Friedhöfe in Sternberg und Brüel : Ruhe sanft: Großer Friedhofscheck

Der Friedhof an der Klosterkirche Tempzin.  Fotos: Katja Frick
1 von 5
Der Friedhof an der Klosterkirche Tempzin. Fotos: Katja Frick

Am 26. November ist Totensonntag. Anlass für die SVZ, sich damit zu beschäftigen, was nach dem Tod passiert, Teil II

von
23. November 2017, 05:07 Uhr

Am kommenden Wochenende ist Totensonntag, in evangelisch geprägten Ländern wie Mecklenburg-Vorpommern der Tag, an dem traditionell der Verstorbenen gedacht wird. Für die SVZ Sternberg Anlass, sich mit dem Tabuthema Tod und Sterben zu beschäftigen und ihren Lesern in zwei Teilen ausgewählte Friedhöfe der Region vorzustellen. Denn die wenigsten Menschen machen sich vor dem eigenen oder dem Tod eines Angehörigen Gedanken über die Art der Bestattung oder haben eine Vorstellung davon, dass damit zum Teil enorme Kosten auf sie zukommen.

Von der Friedhofsverwaltung in Sternberg werden gleich sechs Friedhöfe betreut: Sternberg, Brüel, Borkow, Zaschendorf, Holzendorf und Schönlage. Verantwortlich dafür ist Manuela Reimer. „In der Friedhofsverwaltung können Bestattungen angemeldet werden und dort werden die Grabstellen vergeben“, erklärt Olaf Steinberg, stellvertretender Bürgermeister und Pressesprecher der Stadtverwaltung Sternberg.

Insgesamt gibt es auf dem Friedhof in Sternberg 1240 belegte Grabstellen, in Brüel auf dem Alten und dem Neuen Friedhof zusammen 656. Im Jahr 2016 wurden auf allen sechs von Manuela Reimer verwalteten Friedhöfen 139 Verstorbene bestattet, davon 80 in Sternberg, 43 in Brüel, acht in Borkow, sechs in Holzendorf und zwei in Schönlage. Für 126 wurde ein Urnengrab gewählt und für 13 eine Erdbestattung im Sarg. „Am beliebtesten ist im Moment ein Urnenrasenreihengrab mit Stein als Zweierstelle, für Ehepaare“, weiß Manuela Reimer. Deshalb würde beispielsweise gerade der Friedhof in Schönlage umgestaltet, damit auch dort Urnen-, aber auch Sargbestattungen in Rasenreihengräbern möglich sind.

Ein Rasenreihengrab für Urnenbeisetzungen kostet in Sternberg laut der geltenden Friedhofsgebührensatzung 2615 Euro, eine Wahlgrabstätte für Urnen 660 Euro, eine anonyme Beerdigung in der Urnengemeinschaftsanlage 1615 Euro - alles inklusive der Bestattungsgebühren. Die Ruhezeit beträgt 25 Jahre.

Auf dem Friedhof in Brüel werden als Nutzungsgebühren bei einem Rasenreihengrab für Urnen mit einer Nutzungszeit von 20 Jahren 35 Euro erhoben, in der anonymen Urnengemeinschaftsanlage ebenfalls 35 Euro, bei einer Wahlgrabstätte sind es 145 Euro. Hinzu kommen jeweils 100 Euro Bestattungsgebühren und Kosten für den Unterhalt (Urnenrasenreihengrab mit Stein 938 Euro, anonyme Urnengemeinschaftsanlage 370 Euro).

„Seit dem letzten Jahr sind in Brüel auch Baumbestattungen möglich“, erläutert Manuela Reimer. Dafür wurden fünf Bäume gepflanzt, an denen jeweils acht Urnen beigesetzt werden können. „Das wird sehr gut angenommen“, meint die Friedhofsverwalterin. Ebenso wie die Rasenreihengräber erfordern diese Grabstellen keine Pflege durch die Angehörigen, die Friedhofsunterhaltungsgebühren betragen 675 Euro für 20 Jahre. Bevor die Möglichkeit für Baumbestattungen in Brüel eingerichtet wurde, ist Manuela Reimer mit dem Brüeler Friedhofsgärtner Mathias Mantey auf die Friedhöfe in Schwerin und Wismar gefahren, um sich anzusehen, wie dort unter Bäumen bestattet wird.

„Wir haben diese Bestattungsart mit aufgenommen, weil viele Anfragen von Bürgern dazu gekommen sind“, erläutert Olaf Steinberg, der neben seiner Arbeit im Sternberger Rathaus Präsident des Kreistages Ludwigslust-Parchim ist. „Ich habe mir noch nie Gedanken über Bestattungen gemacht“, verrät er noch. „Aber mit anonymen Bestattungen kann ich mich nicht anfreunden. Ich finde, ein Rasenreihengrab mit einem Stein ist eine gute Lösung.“ Denn man habe ja schon gehört, dass Hinterbliebene nach der anonymen Bestattung ihres Verwandten festgestellt haben, dass sie keinen richtigen Ort zum Trauern hatten und unglücklich darüber waren.

Die Gebührenordnungen für die sechs von Sternberg verwalteten Friedhöfe sind im Netz unter www. amt-ssl. de zu finden, dort unter den Punkten „Ortsrecht“ - „Satzungen“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen