Sternberg : Respekt in doppelter Bedeutung

Schüler der Sternberger Förderschule überreichten dem Tafel-Vorsitzenden Bruno Pischel (r.) als Dank für die langjährige gute Zusammenarbeit eine Rose und ein kleines Präsent zum Jubiläum. Von links Sara Hacker, Isabel Mahnke, Roxana Gebhardt, Nicki Rosiak und im Hintergrund Schulleiterin Annett Laß.  Fotos: Sabine Uhlig
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Schüler der Sternberger Förderschule überreichten dem Tafel-Vorsitzenden Bruno Pischel (r.) als Dank für die langjährige gute Zusammenarbeit eine Rose und ein kleines Präsent zum Jubiläum. Von links Sara Hacker, Isabel Mahnke, Roxana Gebhardt, Nicki Rosiak und im Hintergrund Schulleiterin Annett Laß. Fotos: Sabine Uhlig

Die Sternberger Tafel begeht ihr zehnjähriges Jubiläum: Hilfe für Bedürftige und weniger Vernichtung von Lebensmitteln.

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20. März 2015, 17:21 Uhr

85 Tonnen der unterschiedlichsten Lebensmittel wurden im gesamten Jahre 2014 von den Helfern der Sternberger Tafel an
Bedürftige aus der Stadt und der Region gegen einen symbolischen Obolus ausgegeben. Die vollen Körbe und Taschen, mit denen die Abholer jeden Donnerstag nach Hause streben, helfen ihnen, über die Woche zu kommen, wenn das Einkommen zu gering ist. Traurig sei es, so unterstrich der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins, Bruno Pischel, dass unter den Nutznießern dieser Lebensmittelspenden mit über 27 Prozent der Anteil der Kinder sehr hoch ist. Und auch Senioren gehören immer stärker zu den Kunden der Sternberger Tafel.


Anteil der Kinder ist mit 27 Prozent sehr hoch


Das sei zwar schlimm und nachdenkenswert, dennoch sei er als Landwirt froh, dass mit dem Wirken der Tafeln letztlich das Vernichten von Lebensmitteln gemildert, wenn auch nicht gestoppt werde, meinte Hans Diederichs, einer der zahlreichen Festgäste der Veranstaltung. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Sternberger Tafel hatten sich neben vielen ehrenamtlichen Helfern, den Gründungsvätern und –müttern, zahlreiche Gratulanten aus Politik und Gesellschaft im Domizil der Tafel im sanierten Sternberger Bahnhof eingefunden.

Und viele von ihnen kamen nicht mit leeren Händen. So überreichte beispielsweise Büroleiterin Raina Basler im Auftrag der Bundestagsabgeordneten Karin Strenz u. a. eine Einladung für zehn Personen zu einem zweitägigen Aufenthalt in Berlin mit Besuch des Bundestages. Die Landtagsabgeordnete Barbara Borchardt, die als Mitglied der Sternberger Tafeleinige der Aktiven aus eigenem Erleben an so manchem Ausgabetag kennt, übergab eine Spende und Gedenkmünzen vom Schweriner Schloss.

Überhaupt wurden von den Gästen zahlreiche Spenden und Schecks überreicht, beispielsweise von Sternbergs Bürgermeister Jochen Quandt. Was natürlich die Verantwortlichen der Tafel freute, denn der Finanzbedarf ist weiterhin hoch. Bruno Pischel erläuterte, dass obwohl 2014 weniger Lebensmittel als beispielsweise 2009 (167 Tonnen) ausgegeben wurden, der Aufwand, mit dem die Güter
herantransportiert werden, nahezu gleich geblieben ist. Die monatliche Fahrleistung des Tafelfahrzeugs beläuft sich nach wie vor auf rund
3 200 Kilometer.

Mit der Gründung der Tafel in Warin und der Insolvenz des Sternberger Bäckers seien auch einige wichtige Märkte in der näheren Umgebung weggebrochen, für die es Ersatz zu suchen galt. Gut habe sich in den vergangenen zehn Jahren die Zusammenarbeit mit der Bundestafel und mit denen in direkter Nachbarschaft, beispielsweise mit der Güstrower Tafel, entwickelt, berichtete der Vereinsvorsitzende.

Auch mit Sternbergs Partnerstadt Lütjenburg gibt es seit Jahren eine besondere Zusammenarbeit in Sachen Tafeln. So wurde auf der Veranstaltung angekündigt, dass die jungen Trommler demnächst einige weitere Instrumente aus Lütjenburg erhalten werden, weil dort eine Gruppe aufgelöst wurde. Seit 2010 gibt es die Table Drummer in Sternberg. Einmal in der Woche üben seither Kinder von Tafelkunden und andere interessierte Jugendliche das harmonische Trommeln. Dass sich dies durchaus schön und überhaupt nicht aufdringlich laut anhören kann, davon überzeugte die Gäste dann ein Auftritt der Sternberger Gruppe.

Der gemütliche Vormittag war natürlich Gelegenheit für die Aktivisten der ersten Stunde, zurückzublicken zu den Anfängen: Als man vor zehn Jahren mit Schmalzstullen auf dem Weihnachtsmarkt stand, um dort kulinarisch nach Helfern und Unterstützung für die Idee einer Tafel zu werben. Dora Berner, Helga Lehmann, Brigitte Ortmann, Ilse Däumer, Christel Zimmermann und Christel Ihrke können heute stolz sein, denn ihre Werbung hat Früchte getragen und vielen Menschen seither geholfen.

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