Dabel : Protestplakate gegen Straßenbau

Seit dem Wochenende hängen nicht nur am Zaun vor dem „Haus Wildrose“ Plakate gegen den geplanten Ausbau der Straße Zu den Achtertannen. „Die haben wir angebracht“, so Dr. Elke Brandt auf SVZ-Nachfrage. Fotos: Roland Güttler
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Seit dem Wochenende hängen nicht nur am Zaun vor dem „Haus Wildrose“ Plakate gegen den geplanten Ausbau der Straße Zu den Achtertannen. „Die haben wir angebracht“, so Dr. Elke Brandt auf SVZ-Nachfrage. Fotos: Roland Güttler

Dr. Elke Brandt: „Die haben wir angebracht“. Zuvor bereits Unterschriftenaktion gegen Ausbau auf 5,5 Metern Breite ohne Gehweg initiiert

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14. September 2017, 05:00 Uhr

Der Protest gegen den Ausbau der Straße Zu den Achtertannen in Dabel hat die Zäune erreicht: „Wir haben Angst!!!“, „Rennpiste ohne Gehweg. Denkt an die Senioren!“ und „Straßenbau gegen Bürgerwillen“ ist auf den Plakaten entlang der Wegstrecke in Höhe von „Haus Wildrose“ bzw. der Seniorenwohnanlage „Rosenhof“ zu lesen. „Die haben wir am Wochenende angebracht“, bestätigte Dr. Elke Brandt auf SVZ-Nachfrage.

Der Dabeler Allgemeinmedizinerin sowie ihrem Mann, Zahnarzt Dr. Rainer Brandt – vehemente Gegner des Straßenausbaus in der geplanten Weise –, gehören unter anderem die genannten Objekte. Dr. Rainer Brandt hatte bereits auf der Bürgerversammlung am 2. August erklärt: „Die Situation im Kreuzungsbereich muss verbessert werden, auch die Beleuchtung ist absolutes Muss. Aber die Spurbahn ist noch intakt, hält noch 20 Jahre.“ Die neue Asphaltstraße hielte auch nicht länger. Zudem sprach er sich gegen den Straßenausbau in der geplanten „absoluten Breite“ von 5,50 Metern aus. „Vier Meter reichten auch.“ Dem entgegnete seinerzeit der Planer Rolf Hilgenstock: „Es gibt von den Straßenbau- und Verkehrsbehörden keine Genehmigungen mehr für Straßen unter vier bis 4,50 Metern Breite. Die Fahrzeuge sind mittlerweile so, dass sie 2,50 Meter brauchen (SVZ berichtete).“

Diese Aussage relativierte Landkreissprecher Andreas Bonin gestern, dass es sich „um eine Richtlinie handelt. Eine Richtlinie ist eine Richtlinie, mehr aber auch nicht“. Die Entscheidung liege bei den Bauämtern. Jochen Gülker, Leiter des Amtes für Stadt- und Gemeindeentwicklung in Sternberg, verwies auf die RAS (Richtlinie für den Ausbau von Straßen), wonach in 30er-Zonen die Breite „auf 5,50 Metern reduziert werden kann“. Stehe nicht genügend öffentlicher Grund zur Verfügung, könne eine solche Straße mal aber auch nur vier Meter breit sein.

Nach dem 2. August initiierten die Brandts eine Unterschriftenaktion pro Ausbaubreite von vier Metern und gegen 5,50 Meter „mit beidseitigem Kfz-Verkehr ohne Gehweg“. Am 28. August wurden 495 Unterschriften an die Kommunalaufsicht des Landkreises Ludwigslust-Parchim übergeben. Dort hieß es, dass die Planungshoheit in Sachen Straßenbau bei der Gemeinde liege. „Inzwischen sind es über 600 Unterschriften“, so Dr. Elke Brandt. Freilich nicht nur von Bürgern der Gemeinde. Die Listen liegen u.a. in den Arztpraxen, der Apotheke, im Hotel und in der Kaufhalle aus.

Die Bewohner der Seniorenwohnanlage, wo es auch eine Tagespflege gebe, seien laut Dr. Elke Brandt „total verunsichert und verängstigt. Keiner geht dahin und guckt denen in die Augen, spricht mit ihnen“, kritisiert sie in Richtung der Gemeindevertretung, vor allem aber an die Adresse von Bürgermeister Herbert Rohde.

Dieser bestätigt auf Nachfrage, dass er bisher nicht in der Seniorenwohnanlage war. „Ich habe einige Gespräche mit Anwohnern geführt, allerdings nicht im Objekt. Zudem kamen einige auch zu mir in die Sprechstunde“, so Rohde.

Zur Plakataktion meinte er: „Ich kann’s ganz ehrlich nicht nachvollziehen. Der Ausbau der Straße Zu den Achtertannen ist nicht der besondere Wunsch des Bürgermeisters, sondern notwendiges Anliegen.“ Das wurde in der Bauausschusssitzung am 29. August nochmals bekräftigt, „und der Hauptausschuss ist keiner anderen Meinung“, so Rohde.

Heute um 19 Uhr ist der Straßenausbau Thema in der Gemeindevertretersitzung. Auch in seinem Bürgermeisterbericht wolle er „dazu etwas sagen“. 

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