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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

13. Dezember 2017 | 10:17 Uhr

Neuhof : Radfahrer fordern mehr Sicherheit

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Sternfahrt für einen Radweg auf der L031 zwischen Warin und Ventschow ließ 165 Teilnehmer in die Pedale treten.

svz.de von
erstellt am 04.Okt.2015 | 21:30 Uhr

Ein Tross Radler bog am Sonnabendnachmittag in die Kurve vor Nisbill ein, angeführt von der Polizei. Bibows  Bürgermeister Dettlef Lukat und  Anwohner aus Nisbill, später auch aus Hasenwinkel und Bibow, reihten sich ein in die Sternfahrt pro Radweg L031 Warin – Ventschow.

Die Fahrrad-Demo am Tag der Deutschen Einheit wurde von der „Initiative Radweg L031“ mit Barbara Reimer, Gemeindevertreter Harald Lehmann und Nicola Meyer, frühere Geschäftsführerin des ADFC Hamburg, ins Leben gerufen. Sie setzen sich schon seit 2008 für den zügigen Bau eines straßenbegleitenden Radwegs ein. Damals mit einer Unterschriftensammlung, die 2009 an den Verkehrsminister übergeben wurde. Damit erreichten die Initiative und ihre Mitstreiter, dass der Radweg  weit vorn auf die Prioritätenliste kam. „Die Planungen waren soweit, dass sie nur noch auf der Grundlage der neuen gesetzlichen Anforderungen an den Naturschutz geprüft werden sollten“, so  Reimer. „Ein landschaftspflegerischer Begleitplan sollte erstellt werden. Der Minister wies bereits an, alle  Anstrengungen für den Bau zu unternehmen. Und das alles bis Ende 2014. Aber da kamen  Ministerwechsel und die Kürzung der Mittel seitens des Bundes um 50 Prozent. Der neue Minister überließ den Landkreisen die Bewertung der Prioritäten. Und der hier zuständige Landkreis gab der Küstenregion den Vorzug.“ Die Initiative war  stinksauer und entschloss sich, mit einer Fahrraddemo auf die Gefährlichkeit des Radfahrens auf der L031 vor allem wegen der fast die gesamte Straße begleitenden Leitplanken hinzuweisen, die ein Ausweichen  unmöglich macht.

Rund 120 Radler aus Warin und der Gemeinde Bibow, 20  aus Jesendorf und 25  aus Ventschow fuhren  gegen 15 Uhr vor dem Gemeindehaus in Neuhof vor, wo sie von Harald Lehmann begrüßt wurden und Barbara Reimann eine kleine Ansprache hielt. Jüngster Teilnehmer war  Johann Bodo Gieseler aus Jesendorf, der natürlich mit seinen 17 Monaten noch hinten bei Mutti Claudia Gieseler auf dem Rad saß. Er bekam von Harald Lehmann eine besondere Fahrradhupe geschenkt. Claudia Gieseler (34) bekräftigte, dass es wichtig sei, endlich einen sicheren Radweg zu bekommen. Es könne nicht angehen, dass man wegen der Gefährlichkeit der Straße gezwungen werde, nur im Dorf herum zu kreisen. Von Martin Graffenberger (53) aus Warin war zu hören, dass „über Mobilität immer viel geredet wird. Aber damit sind nur die Autos gemeint. Wenn ich allein an die Strecke Warin-Blankenberg denke, wo es einen Bahnhof gibt, der eigentlich auch gut für Fahrradfahrer erreichbar sein müsste. Für ein Radweg ist kein Geld da, aber für Leitplanken…“ 

Astrid Kuhn (59) aus Warin ist viel mit dem Frauentreff per Rad unterwegs. Auch hier war sie eine von neun Frauen. „Wir kämpfen schon seit  Jahren um sichere Radwege.“ Aus Ventschow kam Ursula Kuhn (61). „Ich fahre als Zeitungszustellerin jeden Tag Rad. Dieser Radweg muss einfach gebaut werden.“ Und wenn es nach den etwa 165 Teilnehmern geht, dann  zeitnah! SPD-Bundestagsabgeordneter Frank Runge, der  ebenfalls mitgeradelt war,  dämpfte etwas den Optimismus. „In die derzeitige Prioritätenliste kommen wir nicht mehr rein. Deshalb ist es jetzt wichtig, diese Initiative am Leben zu erhalten und immer wieder Druck zu machen, damit wir in die Prioritätenliste 2017 kommen!“, erklärte er übers Mikrofon. Und gegenüber SVZ: „Ich bin im Tourismusausschuss des  Bundestages. Die Bundesregierung stellt Mittel für den Radbau bereit. Wir konnten die Haushaltsmittel  schon auf 90 Millionen Euro für den bundesweiten Radbau erhöhen. 2016 wollen wir sie auf 100 Millionen bringen. Aber diese Gelder dürfen nur für Radwege an Bundesstraßen verwendet werden. Wir wollen aber, dass der touristische Aspekt für die Ausschüttung dazukommt. Dann haben auch  Straßen wie die L031 eine Chance.“ Die Aktion klang mit vielen Gesprächen aus. Resümee von Barbara Reimer: „159 Menschen haben mit ihrer Unterschrift die Initiative unterstützt. Und wir machen weiter.“

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