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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. November 2017 | 15:14 Uhr

Streit in Neustadt-Glewe : Rathausglocke muss schweigen

vom

Nun herrscht Ruhe in Neustadt-Glewe - zumindest, was den Klang der Glocke im Rathaus angeht. Das Schlagwerk ist außer Betrieb. Hintergrund der "Stummschaltung" waren massive Beschwerden eines zugezogenen Neu-Neustädters.

svz.de von
erstellt am 21.Feb.2012 | 06:18 Uhr

Neustadt-Glewe | Seit vorgestern herrscht Ruhe in Neustadt-Glewe - zumindest, was den Klang der historischen Glocke im historischen Rathaus angeht. Wie Bürgermeister Arne Kröger gegenüber SVZ erläuterte, sei die Stadt durch verschiedene staatliche Behörden wie den Landkreis, das Wirtschaftministerium und sogar die Staatskanzlei in Schwerin aufgefordert worden, "dafür zu sorgen, dass die Rathausglocke nachts nicht mehr schlägt". Da sich das historische Geläut jedoch nicht so einfach abschalten lasse, fiel zunächst die Entscheidung, das Schlagwerk komplett außer Betrieb zu setzen. Hintergrund der "Stummschaltung" - die der städtische Hausmeister Heinz Aermes übrigens ebenso einfach wie preiswert mit Hilfe eines kleinen Stück Drahtes bewerkstelligte - waren massive Beschwerden eines zugezogenen Neu-Neustädters. Tatsächlich überschreiten die durch die stündlichen und viertelstündigen Glockenschläge erreichten Schalldruckpegel die heute geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Und auch wenn dem Bürger Arne Kröger die jetzige Stille nicht gefällt, so hat er als Bürgermeister Schaden von der Stadt abzuwenden und einen Rechtsstreit zu vermeiden.

Gegenwärtig wird nach einer anderen Lösung gesucht, allerdings dürfte das angesichts der angespannten Haushaltslage nicht so einfach werden. Ein elektronisches Läutewerk kommt nicht in Frage, nach einer mechanischen Lösung wird mit Hilfe von einheimischen Handwerkern gesucht. Und nicht zuletzt gibt es nach Darstellung von Bürgermeister Kröger andere wichtige kommunale Aufgaben als das Rathausgeläut. Es könnte also noch eine Weile dauern, bis man in Neustadt-Glewe auch wieder hören kann, was die Stunde geschlagen hat. Traurig darüber ist auch Hausmeister Heinz Aermes, der das historische Uhrwerk regelmäßig wartet und einmal wöchentlich aufzieht: "Über 100 Jahre hat dieses Läutwerk den Leuten hier die Stunde angezeigt. Jetzt soll das nicht mehr sein dürfen - schade." Die Zeitmaschine von 1900 läuft übrigens sehr präzise und geht in der Woche nur knapp zwei Minuten nach. Zudem funktioniert sie seit vorgestern Tag wie Nacht ausgesprochen leise - gezwungenermaßen.

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