Neuhoff : Pferdefilmfestival-Premiere mit Härtetest

Im Programm eine Reihe schöner Filme mit Pferden – von Dokumentationen bis zu Spielfilmen.
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Im Programm eine Reihe schöner Filme mit Pferden – von Dokumentationen bis zu Spielfilmen.

Dreitägige Equinale in Neuhof trotzt Unwettern – aber nur wenige Besucher und Aussteller. Pferdefilme in sieben Kategorien ausgezeichnet.

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26. Juni 2016, 20:45 Uhr

Das Pferdefilmfestival „Equinale“ von Freitag bis Sonntag in Neuhof fiel zum Glück nicht komplett ins Wasser, litt aber arg unter Regengüssen und Sturm. Viele Besucher blieben aus, Aussteller packten vorzeitig ein oder reisten gar nicht erst an, das anspruchsvolle Programm musste zusammengedrängt werden. „Wir haben immer wieder Anrufe bekommen, ob das Festival bei dem Wetter überhaupt stattfindet“, sagte dessen Gründerin Nile Pils am Sonnabendnachmittag, als die Sonne sich noch gelegentlich blicken ließ. Doch nach 16 Uhr war es damit vorbei; wer die Filme auf der LED-Leinwand im Freien sehen wollte, suchte unter dem Zeltdach Schutz.

Zudem lief das Programm im Gewölbe von Schloss Neuhoff, dem die jetzigen Eigentümer, Familie Pils aus Oberösterreich, seinen einstigen Namen zurückgaben, damit es nicht mit Schloss Neuhof nahe dem Schaalsee verwechselt wird. Was in der Alten Schmiede, Gemeinschaftshaus der Gemeinde Bibow in Neuhof, vorgesehen war, wurde ebenfalls in das Gewölbe des Gutshauses verlegt.

Erstes Unheil gab es bereits Freitagfrüh. Er habe auf die Uhr gesehen, so Herbert Pils. „Um 3.52 Uhr ging es bei uns richtig los mit dem Gewitter, 4.07 Uhr war der Spuk schon vorbei. Aber alles, was wir am Tag vorher aufgebaut hatten, war weg.“ Die Eröffnung am Abend durch Landrätin Kerstin Weiss und Bürgermeister Detleff Lukat ging noch wie
geplant über die Bühne, bevor schon improvisiert werden musste, weil die LED-Leinwand „mit Stunden Verspätung“ eingetroffen war. Der
Eröffnungsfilm lief daher im Gewölbe. Das Gewitter mit Starkregen zwang dann aber gegen 21 Uhr zum Abbruch. Am Sonnabend sicherte Martin Rabold vom gleichnami-gen Veranstaltungsservice in Schwerin vor den erneut heran ziehenden Gewittern die Leinwand zusätzlich mit Gurten.

Brian Palasis und Antje Peters aus Boltenhagen hatten es im Rover 14, Baujahr 1935, 60 PS bei 1,6 Litern Hubraum, als einzige gewagt, mit einem Oldtimer zu kommen. Sie nahmen vor drei Jahren im Morris 8 von 1937 an der total verregneten Brüeler Schnauferlrallye teil, fuhren nun aber lieber vor dem Gewitter heim. Mit dem größeren, stärkeren Rover will sich Palasis seinen „großen Traum“, erfüllen, im englischen Wohnwagen in Urlaub zu fahren. „Die sind innen getäfelt wie ein Salon, die Fenster wie Bleiglas.“

In erster Linie „wegen des Kindes“ kam Gritt Göldenitz aus Warin zum Festival. Tochter Rike freute sich schon auf den Film „Lauf, Zari, Lauf“. Zudem sei es „ganz schön, sich auch mal ein Schloss anzusehen“. Das freilich ist noch Baustelle. Familie Pils, die dort seit Dezember 2014 wohnt, hat es im Oktober 2012 gekauft, gesichert und begonnen, in kleinen Schritten das marode Gebäude zu sanieren. Er kenne noch die gesamte Anlage mit Ställen, erzählte Heinz Gluth aus Tarzow, Jahrgang 1952. Er sei in Jesendorf konfirmiert worden, weil sein Heimatdorf seinerzeit zu der Kirchgemeinde gehört habe, obwohl Bezirks- und Kreisgrenze dazwischen lagen. „Ich habe immer gehofft, dass sich hier ein Investor findet. Nun freue ich mich, dass Leben eingezogen ist. Für das Festival hätte ich allen wirklich besseres Wetter gewünscht.“

Gerd Grzesczak, einst selbst Stuntman, hat nun eine Firma in Berlin, deren Stuntmen waghalsige Szenen ohne oder mit Pferden übernehmen, Letzteres in den beliebten „Ostwind“-Filmen. Auf dem Festival seine Zuhörer fesselnd, hofft er, dass die Equinale weitergeht. Für Nile und Herbert Pils steht das fest, zumal die Sanierung des Herrenhauses dann wieder ein Stück weiter ist.

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