zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

16. Dezember 2017 | 00:47 Uhr

Verbraucherzentrale MV : Psycho-Terror am Telefon

vom

Seit einem halben Jahr versucht eine Unbekannte, eine Anwohnerin in Witzin nach ihren Kontodaten auszuspionieren. Der Verbraucherzentrale MV sind solche Betrugsfälle bekannt. Sie rät, diese zu ignorieren oder aufzulegen.

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2012 | 11:46 Uhr

Witzin | "Ich reg mich darüber auf. Das ist Belästigung", sagt Katrin Maier* aus Witzin. Seit August des vergangenen Jahres bekommt sie bis zu dreimal täglich Anrufe von einer dubiosen Unbekannten.

Die Masche sei immer die gleiche: Angeblich hätte Maier letztes Jahr einen Vertrag über ein Gewinnspiel-Abo abgeschlossen und diesen nicht gekündigt. Die fremde Frau könne ihr helfen, dieses Versäumnis wiedergutzumachen. Dafür benötige sie lediglich die persönlichen Daten von Maier.

"Man weiß gar nicht, wie einem geschieht. Sobald man den Hörer abnimmt, redet diese Frauenstimme gleich los - ohne Punkt und Komma", berichtet Maier. Bis heute wisse sie nicht, wer sich hinter den Anrufen verbirgt. Die Telefonnummer sei aber jedes Mal dieselbe: 069/512 90 73. Versuche, Kontakt über diese Nummer aufzunehmen, scheiterten. Der Anschluss mit der Vorwahl von Frankfurt/Main sei nicht vergeben.

Die Witzinerin beteuert, sie habe nie bei Gewinnspielen mitgemacht und nie ein Abo abgeschlossen. Ihre Kontodaten gebe sie grundsätzlich nicht weiter. Dies habe sie auch der Frau am Telefon mitgeteilt. Daraufhin habe diese versucht, Maier unter Druck zu setzen. "Sie wird dann richtig patzig und meint, dass ich halt Pech hätte und weiter Kunde bleiben müsste. Dann legt sie einfach auf", berichtet die 55-Jährige. Wenn Maier die Nummer heute auf ihrem Telefon-Display erkennt, nimmt sie den Anruf nicht mehr entgegen.

Der neuen Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern sind solche Betrugsfälle bekannt. Wenn in einem Telefon-Gespräch persönliche Daten nachgefragt werden, sollte man immer stutzig sein, rät Wilfried Wins. "Am besten ist, sie ignorieren solche Anrufe oder legen sofort auf. Lassen sie sich nicht in Diskussionen verwickeln." Kommt es zu einem Gespräch, sollten Verbraucher konkret nachfragen: Wer genau ist der Anrufer? Für welche Firma arbeitet er? Was ist der Grund für den Anruf? "In der Regel hat sich der Fall dann schon erledigt", sagt Wins. Generell sollten am Telefon keine Kontodaten preisgegeben werden. Sollte es dennoch passiert sein, sollten Verbraucher ihre Kontoauszüge regelmäßig überprüfen. Widerrechtliche Abbuchungen können reklamiert und wieder zurückgebucht werden. Bekommen sie eine vermeintliche Bestätigung des Vertrages per Post zugesendet, sollte der Vertrag schriftlich angefochten werden.

*Name geändert

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen