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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

11. Dezember 2017 | 22:08 Uhr

Ostern mal anders : Rock’n’Roll im Pferdestall

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Tanz in Neperstorf mit der Wismarer Live-Band „The Boogie Beat Busters“ wird immer mehr zum Magnet. Über 140 Besucher kamen.

von
erstellt am 18.Apr.2017 | 11:50 Uhr

Nicht nur Panik-Rocker Udo Lindenberg hat seine Fans – auch die Wismarer Rock’n’Roll-Liveband „The Boogie Beat Busters“. „Wo die spielen, reisen wird hinterher“, verkündet Frances Lange, die in Kletzin einen Pensionsstall für Pferde betreibt. „Zu 16 sind wir heute hier“, sagt sie. Andere wohnen in Greese, Olgashof und sonstwo im Raum Wismar; Schweriner waren auch darunter, eine der Truppe kam aus Rostock. Rock’n’Roll finden alle toll, „da kann man ordentlich abzappeln“, so Frances Lange.

„The Boogie Beat Busters“ haben sich längst über die Hansestadt hinaus einen Namen gemacht. „Wir spielten schon in Berlin, Hamburg, Kiel Rostock, Stralsund und auch in Augsburg“, erzählt Schlagzeuger Silvio Harder. Und eben zum Ostertanz in Neperstorf…

Angefangen hatte es 2010 zur 775-Jahrfeier Jesendorfs. Zwischendurch auch mal pausiert, treten sie seit vier Jahren am Ostersonntag im alten Pferdestall von Landwirt Arne Jöhnk auf. „Die haben bei mir einen Vertrag auf Lebenszeit, da weiß man, was man hat“, so Jöhnk, der ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Jesendorf und Initiator der Musik von Elvis, Chuck Berry oder Johnny Cash zu Ostern.

Neben Harder gehören Martin Blum, Gitarre; Christian Schwaß, Gesang/Rhythmusgitarre sowie Bassist Thoralf Heitzich zu den Boogie Beat Busters. Letzterer wurde in Neperstorf vertreten, sein Ersatz wollte namenlos bleiben.

19 Uhr war Veranstaltungsbeginn, aber auch bei den Rock’n’Rollern wird erst mal „vorgeglüht“. Als es gegen 20.35 Uhr los ging, brauchte es keine weitere Anlaufzeit. Nach zehn Minuten und „Rock Around the Clock“ von Bill Haley & His Comets aus dem Jahr 1954 war die Tanzfläche voll. Viele der vornehmlich weiblichen Hüftenschwinger war ’54 noch gar nicht geboren…

Auch Veronika Cyniax aus Gottmannsförde bei Schwerin ließ sich nicht zweimal auf die Tanzbühne bitten. „Dabei wussten wir gar nicht, wo Neperstorf liegt. Das Navi brachte uns her.“ Sie und ihr Mann Rainer hatten Arne Jöhnk beim Rotary Ball in Schwerin kennengelernt, vermittelt durch André und Annette Hundt, die in Büschow eine Reitanlage betreiben. Hundts waren denn auch beim Rock’n’Roll ebenso wie Birthe Helbing vom Friesenhof Häven. Unter Pferdefreunden kennt man sich „und Reiter feiern eben auch gerne“, weiß Jöhnk.

Sprach’s, genoss die Musik („Ich mag eigentlich alles, was die Band spielt.“) und schaute dem Treiben auf der Tanzfläche lieber zu. Typisch Mann, wie ein Blick in die Runde verriet. Den Damen war’s egal, zogen sie halt allein los. Veronika Cyniax hatte extra einen Petticoat an. „Den habe ich mir von einer Bekannten ausgeliehen wegen des Mottos 50er und 60er. Hier sah ich dann, man kommt auch mit Jeans rein.“

Unterdessen kassierten Jule Schröder und Martina Ehlers am Einlass weiter fleißig aus dem umfunktionierten Pferdehänger heraus. 140 Karten waren bis 19 Uhr verkauft. Weitere Elvis-Fans kamen. Gegen 21 Uhr, Petrus öffnete gerade seine Schleusen, fuhr ein Wismarer Taxi vor mit Nachzüglern. Zum Rock’n’Roll aufs Dorf – nach Neperstorf. Längst mehr als ein Geheimtipp. Die Band spielte bis kurz nach Mitternacht…  

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