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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. November 2017 | 10:53 Uhr

Weltverbrauchertag : Produkte im Visier der Kontrolleure

vom

Ein Supermarkt-Lagerraum. Paletten reihen sich nebeneinander. Sie sind beladen mit Waren, die hier darauf warten, ausgepackt und in die Supermarktregale gebracht zu werden. Mittendrin Lebensmittel-Kontrolleur Möller.

svz.de von
erstellt am 15.Mär.2012 | 10:32 Uhr

Sternberg | Ein Lagerraum in einem Supermarkt in Sternberg. Paletten reihen sich nebeneinander. Sie sind beladen mit zahlreichen Waren, die hier darauf warten, ausgepackt und in die Supermarktregale gebracht zu werden. Mittendrin Michael Möller*. Seine Blicke mustern den Fußboden. Er ist eben und sauber. "Genau so soll er sein", sagt er. "Der Boden muss glatt und einfach zu reinigen sein, ebenso wie die Wände." Das ist Vorschrift. Möller ist Lebensmittel-Kontrolleur vom Fachdienst Veterinär und Lebensüberwachung des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Er besucht Betriebe in der Region und überprüft, ob sie den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Anlässlich des heutigen Weltverbrauchertages hat die SVZ ihn bei einem Einsatz begleitet.

Nachdem Möller im Lager und in den Kühlräumen keine Mängel gefunden hat, nimmt er als nächstes den Verkaufsraum unter die Lupe. Als erstes überprüft er die Kühlregale, in denen unter anderem Wurstwaren und Milchprodukte mit ihren farbenfrohen Verpackungen den Kunden entgegenlachen. Möller ist davon unbeeindruckt. Seine Aufmerksamkeit gilt der Temperatur der Kühlregale. Eine angemessene Kälte ist wichtig, damit die Lebensmittel unter einwandfreien hygienischen Bedingungen gelagert werden können. Danach sind die Kühltruhen dran. Auch hier geht der Blick des Kontrolleurs auf das Thermometer. Möller achtet aber auch darauf, dass die Truhen nicht zu voll gepackt sind.

Doch das ist nicht alles, was der 49-Jährige in Augenschein nimmt. Jede Betriebsart, wie beispielsweise eingepacktes Fleisch oder Backwaren, wird nach vorgegebenen Kriterien kontrolliert. Dabei wendet Möller ein Noten- und Punktesystems an. Er vergibt Noten von eins bis fünf, wobei die fünf die schlechteste Bewertung ist. Beurteilt wird unter anderem, inwieweit die vorgeschriebene Temperaturen und hygienischen Anforderungen eingehalten werden, wie lange die Lebensmittel haltbar sind und inwieweit sich das Produkt bis zum Hersteller zurückverfolgen lässt. Zudem benotet Möller die Nachweise der Mitarbeiterschulungen, die schriftlichen Dokumentation der betrieblichen Abläufe und die Schädlingsbekämpfung.

Jede Note entspricht einer bestimmten Anzahl von Punkten. Je schlechter die Note, desto höher ist die Punktzahl. Von den Punkten ist abhängig, wie oft ein Unternehmen kontrolliert wird. Nach Möllers Erfahrung haben Getränkegroßmärkte nur wenig Punkte. Sie werden nur einmal in drei Jahren überprüft. Bäckereien dagegen weisen eine hohe Punktzahl auf. D emnach besichtigt er diese bis zu dreimal jährlich. Fleischzerlege-Betriebe werden sogar täglich begutachtet. Dies gilt aber nur für die planmäßigen Kontrollen. Liegen dem Fachdienst Veterinär und Lebensmittelüberwachung Beschwerden von Bürgern vor oder werden bestimmte Produkte aus dem Handel zurückgezogen, führt Möller auch zusätzliche Überprüfungen durch. Dies ist auch dann der Fall, wenn er selbst einen Verdacht auf Mängel in einem Unternehmen hat, beispielsweise weil dessen Produkte wiederholt beanstandet wurden. Insgesamt inspiziert er rund 400 Betriebe im Jahr.

Über die Besichtigung hinaus nimmt Möller auch Proben von Produkten, die anschließend in Laboren untersucht werden. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern gibt dafür einen sogenannten Probeplan aus. Dieser verpflichtet Lebensmittel-Kontrolleure rund 250 Proben von essbaren, aber auch nicht essbaren Erzeugnissen pro Quartal in den jeweiligen Landkreisen einzuholen. Möller kann aber auch selbst Untersuchungen veranlassen, wenn er dies für nötig empfindet. "Wenn ich feststelle, dass die Ware optisch mangelhaft aussieht oder einen seltsamen Geruch hat, kann ich selbst eine Probe nehmen", berichtet er.

Auf seinem Kontrollgang im Supermarkt ist Möller mittlerweile an den Regalen mit ungekühlten Lebensmitteln und nicht essbaren Artikeln angelangt. Mit schnellem Schritt und fachmännischem Auge streift er durch die Gänge. "Ich gucke, ob die Waren richtig gekennzeichnet sind. Jedes Produkt muss mit Namen und Preis ausgeschildert sein. Beim Obst und Gemüse sehe ich mir den Zustand der Ware an und achte auf die Hygiene", erklärt er. "Hier ist alles in Ordnung".

Aber nicht jeder Betrieb ist so vorbildlich. Immer wieder entdeckt Möller Mängel. In solchen Fällen gibt er dem Inhaber die Auflage, die Beanstandungen innerhalb einer bestimmten Frist zu beseitigen. Kommt der Unternehmer dem nicht nach, kann der Lebensmittel-Kontrolleur eine Verfügung erlassen, in der er dem Unternehmer einen Aufschub gewährt. Bis zu dem neuen Termin muss die Reklamation behoben werden, ansonsten droht eine Geldstrafe. Werden die Mängel auch dann nicht abgestellt, wird die angedrohte Geldstrafe erhöht. "Das machen wir solange, bis der Unternehmer unserer Aufforderung nachkommt", so Möller. Das sei aber die Ausnahme, versichert er. "Es gibt nun mal Gesetze. Wir kontrollieren deren Einhaltung. Das ist notwendig. Denn vieles nimmt man als selbstverständlich hin, obwohl es das nicht ist", erklärt Möller. "Letztlich geht es um den Schutz der Verbraucher." *Name geändert

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