Sternberg : Prächtige Ritterburg zum Festzelt

Bei der Übergabe: Hans Hüller, Bürgermeister in Witzin und Mitinitiator, Bauer Korl vom Golchener Hof mit einer Spende für die Kinder- und Jugendarbeit, Franziska Podszuck, Geschäftsführerin beim Heimatverband MV, und der Sternberger Bürgermeister Armin Taubenheim (v.l.).
1 von 2
Bei der Übergabe: Hans Hüller, Bürgermeister in Witzin und Mitinitiator, Bauer Korl vom Golchener Hof mit einer Spende für die Kinder- und Jugendarbeit, Franziska Podszuck, Geschäftsführerin beim Heimatverband MV, und der Sternberger Bürgermeister Armin Taubenheim (v.l.).

Die Städte und Gemeinden der Region Sternberg können die Ausstattung ausleihen – einen von zwei Anhängern des Heimatverbandes MV .

von
19. April 2017, 21:00 Uhr

Die prächtige, vor der Stadtkirche aufgebaute Ritterburg wird zwar durch einen Marktstand leicht verdeckt, doch lange suchen müssen die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte „Sonnenschein“ nicht. Kita-Leiterin Ramona Emig ist gestern mit einer gemischten Gruppe aus den älteren Jahrgängen, alle in gelben Warnwesten, gekommen. Schuhe aus, und schon nehmen die Kinder das Angebot zum Toben freudig an.

Die Hüpfburg, die das Amt Sternberger Seenlandschaft mit großer Unterstützung der Ehrenamtsstiftung MV finanziert hat, ergänzt ein ganzes Paket für Heimat-, Dorf-, Kinder- oder andere öffentliche Feste in Sternberg, Brüel und den zehn weiteren Gemeinden im Amtsbereich. Es umfasst ein Zelt, sechs mal zwölf Meter groß, zehn Biertisch-Garnituren sowie eine Beschallungsanlage. Alles ist zusammen in einem Anhänger verstaut, der nun bei den Sternberger Stadtwerken steht und dort gegen einen geringen Obolus ausgeliehen werden kann.


Bewusst in der Mitte des Landes


Der im Mai 2015 in Witzin gegründete Heimatverband MV hat zwei dieser Anhänger; einer kam „bewusst in die Mitte des Landes“, wie Geschäftsführerin Franziska Podszuck bei der gestrigen Übergabe
erklärt. Zudem sei mit Hans Hüller, Bürgermeister in Witzin und Schatzmeister des Verbandes, einer der Mitinitiatoren aus der Region. Und weil der Verband „in der ganzen Weite des Landes“ aktiv sein wolle, so Podszuck, sei als Standort des anderen Anhängers Torgelow im Osten Vorpommerns ausgewählt worden.

Die Ausstattung für öffentliche Feierlichkeiten erhalten auch andere Kommunen, wenn sie dem Heimatverband angehören. Die Mitgliedschaft des Amtes Sternberger Seenlandschaft besiegeln an diesem Tage Armin Taubenheim als Leitender Verwaltungsbeamter und die Geschäftsführerin des Verbandes. Bei der Gelegenheit übergibt
Bauer Korl vom Golchener Hof aus dem Erlös der ersten und erfolgreich verlaufenen „Musikanten Deel“ kürzlich im Sternberger Hotel „Dreiwasser“ eine Spende in Höhe von 350 Euro für die Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt.

Die SVZ-Nachfrage ergibt, dass Hans Hüller und Armin Taubenheim bei der Aufschrift des Anhängers lieber keine Vermengung mit Englisch
gesehen, sondern für Plattdeutsch plädiert hätten, doch der Heimatverband habe anders entschieden: Heimat on Tour. Und die ersten Termine liegen bereits vor, wie für das Dorffest am 1. Juli in Witzin sowie aus Mustin und Sternberg. Private Anfragen müssten jedoch eine Absage erhalten, betont Taubenheim.

Ansprechpartner für die Kommunen, die den Anhänger ausleihen möchten, sind Jörn Wendland und Mathias Rackow bei den Stadtwerken in Sternberg unter 0171-5727576.

Modern nur mit Englisch?



Eine super Idee vom Heimatverband, seine Mitglieder, ob kleine Städte oder Dörfer, zu unterstützen, wenn sie Feste organisieren und damit das ländliche Leben bereichern. Ein Festzelt plus Ausstattung hat kaum jemand auf Lager, eine Hüpfburg schon gar nicht. Und das Ausleihen kostet eine Menge Geld, für manche Kommune zu viel; in der Haushaltskasse sieht es fast überall klamm aus.

Schade ist nur, dass ein Verband, der Heimat und Tradition pflegen möchte, auf die Plane des Hängers schreibt: Heimat on Tour. Es soll
modern klingen, um auch junge Leute anzusprechen, hieß es auf SVZ-Anfrage. Doch geht das wirklich nur in Englisch, das die deutsche Sprache im täglichen Gebrauch ohnehin völlig überfrachtet hat?

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen