Rettung in Brüel : „Purer Zufall, dass ich sie sah“

Fand hilflose Frau gegen 4 Uhr beim Zeitungsaustragen: Michael Gröger.
Fand hilflose Frau gegen 4 Uhr beim Zeitungsaustragen: Michael Gröger.

Zeitungszusteller Michael Gröger findet in Brüel hilflose Frau am Boden liegend.

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15. April 2015, 21:00 Uhr

Zeitungszusteller Michael Gröger aus der Schweriner Straße in Brüel entdeckte gestern beim morgendlichen Austragen der SVZ im Weg zum Roten See eine hilflose Hausbewohnerin. „Es war purer Zufall, dass ich sie sah“, so der 38-Jährige  gegenüber unserer Redaktion. „Man kennt schon die Gewohnheiten der Leute. Und da brannte um die Zeit nie Licht. Doch diesmal war oben und unten das Licht an. Ich konnte durch die Türscheibe durchgucken und sah eine Person da liegen“, berichtet der Lebensretter.

Auf dem schnellen Rückweg zur eigenen Wohnung traf er auf seinen Vater Gerhard Gröger, mit dem er zusammen vertretungsweise die 70 Zeitungen austrägt, „damit es schneller geht“. Gerhard Gröger schaute auch noch mal nach, „denn in aller Frühe kann man sich  schon mal täuschen“, so der Sohn.  Zu Hause rief  Gerhard Gröger „sofort die 110 an. Dort hieß es, ,wir kümmern uns‘“.

Wie es weiter ging, wussten die Grögers nicht. Umso erleichtert waren die beiden, als ihnen der SVZ-Redakteur die Information geben konnte, dass die Frau laut Brüels Wehrführer Torsten Reiher „ansprechbar“ war. „Ich dachte, es wäre schlimmer“, meinte Gerhard Gröger erleichtert. „Es sah nicht gut aus“, so Gröger-Senior. Er und sein Sohn sahen die ältere Dame im Lichtschein vor der Treppe zusammengesackt am Boden liegen. „Zum Glück schien das Licht bis auf die Treppe. Wäre es stockduster gewesen…“, fügt Michael Gröger hinzu.

Nach dem Notruf war der Notarzt schon vor der Polizei vor Ort im Weg zum Roten See. Da der Mediziner vor verschlossener Tür stand, wurde zusätzlich die Brüeler Feuerwehr per Pieper alarmiert. Diese rückte mit zwei  Fahrzeugen und insgesamt ca. ein Dutzend Mann aus, „dem kleinen Auto und dem großen, falls die Leiter benötigt wird“, so Reiher. Die Kameraden öffneten die Tür, für die Brüeler Wehr war es bereits der dritte Fall in diesem Jahr. „Lieber einmal mehr anrufen. Es kann ja sein, dass man selbst mal Hilfe braucht“, so Reiher zum jüngsten Einsatz, um zu ergänzen: „Da hat sich die Ausbildung ja gleich bezahlt gemacht. Vor 14 Tagen gerade hatten die Wehren aus Dabel, Sternberg und Brüel in Sternberg das ,zerstörungsfreie Öffnen für in Not geratene Personen‘ geübt“.

Lob für die Grögers gab es auch von Polizeipressesprecher Klaus Wiechmann: „Der  Zeitungszusteller hat eine gute Tat vollbracht.“ Nach der Erstversorgung wurde die Frau ins Schweriner Klinikum eingeliefert.

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