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Ausländische Fachkräfte : Pflege-Chinesen sind endlich da

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Vier junge Frauen und ein Mann aus dem Reich der Mitte beginnen ab Montag ihre Arbeit als Pflegeassistenten im „Haus am Bibowsee“.

svz.de von
erstellt am 12.Dez.2015 | 16:00 Uhr

Endlich sind sie da – die fünf (Pflege-)Chinesen aus Shanghai. Ab kommendem Montag werden sie als Pflegeassistent in der Fachpflegeeinrichtung „Haus am Bibowsee“ in Nisbill arbeiten. Hier sind sie auch untergebracht. Li Bingxing, Fu Xiaoting, Wen Zhu, Wang Yanan sowie Zhao Yangyang als einziger Mann haben sich für fünf Jahre zur Arbeit in Deutschland verpflichtet.

Im Auftrag der Nisbiller Einrichtung hatte das Berliner Unternehmen UBG (Unternehmensberatung fürs Gesundheitswesen) in der 14-Millionen-Metropole Shanghai die Fachkräfte ausgesucht und im Anschluss auch für den fünfmonatigen Deutschkurs gesorgt. Und so kommen Li, Fu, Wen, Wang und Zhao mit dem B2-Zertifikat in der Tasche nach Mecklenburg. Im Chinesischen steht übrigens immer zuerst der Nachname – und das in Großschreibung.

Das Quintett sollte eigentlich bereits ab September in Nisbill sein; die Ankunft war denn auch für den 5. September vorgesehen. Doch durch die Flüchtlings-Problematik waren die zuständigen Ausländerbehörden in Deutschland heillos überlastet, so dass sich die entsprechenden Formalitäten für die Nisbiller Arbeitskräfte aus Fernost um ein Vierteljahr verzögerten.

„Hier ist alles bereit und die Chinesen sitzen zu Hause auf gepackten Koffern“, sagte vor Wochen der Geschäftsführende Gesellschafter des „Hauses am Bibowsee“, Ferdinand Hartmann, gegenüber SVZ. Dieser sieht das Ganze als Pilotprojekt an und betont: „Wir brauchen ausländische Arbeitskräfte. Uns hilft keiner bei der Beseitigung des Fachkräftemangels.“

Nun sind sie endlich da. Nach 36-stündigem Flug von Peking über Moskau landeten die Asiaten am 8. Dezember in Berlin-Schönefeld. Die Abholung erfolgte durch die Stellvertreterin Heimleitung, Gabi Waack, sowie Pressesprecherin Katrin Niens und den zukünftigen Geschäftsführer Frank Tschiesche vom Internationalen Bund (IB). Ferdinand und Suse Hartmann übergeben die Fachpflegeeinrichtung zum Jahreswechsel an den IB (SVZ berichtete) und sehen damit ihr Lebenswerk gesichert.

Erste Ansprechpartnerin in Nisbill für die Pfleger aus Shanghai ist die Blankenbergerin Gabi Waack. „Sie sind zwischen 25 und 33 Jahre jung, haben alle ein vierjähriges Fachhochschulstudium mit dem Abschluss Bachelor hinter sich und verfügen zudem über zwei bis drei Jahre Berufserfahrung“, so Waack.

Ab Montag geht es los mit dem Arbeitsalltag. Die vergangenen Tage waren ausgefüllt mit diversen Behördengängen, sowie mit Gesprächen und der Einführung in die Abläufe des „Hauses am Bibowsee“.

Die seit 2004 bestehende Einrichtung beherbergt 132 Bewohner. Hier werden Menschen mit schwerer Demenz, dem Korsakow-Syndrom sowie mit speziellen Krankheitsbildern rund um die Uhr von insgesamt über 100 Mitarbeitern betreut. 


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