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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

12. Dezember 2017 | 17:08 Uhr

Sternberg : Reformation: 1549 auch in der Region

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Ausstellung in der Stadtkirche zum Lutherjahr.

von
erstellt am 11.Jul.2016 | 11:54 Uhr

Bei Sternberg, genauer gesagt auf der Wiese der Sagsdorfer Warnow-Brücke, wurde Mecklenburger Geschichte geschrieben. Man schrieb das Jahr 1549. Am jenem 19. Juni vor nunmehr 467 Jahren tagte am jenem Ort der Landtag und fasste einen historischen Beschluss. Die Stände und die Ritterschaft verabschiedeten fast einstimmig die „staatsrechtliche Anerkennung“ der Reformation in Mecklenburg.

Treibende Kraft war Herzog Johann Albrecht I. (1525 - 1576), zu dem Zeitpunkt regierender Herzog zu Mecklenburg im Landesteil Mecklenburg-Güstrow und von 1556 bis zu seinem Tode im Land Mecklenburg-Schwerin. „Lediglich die drei Klöstervertreter stimmten gegen die Reformation“, so Axel Attula gegenüber SVZ bei der Eröffnung der Lutherausstellung am Freitagabend in der Winterkirche der Sternberger Stadtkirche. Der Ribnitzer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stadt Ribnitz-Damgarten und Leiter der dortigen Kloster- sowie Bernsteinmuseen.

Die Ausstellung, die vor einigen Jahren zur 770-Jahr-Feier Sternbergs schon einmal zu sehen war, zeigt vom in der Kirchen-Turmhalle befindlichen Reformationsfresko aus dem Jahr 1896 des Berliner Professors Fritz Greve einzeln abfotografierte Motive. Deren Details kann der Besucher ansonsten beim Fresko gar nicht so genau erkennen. Genau genommen handelt es sich um ein „Reformationsgedächtnisbild“, darauf legt Axel Attula wert. Denn bildliche Überlieferungen der Tagung von 1549 an der Sagsdorfer Brücke gibt es nicht. Man kennt zwar die Namen der Protagonisten, aber abgesehen von Johann Albrecht I., seinem Onkel Heinrich V. und wenigen anderen Personen weiß die Nachwelt nicht, wie die Entscheider aussahen. So verewigte Prof. Greve mit künstlerischer Freiheit die Köpfe von Persönlichkeiten seiner Zeit auf dem Fresko. Und sich selbst auch, rechts neben dem rotbärtigen Berend von Plesse, einem alten Adelsgeschlecht. Erst im 17. Jhd. wurde daraus von Plessen.

Ferner finden sich im Fresko die Wappen des Mecklenburger Uradels wieder, der 1523 bei der großen Ständeunion unterschrieb –, darunter derer von Maltzahns. Ein Nachfahre ist der heutige Nordkirchen-Bischof des Sprengels Mecklenburg und Pommern, Dr. Andreas v. Maltzahn. Dieser soll zum diesjährigen Reformationstag anlässlich des Empfangs der Nordkirche in Sternberg die Predigt halten.

Das bevorstehende Lutherjahr 2017 wird in Sternberg mit der Ausstellung eingeläutet. Sternberg und Luther – dabei gibt es sogar einen direkten Bezug. Laut Gunna Weise, Mitglied des Kirchgemeinderats, existiert ein Briefwechsel Luthers mit dem Prior des Sternberger Augustiner-Eremiten-Klosters wegen des von Luther gegeißelten Ablasshandels.

Ausstellung zum Lutherjahr in der Sternberger Winterkirche: Mo. bis. Sa 10 - 12 u. 14. - 17 Uhr

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