Verfolgungsjagd auf der K 38 : Polizei: „Wir haben einen Tatverdächtigen“

 Grafik: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0
Grafik: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0

Fahrer flüchtet vor Verkehrskontrolle in Neukloster. Polizei verfolgt ihn bis Zusow, wo er den Polizeiwagen rammt.

von
24. Mai 2017, 20:00 Uhr

„So etwas passiert nicht jeden Tag. Es kommt aber schon mal vor, dass sich jemand einer Kontrolle entziehen will“, so Axel Köppen, Sprecher der Polizeiinspektion Wismar, gegenüber SVZ. Manche kämen erst einmal davon, „manchmal werden wir, anders als diesmal, nicht einmal des Fahrzeuges habhaft“, ergänzte Köppen am Mittwochmittag auf Nachfrage, nachdem die Polizei den Vorfall publik gemacht hatte.

Im aktuellen Fall löste eine Verkehrskontrolle am Dienstag kurz vor Mittag in der Hopfenbachstraße von Neukloster eine mehrere Kilometer lange Verfolgungsfahrt zwischen der Polizei und einem VW Polofahrer über die Kreisstraße 38 bis Züsow (Amt Neukloster-Warin) aus. Der Polofahrer setzte schließlich bei Züsow zu Fuß die Flucht durch bewaldetes Gelände in die dortigen Rapsfelder fort und entkam trotz Einsatzes eines Polizeihubschraubers. Das Fluchtfahrzeug wurde sichergestellt.

Am Mittwoch erklärte der Polizeisprecher gegenüber SVZ: „Wir haben einen Tatverdächtigen.“ Ob dies bedeute, dass man ihn im wahrsten Sinne des Wortes habe oder der Tatverdächtige lediglich namentlich den Ermittlungsbehörden bekannt sei, dazu sagte Axel Köppen „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nichts. Dass bei der Fahrerflucht auch noch das Polizeiauto beschädigt wird, passiere laut dem Sprecher „nicht so oft“.

Der Tatverdächtige, laut Polizeiangaben Mitte 30, war am Dienstag mit den Ordnungshütern im Nacken in Züsow in einen Feldweg und wenige hundert Meter später in einen gesperrten Waldweg abgebogen. Da er seine Flucht dort jedoch nicht fortsetzen konnte, wendete er seinen grauen VW Polo älteren Baujahres mit roten Händlerkennzeichen – und fuhr nun auf den Streifenwagen zu. Bei dem Versuch, diesen zu passieren, kam es zu einer leichten Kollision. Der Polofahrer sprang aus dem Wagen und flüchtete zu Fuß weiter. An den Autos entstand ein Gesamtschaden in Höhe von zirka 3500 Euro.

Begonnen hatte alles in Neukloster. Der Tatverdächtige wollte am Dienstag um 11.15 Uhr von der Feldstraße nach rechts in die Hopfenbachstraße einbiegen und hatte schon den Blinker gesetzt. Als er dort allerdings die Beamten des Autobahn- und Polizeiverkehrsreviers Metelsdorf erblickte, änderte er sein Vorhaben und fuhr mit hoher Geschwindigkeit weiter geradeaus in Richtung Züsow.

Die Polizisten nahmen sofort die Verfolgung auf und holten den Polo wenige Minuten später nahe der Ortschaft Neuhof auf halber Strecke bis Züsow ein. Trotz Einsatzes des Anhaltesignals sowie Blaulicht und Martinshorn setzte der Mann seine Fahrt „mit erheblich überhöhter Geschwindigkeit in rücksichtsloser Art und Weise“, so Köppen, auf der Kreisstraße 38 bis Züsow fort. Dabei überholte er einen Pkw im Überholverbot.

In Züsow bog das Fahrzeug dann, wie gesagt, in einen Feld- und in der Folge in einen Waldweg ab, der sich für den Flüchtenden als Sackgasse erwies.

Die Wismarer Polizei leitete gegen den Mann ein Ermittlungsverfahren wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort und Gefährdung des Straßenverkehrs ein.

Zudem werden Zeugen, die Hinweise zum Fahrer geben können oder möglicherweise durch diesen im Zeitraum von 11.15 bis 11.30 Uhr auf der Kreisstraße 38 zwischen Neukloster und Züsow gefährdet wurden, gebeten, sich bei der Polizei in Wismar (Telefon 03841/20 30) zu melden.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen