zur Navigation springen

Brüeler Schützengilde 20. Schützenfest seit der Wende : Pulverdampf und neues Königs-Paar

vom

"Du weißt, was auf dich zukommt - walte deines Amtes!", sprach der nunmehrige Altkönig Lothar Werth und überreichte bei der gestrigen Proklamation die Kette als Zeichen des Schützenkönigs der Brüeler Schützengilde.

svz.de von
erstellt am 25.Aug.2013 | 08:57 Uhr

Brüel | "Du weißt, was auf dich zukommt - walte deines Amtes!", sprach der nunmehrige Altkönig Lothar Werth und überreichte bei der gestrigen Proklamation die Kette als Zeichen des Schützenkönigs der Brüeler Schützengilde von 1425 an seinen Nachfolger weiter. "Oh ja…", kam die Reaktion von Karsten Zietemann. Und ob er es weiß: Schließlich war der 50-jährige Gölliner bereits 1998 und 2008 Schützenkönig der Brüeler Gilde. Als erste Amtshandlung verkündete er zur Buffet-Eröffnung nach dem offiziellen Teil denn auch "erst einmal Freibier".

Mit dem Gölliner amtiert somit ein weiterer "Auswärtiger", denn Werth kommt aus Klein Jarchow. Bei den Frauen indes bleibt der Titel in Brüel: Auf Babette Neumann, die im Vorjahr bei ihrer ersten Teilnahme überhaupt gleich Schützenkönigin wurde, folgt nun für 2013/14 Annett Vollmann. "Im dritten Anlauf ", so ihre Worte.

Ausgeschossen wurde das Ganze bereits am 6. Juli, wie üblich vom amtierenden Schützenkönig-Paar organisiert. Für die teilnehmenden zehn Herren und fünf Damen hatten sich Lothar Werth und Babette Neumann etwas Neues einfallen lassen: "Statt des KK-Schießens auf 50 Meter wurde erstmals mit einem Revolver 22 Mag num auf 25 Meter geschossen", so Werth. Am Ende setzten sich Zietemann und Vollmann mit 49 bzw. 33 Ringen bei fünf Schuss durch. Doch bis gestern blieb das natürlich unter Verschluss…

Angefangen hatte das 20. Schützenfest nach der Wende bereits am Freitagabend traditionell mit einer Salve der Parade der Kanonen sowie verschiedener Salut- und Böllerschützen. Und dazu besucht man sich, wie es sich für Schützenbrüder geziemt, gegenseitig. "Ende Juli waren die Brüeler bei uns, jetzt erwidern wir den Besuch", sagt Ältermann Reinhard Granitza von der Schützengesellschaft Kühlungsborn. Und man war nicht einfach nur so da, sondern vielmehr mit der sieben Mann starken so genannten Saluten-Abteilung angereist. Die mischte denn auch kräftig mit beim abendlichen Spektakel mit Kanonendonner und Pulverdampf. Ihre Kanonen mitgebracht hatten u.a. auch Crivitz, Grabow, Neu Kaliß, Rostock, Matzlow-Garwitz, Wismar, Hamburg und natürlich der Gastgeber.

Nils Knippschild, Mitglied der Brüeler Schützengilde und von Beruf Zimmermeister in Wismar, sorgte denn auch für mächtig Pulverdampf mit seinem "Ballermann", Baujahr 2011. "Sie hat ein Kaliber 4.11 (4,11 Zoll/10,5 cm - d. Red.), wiegt 370 Kilo, das Rohr allein 120. Die maximale Reichweite beträgt ca. 1800 Meter bei einer Flugzeit der Kugel von 15 Sekunden", so Knippschild, der ergänzt: "Da stecken 700 Stunden Arbeitszeit drin. Man kriegt so eine natürlich auch zu kaufen - für 10 000 Euro."

Nach dem Preisschießen für Jedermann am Samstag folgte gestern zum krönenden Abschluss der Umzug vom alten Brüeler Bahnhof zur Festwiese am Weg zum Roten See. Angeführt - wie all die Jahre - vom Blasorchester Dorf Mecklenburg ging es durch die Stadt. Und wer da ab 9.30 Uhr noch nicht wach war, wurde durch die Schwarzpulver-Salven aus den Handböllern der Mitglieder des SV Ostdorfer Ufer aus Godern sowie der Glaisiner Schützentruppe garantiert geweckt.

Auf das neue Brüeler Königspaar wartet bereits in 14 Tagen in Grabow der erste Auftritt. "Und danach geht es auch schon los mit den diversen Königsbällen", weiß Annett Vollmann. Eigentlich nicht der Geschmack ihres (Schützen-)Partners. "Ich bin nicht so der Vereins-Hampel, aber ich werde mich wohl irgendwo sehen lassen müssen", so Zietemann. Ein König hat’s schwer - aber da muss der Gölliner jetzt durch!

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen