Klein Labenz : Promenade bietet trostloses Bild

„Ein Jammer, so sieht unsere Seepromenade in Klein Labenz aus“, sagt Hans-Jürgen Zutz.  Fotos: Roland üttler
1 von 3
„Ein Jammer, so sieht unsere Seepromenade in Klein Labenz aus“, sagt Hans-Jürgen Zutz. Fotos: Roland üttler

Klein Labenzer Hans-Jürgen Zutz: „Im vergangenen halben Jahr ist gar nichts passiert“ / Stadt Warin setzt weiter auf die große Lösung.

von
07. November 2014, 09:32 Uhr

„Wo ist das eine Promenade!?“ verkündet der Klein Labenzer Hans-Jürgen Zutz, der seit dieser Legislaturperiode für die Freien Wähler in der Wariner Stadtvertretung sitzt. „Die Seepromenade braucht vernünftige Pflege, im vergangenen halben Jahr ist gar nichts passiert. Die Leute gucken auf mich: ,Wofür haben wir dich gewählt?‘“, so der 53-Jährige.

Einladend sieht die Seepromenade in der Tat nicht aus. Gegenüber dem letzten öffentlichen Parkplatz auf dem Weg zum Strand steht eine Bank, die vor allem von älteren Leuten gern als Sitzgelegenheit genutzt wird. Zutz zeigt nach oben in die Bäume: „Überall hängt Totholz.“ Und am Ende des separaten Fußgängerweges der Promenade ist die Straßenlampe in einem ungepflegten Baum mittlerweile fast gänzlich verschwunden.

Am 19. Mai, kurz vor den Kommunalwahlen, war auf einer Einwohnerversammlung in Klein Labenz der Planungsentwurf Seepromenade vorgestellt worden (SVZ berichtete). Dieser sah eine so genannte Mischverkehrsfläche vor als große Lösung für Fahrzeuge und Fußgänger, wobei Letztere Vorrang hätten. Das wurde von den Klein Labenzer Anwohnern mit großer Mehrheit abgelehnt. Das Planungsbüro sollte das Projekt daraufhin überarbeiten.

Zudem versperren Unterholz und Sträucher die Sicht auf den See. Das Ufer gehört jedoch dem Land, was die Sache verkompliziert. Um den städtischen Teil direkt am Gehweg würde sich der Bauhof kümmern, sicherte Bürgermeister Michael Ankermann seinerzeit zu. Gestern erklärte das Stadtoberhaupt dazu auf SVZ-Nachfrage: „Bei größeren Vorhaben ist es wirklich Unsinn, kleinere Lösungen vorzuschalten.“ Zugleich bestätigte Ankermann, dass die Seepromenade Thema des Wariner Bauausschusses ist. Was die Böschung betreffe, so wolle sich der Ortsbeirat damit beschäftigen.

„Die Haushaltsplanung für 2015 ist nächste Woche Thema in der Verwaltung“, so der Bürgermeister weiter. Die Stadtvertreter tagen das nächste Mal am 11. Dezember.

Inwieweit die große Lösung bei der Seepromenade in den Haushalt des kommenden Jahres wirklich eingetaktet werden kann und die Abgeordneten dies dann auch bestätigen, bleibt offen. „In der Haushaltsplanung ’15 kommen Belastungen möglicherweise rein, die vor einem halben Jahr nicht angesagt waren“, so Stadtvertreter Andreas Spriewald. Der Linken-Politiker verwies dabei auf die im nicht öffentlichen Teil der September-Stadtvertretersitzung „bereits beschlossenen Mehrkosten in einer nicht unerheblichen Größenordnung“ bei den laufenden Erschließungen des Projektes „Wohnen am Großen Wariner See“. Dabei geht es u.a. um archäologische Grabungen auf dem im B-Plan-Gebiet entdeckten alten Friedhof und die fachgerechte Verfüllung des ebenfalls vorher nicht bekannten alten artesischen Brunnens. Hinzu kommen, so Spriewald, Kosten „für den Abbruch von Heizrohr-Fundamenten, die im Boden gefunden wurden, und die so genannte Geländeanpassung Sanddüne“. Die möglichen finanziellen Belastungen für die Stadt in Sachen Kita sind da noch gar nicht drin.

„Es hat uns kalt erwischt“, so Ankermann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen