Sternberg : Plattdeutsch mit alten Spielen

Beim monatlichen Plattdeutsch-Treff im Sternberger Vereinshaus ging es diesmal um alte Spiele. 48 hatten die  Klönsnacker vorher  zusammengetragen.  Im Verlauf des unterhaltsamen Nachmittags kamen noch weitere hinzu. Heidrun Peter (M.), Leiterin  der  Sternberger Klönsnacker, sorgte für die richtige Einstimmung; an ihrer Seite Jürgen Klabunde  und Ursula Kronke. Fotos: rüdiger rump
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Beim monatlichen Plattdeutsch-Treff im Sternberger Vereinshaus ging es diesmal um alte Spiele. 48 hatten die Klönsnacker vorher zusammengetragen. Im Verlauf des unterhaltsamen Nachmittags kamen noch weitere hinzu. Heidrun Peter (M.), Leiterin der Sternberger Klönsnacker, sorgte für die richtige Einstimmung; an ihrer Seite Jürgen Klabunde und Ursula Kronke. Fotos: rüdiger rump

Einen unterhaltsamen Nachmittag gestalteten die Sternberger Klönsnacker. Auf ein Stichwort kamen aus der Runde interessante Erinnerungen.

svz.de von
10. März 2014, 17:04 Uhr

Die Fortsetzung folgt! Bei ihrem monatlichen Thema hatten die Sternberger Klönsnacker wieder einmal den Nerv getroffen, sich diesmal aber zu viel vorgenommen. Es ging um alte Spiele, die meist von der Bildfläche verschwunden und in Vergessenheit geraten, in den Köpfen von Generationen ab 60 aber bewahrt sind. Ein Stichwort reichte und schon fiel beinahe jedem in der Runde etwas ein.

Bei plattdeutschen Dichtern sei kaum was darüber zu finden, bedauert Heidrun Peter, Leiterin der Klönsnacker. So hatte die Gruppe vorher selbst 48 Spiele zusammengetragen, und an dem unterhaltsamen Nachmittag kamen weitere hinzu, so dass es über 50 wurden. „Wir wollen das Plattdeutsche pflegen, aber nicht vorn einfach was erzählen, sondern alle mitnehmen und gemeinsam Spaß haben“, sagt Heidrun Peter. „Für mich ist es immer wieder erstaunlich, was die älteren Leute noch alles wissen und so zum Gelingen der Veranstaltungen beitragen.“ Die Ur-Sternbergerin Hertha Rademann zum Beispiel, die jetzt in Goldberg lebt und mit ihren nun 91 Jahren von Tochter und Schwiegersohn zum plattdeutschen Nachmittag begleitet werde, oder Lieselotte Gerhardt (89).


Selbst Platt sprechen, ist keine Bedingung


Die Gruppe bestehe seit über 20 Jahren und bringe mittlerweile drei Generationen zusammen. Für Gäste der Treffs sei es übrigens keine
Bedingung, Platt sprechen zu können. Hauptsache, sie verstehen es, und dann sei es durchaus erlaubt, sich an der Gesprächsrunde auf Hochdeutsch zu beteiligen, ermuntert Heidrun Peter. Jetzt bei den Spielen habe sie festgestellt, dass diese auf Platt und Hoch mitunter ganz anders bezeichnet werden.

Geschafft haben die Klönsnacker und ihre Gäste gerade mal die Spiele für „binnen und buten“. Unter anderem das Hinkespiel, das es in mehreren Varianten gab, vor allem bei Mädchen und Jungen recht unterschiedlich, Versteckspiel mit Abzählreimen, die von den Jüngeren niemand mehr kennt, oder Tippeltappel mit einem kleinen Stock, der in
eine Rinne gelegt wurde. Zutage kam auch, dass die soziale Herkunft eine Rolle spielte, ob jemand Rollschuhe, Stelzen oder einen Fußball aus Leder besaß. Die Altersfrage genauso: Viele, die heute weit über 60 sind, hatten in ihrer Kindheit zu Hause Aufgaben zu erledigen, bevor sie spielen gehen durften. Manchmal sei das „verbotenerweise nebenbei“ gemacht worden, so Heidrun Peter, „eigentlich sollten die Gänse gehütet werden“. Heute stünden in fast jedem Kinderzimmer Computer und Fernseher. Wo jemand zu Hause war, am Dorfteich oder in einer nicht befestigten Straße, hatte ebenfalls Einfluss auf die Art der Spiele. Diedrich Steinberg wohnte in der Seestraße, als die noch nicht asphaltiert war. „Nach der Schule waren im Nu 14 Jungs zusammen“, erinnerte er sich. Oft hätten die Großeltern mit den Jüngsten gespielt, wenn drei Generationen unter einem Dach wohnten und die Eltern bei der Arbeit eingebunden waren.

Zu den Karten- und Brettspielen kam die Plattdeutsch-Runde gar nicht mehr. Die sollen wahrscheinlich im April das Thema sein. Die Klönsnacker laden außer in der Sommerpause immer am letzten Mittwoch des Monats um 14.30 Uhr ins Vereinshaus ein.

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