Verein Rothener Hof : Rothener Podium zu Europa

Um die europäische Finanzpolitik ging es vor einem Jahr bei der Podiumsveranstaltung in Rothen. Dazu lief „Wer rettet wen?“ – ein Film über die Krise als Geschäftsmodell auf Kosten von Demokratie und sozialer Sicherheit.
Um die europäische Finanzpolitik ging es vor einem Jahr bei der Podiumsveranstaltung in Rothen. Dazu lief „Wer rettet wen?“ – ein Film über die Krise als Geschäftsmodell auf Kosten von Demokratie und sozialer Sicherheit.

Den Auftakt am Freitagabend gibt der Film „In Samartien“. Eine Gesprächsrunde mit Journalisten, Politikern und Publikum findet am Sonnabend statt.

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22. Juni 2016, 12:00 Uhr

Europa – ein Hoffnungsraum? Um diese brisante Frage geht es beim diesjährigen Podium Rothener Hof, das Ende der Woche, am 24. und 25. Juni, stattfindet. Es beginnt am Freitag mit dem Film „In Samartien“ von Volker Koepp.

Samartien, das antike Reich zwischen Weichsel, Wolga, Ostsee und Schwarzem Meer, einst die geistige und kulturelle Mitte Europas, ist heute aus unserem Blick nahezu verschwunden. Volker Koepp besuchte Moldawien, Weißrussland, Litauen und die Ukraine, folgte den Werken des Dichters Johannes Bobrowski und den großen Strömen entlang bis zum Kurischen Haff.

Der Verein Rothener Hof e.V. lädt seit 2012 einmal im Jahr zu einem politischen Forum ein. Das jeweilige Thema brennt seinen Mitgliedern buchstäblich „unter den Nägeln“. Europa als Thema könnte kaum aktueller sein, zumal die Briten morgen abstimmen, ob sie in der EU bleiben oder nicht. Beim Podium sollte das Ergebnis feststehen und sicher ein Punkt mehr in der Diskussion sein.

Am Sonnabend lädt der Verein zu einem Podiumsgespräch mit Journalisten, Politikern und Publikum ein, moderiert vom österreichischen Wirtschaftsjournalisten Dr. Michael Maier. Zugesagt haben die Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann, Dr. Ludmilla Lutz-Auras von der Universität Rostock, der Europa-Abgeordnete Reinhard Bütikofer, Dr. Holger Politt aus Warschau und André Brie, Landtagsabgeordneter der Linken.

Andrea Klein aus Woserin, Vereinsmitglied und Sprecherin der Vorbereitungsgruppe, meint, es sei der Eindruck entstanden, „dass sich die politischen Ereignisse seit ein, zwei Jahren überschlagen, dass das Tempo der Entwicklungen auf der Welt noch mal zugelegt hat. Die so genannte ,Flüchtlingskrise‘ empfinden wir dabei als Anzeiger für wesentliche Missstände und Schieflagen.“ Mit dem Podium wolle der Verein den Fokus so auf die aktuelle Situation in Deutschland zu richten, dass der europäische Kontext mit beleuchtet werde.

Der Verein stellt dabei solche Fragen: Was verkörpert Europa heute? Andrea Klein: „Chancen und Möglichkeiten, die Aussicht auf ein Leben in Frieden und Sicherheit für die Einen, einen aufgeblasenen Bürokratieapparat für die Anderen, womöglich eine Festung, die abgeschottet werden soll? Was sind das für Ideen, die uns verbinden, wie gestaltet sich das Spannungsfeld zwischen Gemeinsamkeiten und unterschiedlichen nationalen Identitäten? Welche konkrete Bedeutung haben diese Fragen für uns?“

Aus eigenem Interesse heraus sei diese Veranstaltung entstanden, die sich zu einer festen Größe in der Region entwickelt hat. Es gäbe nicht viele solcher Orte im ländlichen Raum, das Bedürfnis, ins Gespräch zu kommen, sei jedoch groß, wirbt der Verein Rothener Hof um eine zahlreiche Teilnahme. Beide Veranstaltungen beginnen um 19.30 Uhr auf dem Scheunenboden des historischen Vereinsgebäudes in Rothen, einem ehemaligen Kuhstall. Falls die Sommerwärme noch nicht so richtig angekommen ist, rät der Veranstalter den Besuchern, möglichst warme Kleidung mitzubringen.

Die „Rothe Kelle“, das Café im Erdgeschoss, wird geöffnet sein und auch der Vereinstresen auf dem Scheunenboden.

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