Warnow-Mildenitz-Durchbruchstal : Rowdys im Warnowtal

Der Tisch von dieser Sitzgruppe wurde vermutlich verbrannt. Die Feuerstelle (vorne rechts) ist noch zu sehen.  F. Sanyang
Der Tisch von dieser Sitzgruppe wurde vermutlich verbrannt. Die Feuerstelle (vorne rechts) ist noch zu sehen. F. Sanyang

Kradfahrer benutzen den Naturpark Warnowtal als Cross-Strecke und gefährden Spaziergänger. Auch andere Fälle von Vandalismus im Durchbruchstal sind bekannt.

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07. September 2012, 11:56 Uhr

Groß Görnow | Was als friedlicher Nachmittagsspaziergang begonnen hatte, endete mit einem großen Schreck: Peter K. ist am vergangenen Sonntag auf einem seiner Streifzüge durchs Warnow-Mildenitz-Durchbruchstal, als ihm plötzlich vier Motorradfahrer entgegen rasen. In letzter Sekunde kann er sich mit einem Sprung zur Seite retten. "Als ich mich über diese Rowdys aufregte, haben die noch extra Gas gegeben, so dass auch noch Dreck hoch gewirbelt wurde und in mein Gesicht geflogen ist", erzählt der Mann. Er könne nicht verstehen, wie rücksichtslos manche Leute sind, "dass sie es sogar in Kauf nehmen, dass andere verletzt werden".

Zumal Peter K. während des Geschehnisses nicht auf einer Straße spazierte, sondern den kleinen Trampelpfad in Richtung des Parkplatzes bei Groß Görnow ging. Er habe hier schon öfter Motocrossfahrer gesehen, die das Waldareal als Cross-Strecke benutzen. "Für ein Naturschutzgebiet finde ich das schlimm", erregt er sich. Schließlich seien nicht nur Spaziergänger wie er durch die Motorradfahrer gefährdet. Durch den Lärm der Maschinen würden auch Tiere aufgeschreckt werden. Er habe den Fall zwar bei der

Polizei gemeldet, da an den Krads aber keine Nummernschilder waren, könnten die Beamten auch nichts machen.

Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt die Naturparkverwaltung Sternberger Seenland die Vorwürfe: "Wir haben im Warnowtal schon öfter Motorradreifenspuren gefunden", sagt Volker Brandt, Chef des Naturparks. Er bedauere, dass das Gebiet derart verschandelt wird: "Es ist schade, dass heute so viele nicht mehr die Natur genießen, sondern den Wald als Event nutzen."

Brandt und sein Stellvertreter Jan Lippke können noch von anderen Vandalismusvorfällen im Warnowtal berichten: Bei einer Sitzgruppe in der Nähe des Parkplatzes bei Groß Görnow fehle seit einiger Zeit der Tisch. Man habe keine Spur von ihm oder auch nur von Teilen des Tisches. Allerdings, so berichtet Brandt, gäbe es in unmittelbarer Nähe zur Sitzgruppe eine Feuerstelle auf dem Boden. "Es sah fast so aus, als hätten einige Rowdys den Tisch verheizt", sagt er.

Etwas weiter unten im Warnowtal wird zudem eine morsche, aber immer noch funktionstüchtige Bank vermisst. "Wahrscheinlich wurde sie in die Warnow geschmissen", vermutet Jan Lippke.

Um den Vandalismus im Naturschutzgebiet zu stoppen, gibt es für ihn nur eine Lösung: "Die Polizei muss hier mehr Präsenz zeigen." Nur regelmäßige Kontrollen könnten diesen "Banditen" Einhalt gebieten. Denn der Naturpark Sternberger Seenland sei zu groß, als dass ständig alle Gebiete von den Rangern kontrolliert werden könnten. Gut findet Lippke, dass auch Bürger wie Peter K. wachsam seien und Vandalismus im Naturpark anzeigen.

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