Schwerin/Warin : Pioneer-Festival: Die DJs von hier

Der Remix von Songs aus den Charts kam beim Publikum gut an.
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Der Remix von Songs aus den Charts kam beim Publikum gut an.

Bei dem DJ-Event in Schwerin legte am Wochenende zum ersten Mal das Duo Deist & Brandenburg auf

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06. November 2017, 21:00 Uhr

„Es ist immer wieder schön, in der Heimat aufzulegen“, meinte Philipp Deistung am Sonnabend nach dem gut einstündigen Auftritt zusammen mit seinem DJ-Partner Peter Brandenburg beim Pioneer-Festival in der Schweriner Kongresshalle. Das Duo arbeitet zwar schon seit drei Jahren zusammen und Peter Brandenburg aus Warin ist auch schon seit über zehn Jahren als DJ unterwegs, aber bei dem Großevent in Schwerin mit über 40 nationalen und internationalen DJs und Live-Acts waren die beiden Mecklenburger noch nie dabei. Im Lineup neben Künstlern wie dem gerade angesagten DJ und Musikproduzenten „Alle Farben“ zu stehen, machte die beiden dann auch sichtlich stolz. „Wir haben hier im VIP-Area aufgelegt, das ist nur für Clubbesitzer und Künstler, da würden andere noch draufzahlen, um hier auftreten zu können“, erklärte Peter Brandenburg der SVZ. Und das Feedback sei sehr positiv gewesen. „Vor allem freut uns, dass Maik Ross von der Ostseewelle uns angesprochen hat und meinte, dass er super findet, was wir machen, und auch der Clubbetreiber aus Spornitz, da waren wir im Frühjahr.“

Anscheinend läuft es bei dem Duo, das ein Altersunterschied von acht Jahren trennt. „Dadurch ergänzen wir uns“, sind die beiden Musiker überzeugt. „Es gibt bei der Arbeit immer hitzige Diskussionen, aber genau das macht uns auch aus“, meint der 25-jährige Philipp Deistung, der eigentlich aus Wismar stammt, bis vor einem Jahr in Schwerin gelebt hat und nun in Hamburg wohnt. „Unser Ziel ist es, Ältere und Jüngere auf die Tanzfläche zu bekommen“, fügt der 33-jährige Peter Brandenburg an, der Am Glammsee seinen Wohnort hat.

„Wir verwenden für unsere Musik gern Deep House und viele Popelemente, remixen, was gerade so im Radio aktuell ist, nehmen aber auch gern ältere Hits.“ Wie viele ihrer DJ-Kollegen produziert das Duo inzwischen auch selbst Musik, im letzten Jahr waren sie erfolgreich mit einer Coverversion von Cher (SVZ berichtete). „Dafür haben wir zum Beispiel die Vocal-Tonspur mit einem Sänger aus Großbritannien umgebaut und mit einem Computerprogramm neue Instrumente implementiert“, erläutern Deist & Brandenburg.

„Unser absolutes Highlight in diesem Jahr war, dass uns Basti Retzlaff von Antenne MV ins Studio zu einem 45-minütigem Live-DJ-Act eingeladen hat“, erzählt der Wariner. „Das war wirklich super, wir hatten über 200 000 Zuhörer und sehr viele positive Rückmeldungen von Clubbesitzern und Poduktionsleuten“, schwärmt Deistung. Er hat seine DJ-Karriere im Wismarer Mensakeller begonnen.

„Ich war zum ersten Mal in einem Club, als mich meine Schwester ins Parchimer ‘Heizhaus’ mitgenommen hat“, erinnert sich Brandenburg. „Von da an wollte ich DJ werden.“ Die DJ-Kultur habe sich in den letzten Jahren sehr verändert, weil heute jeder DJ sein kann, resümieren Deist & Brandenburg. „Der Reiz heute ist, dass jeder mit einer guten Idee Musik machen kann“, erläutert Philipp Deistung. „Das ist ein breites Hobby geworden, jeder kann sich für 300 Euro das Equipment kaufen“, so Brandenburg. Für diese Beiden ist die Arbeit als DJ ebenfalls ein Hobby, beide arbeiten hauptberuflich im Öffentlichen Dienst. „Ein Hobby, das viel Zeit in Anspruch nimmt“, lacht Deistung. „Aber dadurch ist man auch freier“, findet Brandenburg. Der Wariner möchte allen jungen Menschen, die ebenfalls DJ werden wollen, einen Rat mit auf den Weg geben: „Schule, Ausbildung und ein Beruf sind das Wichtigste. Eine Karriere als DJ, von der man leben kann, ist wie ein Sechser im Lotto mit Zusatzzahl.“ „Aber jeder soll auch seine Träume verfolgen“, wirft sein jugendlicher DJ-Kollege ein. „Man muss auch ein bisschen größenwahnsinnig sein!“

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