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Luckower See: Badegäste entsetzt : Pistolen-Attacke am Strand

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Idyllischer können die Badestellen am Luckower See in Sternberg kaum liegen. Der Schilfgürtel ist nur kurz unterbrochen, um von der Liegewiese ins Wasser zu gelangen. Doch am Montag wurde diese Idylle jäh getrübt.

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erstellt am 23.Jul.2013 | 06:39 Uhr

Sternberg | Idyllischer können die kleinen Badestellen am Luckower See in Sternberg kaum liegen, ob direkt am Maikamp oder weiter ins Grüne hinein auf der Halbinsel. Der Schilfgürtel ist jeweils nur kurz unterbrochen, um von der Liegewiese ins Wasser zu gelangen. Doch am späten Montagnachmittag wurde diese Idylle auf einmal tief getrübt.

Wie die Polizei gestern informierte, spielte ein Junge an einer Badestelle mit seiner Wasserpistole. Dabei traf gegen 17.30 Uhr ein Wasserstrahl einen Mann. Dieser war darüber so erbost, dass er aus seinem Rucksack eine Schreckschusswaffe holte und diese in Richtung des Kindes richtete. Der 24-Jährige soll darüber hinaus noch etwas in Richtung des Kindes geäußert haben.

Wie es im Bericht der Polizei weiter heißt, soll ein 15-jähriger Jugendlicher, der den Mann begleitete, außerdem ein Messer gezogen haben, hatten Familienangehörige des Kindes den Beamten berichtet. Die beiden männlichen Tatverdächtigen entfernten sich anschließend von der Badestelle. Sie wurden durch den Vater des Kindes und weitere Familienangehörige, die das Geschehen beobachtet hatten, in Sternberg angetroffen und zur Rede gestellt. Diese Personen nahmen dem Mann eine Schreckschusswaffe sowie dem Jugendlichen ein Messer ab.

Die Beamten des Sternberger Polizeireviers, die zwischenzeitlich über den polizeilichen Notruf 110 alarmiert worden waren, prüften den Sachverhalt vor Ort. Sie nahmen die Personalien der beteiligten Personen auf. Bei den beiden Tatverdächtigen wurden die Rucksäcke durchsucht, dabei wurden im Rucksack des 15-Jährigen zwei weitere Taschenmesser sowie eine Axt aufgefunden. Diese Gegenstände wurden ebenso wie die mutmaßlichen Tatwaffen durch die Polizeibeamten sichergestellt. Die beiden Tatverdächtigen wollten sich am Montag gegenüber den Polizisten nicht zur Sache äußern. Die Polizei ermittelt nun gegen beide Personen wegen Bedrohung und Verstößen gegen das Waffengesetz.

Als der Vorfall sich gestern in Sternberg herumsprach, machten sich Entsetzen und Unverständnis breit. Sie habe davon in den Nachrichten gehört, erzählte Anja Teuchert, als sie gegen Mittag mit ihren Töchtern Celina (10) und Sarah (5) zum Baden an den Luckower See kam. Ihr erster Gedanke sei gewesen: Das ist erschreckend. Sie hätte nicht in der Situation wie die Eltern des Jungen gewesen sein mögen. Selbst wenn dieser beim Spielen möglicherweise etwas über die Stränge geschlagen habe, rechtfertige das auf keinen Fall, ihn mit einer Waffe zu bedrohen. Der einzige Weg wäre gewesen, so die Sternbergerin, mit dem Jungen zu reden und ihm klar zu machen, "das ist nicht okay".

Eine Urlauberfamilie aus dem thüringischen Schleiz, die erst an diesem Montag angekommen ist und vier Tage auf dem Campingplatz verbringt, konnte das Ganze gar nicht verstehen. "Das sind Kinder, die wollen doch spielen", sagte die Frau entgeistert. "Was ist das nur für eine verrückte Zeit." Sicher lasse es sich nicht jeder gern gefallen, wenn ein fremder Junge ihn aus einer Wasserpistole trifft, ob absichtlich oder aus Versehen. Aber das sei lange kein Grund für eine derartige Reaktion. Und Familienvater Hartmut Jacobi wunderte sich kopfschüttelnd, wie jemand Schreckschusspistole und mehrere Messer an einer Badestelle bei sich hat.

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