Warin : Pläne für Residenz vorgestellt

Zumindest auf den Plänen erstrahlt das alte Krankenhaus wieder wie neu: Architekt und Pflegeheimbetreiber Peter Voß aus Hannover (2. v. r.) beantwortete viele Fragen von Warinern zu dem Projekt Residenz Burg Glammsee.
Zumindest auf den Plänen erstrahlt das alte Krankenhaus wieder wie neu: Architekt und Pflegeheimbetreiber Peter Voß aus Hannover (2. v. r.) beantwortete viele Fragen von Warinern zu dem Projekt Residenz Burg Glammsee.

Investor und Planer für Senioreneinrichtung auf ehemaligem Krankenhausgelände kommen mit Warinern ins Gespräch

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13. Mai 2019, 05:00 Uhr

Vor über zwei Jahrzehnten wurde das Wariner Krankenhaus geschlossen. Alle Pläne für eine Wiederbelebung des Areals waren gescheitert. Am Sonnabend stellten der neue Eigentümer Thomas Weyer, die Planer Ulrich Niemann und Elke Kreyer sowie Pflegeheimbetreiber Peter Voß das Projekt für die Residenz Burg Glammsee bei einer symbolischen Grundsteinlegung vor. Auf dem ehemaligen Krankenhausgelände wollen sie eine Seniorenresidenz mit etwa 130 Plätzen schaffen. Das schließt Betreutes Wohnen, Intensiv- und Tagespflege ein. Zusätzlich soll im ehemaligen Amtsgericht ein Hotel für Angehörige entstehen. Wenn alles gut geht, so die Vorstellungen, könnten zum Jahresende die Bagger rollen

Ulrich Niemann sagte, dass er auch für den Eigentümer der benachbarten Mühle plant. Durch diese Arbeit stießen er und seine Kollegin Elke Kreyer auf die Ruine des Krankenhauses. Die Planer erkannten das Potenzial des Areals und lockten Thomas Weyer nach Warin. Für ihn arbeiteten sie an einem anderen Objekt in Ostseenähe.

Weyer stammt aus Marburg, verdient sein Geld mit einem Ingenieurbüro und einer Stahlbaufirma. Er suchte das Gespräch mit dem Bauamt in Neukloster und mit dem Wariner Bürgermeister Michael Ankermann. Die Chemie stimmte. Der Investor äußerte sich angetan, wie er hier Unterstützung fand. Es entwickelte sich eine starke Dynamik. Erst im Dezember hatten die Interessenten ihre Fühler nach Warin ausgestreckt, inzwischen hat die Stadtvertretung dem Verkauf des Grundstücks an Weyer zugestimmt.

Laut den vorliegenden Plänen soll ein Großteil der alten Bausubstanz des Krankenhauses erhalten und saniert werden. Bei den bisherigen Untersuchungen hat sich aber schon herausgestellt, dass ein Teil abgerissen werden muss. Der Landkreis Nordwestmecklenburg werde darauf achten, dass nichts Illegales passiert, versicherte Vizelandrat Mathias Diederich. Er versprach Unterstützung für das Vorhaben und bot einen Termin in der Kreisverwaltung mit allen Entscheidungsträgern an.

Brigitte Pfützner, langjährige Mitarbeiterin im früheren Krankenhaus, überreichte Investor Weyer ein Bild mit einer Sonnenblume auf dem verwilderten Klinik-Gelände. Das Foto entstand 2005 beim Treffen ehemaliger Mitarbeiter des Hauses. Die sahen darin ein Zeichnen der Hoffnung für das geschlossene Krankenhaus.

Viele Wariner nutzten am Sonnabend die Gelegenheit zu Gesprächen mit Planern und Investoren, so auch Karola Gossel und Jutta Meier, die sich mit Pflegediensten selbstständig gemacht haben. Spontan gab es Kontakte für eine mögliche Zusammenarbeit mit Peter Voß. Der Architekt unterstützt bei der Planung in Warin und ist selbst Betreiber eines Pflegeheims in Hannover. Als Betreibergesellschaft für die Residenz Burg Glammsee steht nach seinen Aussagen die Anuba Holding Mönchengladbach bereit.

Kommetar von Michael Beitien: Jetzt ist es Zeit zum Handeln

Die Hoffnungen sind groß in Warin, dass die Ruinen des ehemaligen Krankenhauses wieder zum Leben erweckt werden. Die Pläne, die Sonnabend der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, klingen verheißungsvoll. Aber es gab auch skeptische Stimmen. Wohl vor allem angesichts des Zeitpunkts einer symbolischen Grundsteinlegung kurz vor den Wahlen, der einigen einfach zu früh ist. Ein Wariner stand am Krankenhaus mit einem Plakat:„Keine Bauvoranfrage, keine Baugenehmigung - Lügen haben kurze Beine.“ Zwei Kandidaten, die gegen Bürgermeister Michael Ankermann antreten,  äußerten in Gesprächen   Skepsis.  Peter Brandenburg hat unter anderem Zweifel an der Finanzierung.  Björn Griese glaubt nicht, dass sich  das Projekt aus baurechtlicher Sicht so schnell umsetzen lässt. Die Planer gehen  nach ihren bisherigen Vorabsprachen mit Behörden davon aus, dass zum Jahresende die Bagger anrollen. Michael Ankermann meinte, dass  sich die Aufregung nach den Wahlen legen würde. Investor Thomas Weyer erklärte im SVZ-Gespräch, er habe  den  Bürgermeister gedrängt, dass vor den Wahlen Tatsachen geschaffen werden, damit er Sicherheit hat. 

Sicher: Auch wenn keine Wahlplakate bei der Grundsteinlegung hingen, war die Aktion  auch ein Stück Wahlkampf - ob nun bewusst oder unbewusst. Aber noch viel wichtiger ist es doch, dass ein solches Projekt nicht  tot geredet wird.

Die derzeitige Wariner Stadtvertretung hat   für die  Investoren dieser Seniorenresidenz gestimmt. Jetzt können  diese  handeln und das  in sie gesetzte Vertrauen beweisen. Dass das ihr Projekt gelingt, das wünschen sich - so erfuhr SVZ - auch viele Skeptiker.

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