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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. November 2017 | 10:39 Uhr

Dabel : Pott Kaffee und ’nen lütten Schnack

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

23 Jahre lang als Angestellte hier tätig, übernimmt Ines Knak zum 1. April „Dat Lütt Caféhus“. Beliebter Treffpunkt für Dabeler und Gäste.

von
erstellt am 25.Mär.2017 | 12:35 Uhr

„Ich gehöre zum Inventar“, verkündet Ines Knak und lacht. Im Frühjahr 1994 begann die heute 44-Jährige als Angestellte im „Dat Lütt Caféhus“ in Dabel, arbeitete seitdem unter drei Chefs – und wird jetzt selbst einer. Zum 1. April wagt sie den Sprung in die Selbstständigkeit und übernimmt das Caféhus.

Bange ist der „einmal Dablerin, immer Dablerin“ nicht, die im 1500-Einwohner-Dorf aufwuchs. „Ich sehe es ziemlich locker, konnte ja seit 1994 vieles lernen“, sagt Ines Knak, die stets ein Lächeln auf den Lippen hat, um hinzuzufügen: „Ich war bereits vorher für vieles verantwortlich: Bestellung, Arbeits- und Urlaubsplanung…“ Ab sofort ist sie für alles zuständig, auch für ihre drei Angestellten – eine in Vollzeit, die anderen Halbtagskräfte.


Allmorgendliche Männerrunde


Ines Knak muss immer wieder das Gespräch mit der SVZ unterbrechen. Eine jüngere Frau holt sich mal schnell einen Kaffee, eine Rentnerin drei Schrippen für 90 Cent plus eine TV-Zeitschrift. Und jeden Morgen trifft sich im Caféhus, welches sieben Tage die Woche öffnet, eine größere Männerrunde zum Frühstück samt Klönen. „Es waren schon mal bis zu 14 hier“, weiß Ines Knak. Bei manchem soll sich so ein Caféhus-Frühstück in geselliger Runde auf bis zu anderthalb Stunden ausdehnen. Sage noch einer, nur Frauen könnten schwatzen…

Die Männerrunde ist längst zu einem morgendlichen Ritual geworden. Und mehr. Knak: „Wenn ich mal was habe, kann ich sie fragen. Hilfe habe ich immer.“ Man kennt sich eben…

Und so ist die Freude in Dabel groß, dass es mit dem beliebten Treffpunkt weitergeht und auch, dass ausgerechnet sie den Laden übernimmt. Ihre Stammkunden kommen aus der Gemeinde, aus Dabel und Holzendorf, „aber auch aus Sternberg, Hohen Pritz, Borkow und es sind auch viele Urlauber“. Von denen hört sie dann mehr als einmal pro Saison den Spruch: „Na, Sie sind ja auch immer noch da…“ Darauf folgt ihrerseits zumeist der Satz mit „Inventar“ am Schluss.


Wenn’s sein muss: Früh ab um vier im Laden


Für die Dablerin zählt, dass ihre Kunden zufrieden sind. Wenn es sein muss, steht sie darum auch schon mal nachts um vier Uhr im Laden; „wegen einer Bestellung von 50 belegten halben Brötchen“. Normalerweise beginnt ihr Arbeitstag um 4.30 Uhr, damit sie die teils vorgebacken angelieferten Brote und Brötchen fertig backen, den Kuchen in der Ladentheke platzieren und auch den Imbiss vorbereiten kann.

Zur Ladenöffnung um 6.30 Uhr soll alles frisch duften und zudem auch entsprechend chic dargeboten sein.

Dabei bekennt auch die das früh Aufstehen Gewohnte: „Eine halbe Stunde eher kann ganz schön viel sein“, um im gleichen Atemzug hinzuzufügen: „Aber für meine Kunden mache ich das, die sollen nämlich alle wiederkommen! Ich muss jeden Tag hierher, die Kunden können es sich aussuchen.“

Brot und Brötchen lässt sie sich von vier verschiedenen Bäckereien liefern; aus Mecklenburg und gar von einer aus Bayern. Letztere, „um den Leuten auch was anderes anbieten zu können“. Und so gibt es in Dabel original bayerische Brezel sowie u.a. „das Schwäbische Bauernbrot, Pflastersteine, Walnussbrot und Quark-Fünfkorn, Sachen, die es hier oben nicht gibt“.

Einst als Imbiss-Verkäuferin auf dem Campingplatz Kukuk tätig, begannen Knaks Caféhus-Jahre 1994 unter ihrem ersten Chef Ralf Kenzler aus Dobbertin. 2000 folgte Lothar Scholz. „Café Scholz war in Parchim ein Name. Dezember 2012 übernahm schließlich Britta Moor aus Dabel das Caféhus. Und ich bin jetzt die Nr. 4“, zählt die neue Inhaberin auf.

Und das soll so bleiben, wenn es nach der neuen Geschäftsführerin geht. „Ich habe den Laden mit aufgebaut und er fällt mit mir!“, verkündet Ines Knak mit Zuversicht.

 

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