Zeit, in der Waffen schweigen sollten“, sagte Bürgervorsteher Eckhard Fichelmann in seinem Grußwort. Doch das gelte nur für kriegerische Zwecke. „Ich freue mich, dass es in Sternberg aktive Sportschützen gibt, die mit ihren Waffen umzugehen wissen, Lernort sind, Geselligkeit pflegen und das Zusammenleben fördern, das wir brauchen. Die Vereine sind dabei nicht wegzudenken“, so Fichelmann. Und die Schützengilde geht nun auf ihr 25-jährige Jubiläum zu.

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