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Neue Serie „Sternberger Kuchen“ : Raritäten des Sternberger Kuchens

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Kobrower Geologe Detlef Uebersohn öffnet seine Schatzkiste: SVZ stellt in loser Folge die kostbarsten Funde dieses Sedimentgesteins vor.

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erstellt am 31.Mai.2016 | 21:07 Uhr

Dieser Kuchen ist im wahrsten Sinne des Wortes steinalt und steinhart – der „Sternberger Kuchen“. Das Sedimentgestein datiert bis zu 28 Millionen Jahre zurück – in die Zeit des Tertiärs. Sternberg ist Namensgeber für das Gestein, da es seit nunmehr 300 Jahren in der Umgebung der Stadt (Kiesgrube Kobrow) besonders häufig zu finden war und ist.

Im Oligozän (vor 38 - 24 Millionen Jahren), einer Unterteilung im Tertiär, herrschte hier mildes Klima und viele Regionen hatten subtropische Bedingungen. Graslandschaften breiteten sich aus und Wälder verschwanden. In Deutschland dominierten warme sumpfige Gegenden. Viele neue Tiere erschienen in dieser Zeitepoche: Schweine, Katzen, Flusspferde, Tapire und Fledermäuse. Und natürlich gab es im Wasser beheimatete Lebewesen.

Im Sternberger Kuchen gibt es auch immer wieder mal Einlagerungen. Darüber freut sich der heute 69-jährige Dipl.-Geologe Detlef Uebersohn, der jahrelang als Umweltgeologe arbeitete und da 1994 u.a. ein Gutachten zu den Kerosinschäden der russischen Streitkräfte auf dem Flughafen Parchim erstellte – ganz besonders, wenn er auf Besonderheiten im Gestein stößt. Etwa auf Knochen von Delfinen oder Schildkröten. „Das sind absolute Raritäten“, so Uebersohn. So genannte Fossilinhalte können aber u.a. auch ein Zahn, Muscheln, Schnecken, Hölzer oder Gehörsteine von Fischen sein. Dem Kenner verraten diese Zeitzeugen nicht nur viel über die Vergangenheit.

Der Kobrower Geologe Detlef Uebersohn öffnet für SVZ seine Schatzkiste. Mit dem geübten Auge eines Geologen hat er an die 400 Fundstücke des 28 Millionen Jahre alten Sternberger Kuchens häufig in den so genannten Überkornhalden der Kobrower Kiesgrube entdeckt.

In der SVZ stellt er in einer losen Folge die besonderen Funde dieses Sedimentgesteins vor. Populärwissenschaftlich werden, wenn möglich, auch Vergleiche zur Jetztzeit gezogen. In unserer Serie präsentiert Uebersohn, der seit 2007 zusammen mit seiner Frau Hannelore in Kobrow lebt, dabei nicht nur seine Kostbarkeiten; sondern in Absprache auch die aus der Privatsammlung von Nils und Karina Thiede aus Parchim sowie vom Raben-Steinfelder Reinhard Braasch.

 

Lesen Sie demnächst im Teil 1 unserer losen Folge: „Ein steiler Zahn“.

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