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Sternberg/Schwerin : Prozessbeginn nach Sternberger Messerattacke

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Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Eine mutmaßliche Räuberin bedrohte die Verkäuferin in einem Bäckerladen mit einem Fleischmesser und erbeutete 260 Euro. Davor überfiel sie erfolglos ein Blumengeschäft. Seit Freitag wird am Schweriner Landgericht gegen die Beschuldigte verhandelt.

Es war Stadtgespräch und sorgte für Entsetzen: Im Back-Café am Markt greift eine vermeintliche Kundin in ihren Plastebeutel, zieht ein langes, spitzes Fleischmesser heraus und fordert „Geld her!“ Die Verkäuferin, allein im Laden, gibt vor, die neue Kasse nicht öffnen zu können. Doch als die Angreiferin, die längst neben ihr hinter dem Tresen steht, das Messer weiter auf sie richtet, bongt die Frau in Todesangst einen Euro ein. Die mutmaßliche Täterin erbeutet rund 260 Euro, sagt „Danke“ und verschwindet. Bereits vorher hatte sie im Blumenhäuschen im Finkenkamp mit der gleichen Masche versucht, an Geld zu kommen. Dort gelang es der Verkäuferin, die Frau in ein Gespräch zu verwickeln und dabei zurück vor den Ladentisch zu drängen, so dass der Fluchtweg frei wurde. Beamte vom Polizeirevier Sternberg, die gerade von dem ersten Tatort zurückkehrten, konnten die mutmaßliche Räuberin kurz darauf stellen. Sie wurde in Untersuchungshaft genommen.

Das geschah am 29. November vorigen Jahres. Heute begann am Schweriner Landgericht der Prozess gegen die Beschuldigte aus Sternberg, die vor diesen Überfällen auf die beiden Geschäfte auch schon Passanten auf offener Straße mit einem Messer bedroht haben soll. Nach Verlesen der Anklage habe die Frau sich zu den Tatvorwürfen äußern können und davon Gebrauch gemacht, erklärte Detlef Baalcke, Richter und Pressesprecher am Landgericht, auf SVZ-Nachfrage. Sie sei geständig gewesen, so Baalcke weiter. Zum Prozessauftakt hätten auch die ersten vier Zeugen ihre Aussagen gemacht.

Nächster Verhandlungstag werde am Donnerstag, 18. Mai, ab 9 Uhr sein. Zu dem Termin seien weitere sechs Zeugen geladen. Ob die Beweisaufnahme an dem Tag schon abgeschlossen werden könne, hänge davon ab, ob mögliche Anträge gestellt werden. Mit den Plädoyers und dem Urteil sei noch nicht zu rechnen, vielleicht am Tag darauf, erklärt Baalcke.

Zu den Zeugen in knapp drei Wochen gehören auch die beiden betroffenen Verkäuferinnen, wie SVZ im Back-Café erfuhr. Kathrin Gniza, seit der Lehrzeit und damit rund 20 Jahre Verkäuferin, hätte „nie im Leben“ geglaubt, Opfer eines solchen Überfalls zu werden, sagte sie am Vormittag darauf. Sie habe die ganze Nacht über immer wieder dieses Bild vor Augen gehabt, bedroht mit einem langen Messer, und dazu den Gedanken, was ihr bei dem Überfall hätte noch passieren können. „Wenn ich das von woanders hörte, habe ich nicht gedacht, dass mir das selbst mal passiert. Ich wusste nicht, was ich machen soll“, so die junge Frau gegenüber SVZ.

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erstellt am 28.Apr.2017 | 21:00 Uhr

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