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Sternberger Seenland : Qualitäts-Check für den Naturpark

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Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Wariner wollen Zertifikat zweites Mal verteidigen / Stellvertretender Leiter Jan Lippke ist als Scout selbst deutschlandweit unterwegs.

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erstellt am 20.Feb.2016 | 10:37 Uhr

„Das wäre für uns eine Peinlichkeit, wenn wir das Zertifikat als ,Qualitäts Naturpark‘ nicht wieder bekommen, dann hätten wir nämlich schlechte Arbeit gemacht“, betont Jan Lippke. Er ist der stellvertretende Leiter im Naturpark Sternberger Seenland mit Sitz in Warin und zugleich als Qualitätsscout deutschlandweit in den 104 Naturparks unterwegs. „Ich bin seit 2006 dabei als einer von aktuell 13 Scouts – und der einzige aus MV“, so Lippke. 19 Naturparks benotete der in Ventschow Wohnende bisher – vom Dümmer See in Niedersachsen über Saarland/Hunsrück bis hin zum Gebiet „Oberer Bayerischer Wald“. Eines ist Grundsatz: „Keiner scoutet im eigenen Bundesland.“

Bevor Lippke seine nächste Reise im Auftrag des Verbandes Deutscher Naturparke (VDN) antritt, hat er vor Ort selbst Hausaufgaben zu erledigen. Bis Ende April müssen neben der täglichen Arbeit „im 100-Seiten-Katalog 98 Fragen mit vielen Unterfragen“ beantwortet sein. Der Steckbrief reicht von der Zahl der Einwohner und Gemeinden im Naturpark bis hin zum prozentualen Ökolandbau.

„Wir schaffen das wieder mit dem Zertifikat, da habe ich eigentlich keine Bedenken. Es ist jetzt eine Fleißarbeit“, so Lippke. Von 500 möglichen Punkten müssen Minimum 250 erreicht werden. „2011 lagen wir locker über 300.“ Diesen Wert, oder noch etwas besser, strebt man diesmal an. Freilich ist das kein Selbstläufer. Von den 104 Naturparks zwischen Wattenmeer und Bayerischem Wald haben aktuell nur 68 das Siegel, „darunter zur Freude des Ministers (Landwirtschaftsminister Till Backhaus – d. Red.) alle sieben Naturparks in MV“, erwähnt Lippke.

Seit 2006 wird vom VDN das Qualitätssiegel verliehen, fürs Sternberger Seenland steht jetzt „Phase drei für den Zeitraum 2016 bis 2020“ an. So genannte Handlungsfelder sind die folgenden fünf Kriterien: Naturschutz und Landschaftspflege; Umwelt, Bildung und Kommunikation; Erholung und nachhaltiger Tourismus; nachhaltige Regionalentwicklung sowie Management und Organisation.

Wer als Scout nach Warin kommt, ist offen. Zuletzt 2011 war es einer vom Naturpark Rheinland. Der bemängelte u.a., dass es draußen keinen aktuellen Schaukasten gab, wenn das Naturparkzentrum geschlossen war, und empfahl zudem die Herausgabe eines Newsletters. „Beides haben wir umgesetzt“, so Lippke.


So manche Idee aus anderen Regionen


Dieser bringt von seinen Scoutings Ideen und Lösungen anderer mit. Schwimmstege für die Kanuten, solch einer wurde im Vorjahr an der Zaschendorfer Brücke montiert, sah Lippke erstmals am Dümmer See bei Osnabrück. Und im Bayerischen Wald entdeckte er Bohlenstege über Feuchtstellen mit einfachen Betonrohren als Unterlage. „In Bayern war das gar über eine Schwingmoorfläche gelegt. Wir haben es u.a. beim Bronzenen Hirsch bei Friedrichswalde verwirklicht.“

Neu punkten können die Wariner auch mit dem 2015 installierten Wasserwanderleit- und Informationssystem entlang der Warnow. Allein von Zaschendorf bis Eickhof sind es 57 Schilder. Auf blauen Tafeln erfährt der Paddler, wo er sich befindet, wie weit es bis zum nächsten Rastplatz ist und ob es sich um eine Aussetz- oder Einsetzstelle handelt.  

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