Sternberg : Rat gibt es auch beim Hausbesuch

Wibke Pegel beim Sprechtag des Pflegestützpunktes in Sternberg.
Wibke Pegel beim Sprechtag des Pflegestützpunktes in Sternberg.

Mitarbeiterinnen vom Pflegestützpunkt klären Betroffene und Angehörige über mögliche Hilfe auf.

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09. März 2018, 05:00 Uhr

Plötzlich wird ein Angehöriger zum Pflegefall. In einer solchen Situation wissen Kinder und Partner oft nicht, was sie zuerst machen sollen. Und was überhaupt möglich ist. Guten Rat können Wibke Pegel und Silke Zepelin geben. Sie gehören zum Pflegestützpunkt Parchim, der einmal im Monat Sprechstunden in Sternberg organisiert.

Der Name Pflegestützpunkt ist etwas verwirrend, weiß Teamleiterin Heike Schulz. Immer wieder gebe es Irritationen, weil manche dahinter einen Pflegedienst vermuten. Auch komme es vor, dass die Berater mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung verwechselt werden, weiß Wibke Pegel. Doch damit hat der Pflegestützpunkt nichts zu tun. Er berät unabhängig, erklärt Heike Schulz. Die Mitarbeiterinnen vom Pflegestützpunkt schauen, was für die Betroffenen das Beste ist. Ohne dabei auf die Kosten zu schauen.

Zu den monatlichen Sprechstunden in Sternberg kommen viele Angehörige, deren Väter bzw. Mütter pflegebedürftig sind, berichtet Wibke Pegel. Oft wollen Ratsuchende Näheres zu den Leistungen der Pflegeversicherung wissen. Andere erkundigen sich, wie sie vorsorgen können. Immer wieder kommen Angehörige, die Menschen pflegen und irgendwann erschöpft sind und an ihre Grenzen stoßen.

Es ist schwer bei den Leistungen der Pflegeversicherung einen Durchblick zu behalten, wissen die Frauen vom Pflegestützpunkt.

Die Mitarbeiterinnen werden nur dann tätig, wenn es gewünscht ist. Man begleite die Betroffenen so lange, bis sie gut versorgt sind, erklärt Wibke Pegel. Und man unterbricht die Tätigkeit, wenn es sich der Betroffene anders überlegt. Gern angenommen wird dabei das Angebot zu Hausbesuchen. Schon allein deshalb, weil viele Betroffene es gar nicht zu einer Sprechstunde schaffen würden. Es sei wichtig, von den Pflegebedürftigen selbst zu erfahren, was sie wollen. Gerade ältere Menschen scheuen sich oft Hilfe anzunehmen, sagt Heike Schulz.

Im eigenen Haus der Pflegebedürftigen können die Berater mit ihrem professionellen Blick oft auch Tipps geben, die den Alltag erleichtern. Beispielsweise, wie man mit einfachen Mitteln ein zu flaches Bett erhöht, dass man sich besser von Teppichen als Stolperfallen in der Wohnung trennt oder einen zu schweren Staubsauger durch ein leichteres Modell ersetzt.

Rat des Pflegestützpunktes: Man sollte eine Vollmacht und Patientenverfügung haben. Heike Schulz: „Das ist heute nicht selbstverständlich.“

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