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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. November 2017 | 02:08 Uhr

Warin : „Politik ist für mich erledigt“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Unsere 20 Fragen zum Wochenende beantwortet heute der SPD-Politiker der ersten Stunde in Warin, Dieter Deutsch.

von
erstellt am 08.Aug.2014 | 17:13 Uhr

Der Wariner Dieter Deutsch ist ein politisches Urgestein. Er zählt neben Jürgen Rath und Dieter Habl zu den SPD-Leuten der ersten Stunde nach der Wende in der Zwei-Seen-Stadt. Deutsch war SPD-Vorsitzender im Altkreis Sternberg und gehörte in der Zeit auch dem SPD-Landesparteirat an. Zudem saß er über vier Legislaturperioden im NWM-Kreistag und war in der Zeit von Landrat Erhard Bräunig Kreistagsvizepräsident. Dieter Deutsch leitete von 1990 bis vor kurzem mit kleinen Unterbrechungen den SPD-Ortsverein in Warin.

„Den Posten habe ich jetzt niedergelegt“, erklärt der 67-Jährige und schiebt nach: „Ich bin der Letzte der ersten Stunde, der noch aktiv ist. Habl und Rath sind vor Jahren bereits aus der SPD ausgetreten. Ich hingegen werde Mitglied bleiben.“ Zahlendes Mitglied, mehr aber nicht mehr.

„Politik ist für mich erledigt“, bekundet Dieter Deutsch verbittert und enttäuscht zugleich. Nach der Kommunalwahl und einer nicht eingehaltenen Absprache (SVZ berichtete ausführlich) legte er Anfang Juli sein Abgeordnetenmandat nieder.

Redakteur Roland Güttler stellte Dieter Deutsch unsere 20 Fragen zum Wochenende.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Um den Glammsee herum gibt es viele schöne Plätze. Meine Lieblingsstelle ist der ehemalige „Alte Pilz“, ein Ausflugspunkt am Ortsausgang in Richtung Blankenberg. Wenn man da oben steht, fühlt man sich wie im Gebirge. Unter einem liegt der Glammsee, rechts hat man einen herrlichen Blick auf Warin und gegenüber sieht man die Siedlung Waldheim. Leider ist beim „Alten Pilz“ jetzt alles zugewachsen.
Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?
Da fällt mir so viel ein, dass der Platz nicht ausreichen würde…
Wo kann man Sie am ehesten treffen?
Zu Hause oder auf Veranstaltungen. Seit drei Jahren bin ich als Alleinunterhalter unterwegs – manchmal mit drei Auftritten am Tag, aber bestimmt fünf die Woche. So war ich zuletzt in Wittstock, Nossentiner Hütte und Travemünde.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit Kartoffeln sammeln.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Ich habe es gespart. In der Schule gab es zu DDR-Zeiten solch ein Büchlein, in das man Marken kleben konnte. Ich glaube, es waren Zehn-Pfennig-Dinge. Wenn es voll war, brachte man es zur Sparkasse.
Was würden Sie gerne können?
Zwei Dinge: Fremdsprachen und Klavier spielen können. Ich spiele Gitarre…
Was stört Sie an anderen?
Wenn sie nicht zu ihrem Wort stehen! Wie jüngst im Zuge der Kommunalwahl hier in Warin gerade wieder geschehen.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Über meinen neunjährigen Enkel, der ist Wiener. Als er jetzt im Urlaub zu Oma und Opa kam, hat er mir das Lied „An ’ne Eck steih’n Jung…“ up platt vorgetragen. Darüber habe ich nicht nur gelacht, sondern mich auch sehr gefreut.
Was Unvernünftiges haben Sie zuletzt getan?
Nach 40 Jahren rauche ich ab und zu wieder.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Mit dem Wort Held weiß ich nichts anzufangen. Ist der ein Held, der einem einen Tumor aus dem Kopf weg operiert? Oder die „Helden von Bern“ 1954, wie man heute so gern sagt, waren das Helden? Es gibt viele kleine Helden…
Welches Buch lesen Sie
gerade?
Seit ich Alleinunterhalter bin, lese ich viele plattdeutsche und ostpreußische Geschichten. Und dann gefällt mir abseits eines Buches ausgesprochen gut die Wochenend-Kolumne von Stefan Koslik in der SVZ. Da bleibt kein Politiker verschont. Auch die Art und Weise, wie das geschrieben ist, finde ich super.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Das NDR-Nordmagazin.
Wo trifft man Sie eher: bei der Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?
Bei beidem. Im Karneval habe ich schon des Öfteren Büttenreden gehalten: in Neukloster, Wismar, Schwerin. Hier in Warin gibt’s leider keinen Karnevalsverein. Allerdings soll es in den 50ern hier ein reges Karnevalsleben gegeben haben.

Und Fußball habe ich in der Jugend selbst einmal in Warin gespielt und bin heute noch ein großer Fan der TSG Warin.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Von der Politik auf gar keinen Fall mehr einen! Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das so ein unehrliches Geschäft ist.
Wenn Sie nicht selbst kochen: Was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche
Gerichte?
Meine Frau Rosita kocht so gut, dass wir kaum irgendwo auswärts essen gehen. Sehe ich irgendwo Scholle auf dem Speiseplan, sage ich zu ihr: „So wie du sie machst, kriegen die sie sowieso nicht hin.“
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
Für mich als Musiker gibt es so viele schöne Lieder.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
Meine Enkelin hat gerade ihre Ausbildung geschafft. Oder wenn der Neunjährige von einer Drei auf ’ne Zwei runterkommt und mir das Zeugnis zeigt, darüber freue ich mich viel mehr als über jedes andere Geschenk.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Gesund bleiben…
Was werden Sie als Rentner noch alles machen?

Ich bin Rentner, aber auf die alten Tage hin werden wir noch mal umziehen – nach Kühlungsborn. Vor paar Jahren haben meine Frau und ich uns nahe der Seebrücke eine Wohnung in einem Geschossblock gekauft. Jetzt ist sie noch vermietet. Der Umzug erfolgt wahrscheinlich 2016. Die jetzigen Kommunalwahlen haben die Geschicke beschleunigt…
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?

Leuten, die ehrenamtlich tätig sind.

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