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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

15. Dezember 2017 | 03:47 Uhr

Häven : Pferde-Fotomotive am Wegesrand

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Ausstellung von Detlef Witt und Carolin Maaß nicht nur zu edlen Viebeinern auf Gut Häven unterm Motto „Pferde, Akte & Verwandlungen“.

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erstellt am 20.Mai.2016 | 12:55 Uhr

„Pferde sind von Natur aus neugierig“, weiß Detlef Witt und macht sich dies zunutze. Eigentlich Kunsthistoriker und Kirchenfotograf („Gesichter des Barock“), ist die Pferdefotografie das große Hobby des Greifswalders. Die Motive findet der 1962 Geborene an Wegesrändern; wenn er auf der Fahrt von seiner Heimatstadt zum Schweriner Landeshauptarchiv an einer Koppel mit edlen Vierbeinern vorbeikommt. Dann hält Witt an, legt sich, wenn’s sein muss, ins Gras vor dem Zaun – und wird mit den schönsten Motiven belohnt. Einige davon sind seit wenigen Tagen und noch bis Ende Juni im alten Pferdestall von Gut Häven zu sehen.


Fotografische Staatsexamensarbeit


Hier stellt er zusammen mit Carolin Maaß aus – die am Caspar-David-Friedrich-Institut der Uni Greifswald ihre Staatsexamensarbeit in Form u.a. einer Fotoserie zum Thema Pferd, Pony ausführte. Unter dem Motto „My place to be“ samt der „blauen Stunde“ als Hintergrund. Betreuer der Arbeit ist Detlef Witt. Die spezielle Uni-Einrichtung bietet in Deutschland die einzigartige Möglichkeit, an einem Institut Bildende Kunst und Kunstgeschichte zu studieren.

Die „Blaue-Stunde“-Motive hängen bis 30. Juni an den Wänden des alten Pferdestalls neben den Schnappschüssen ihres Mentors. Seine Motive fand bzw. findet Witt, so verraten es die Daten auf den Ausstellungsbildern, sehr oft in Bad Kleinen, Wamckow und Turloff. Letzterer Ort mit seinen lediglich drei Häusern ist übrigens die Geburtsstätte des zweifachen Military-Olympiasiegers von 1936, Ludwig Stubbendorff (SVZ berichtete).


Was macht ein Reiter im Doberaner Münster?


Auch beruflich kommt Detlef Witt nicht am Thema Pferd vorbei. „Aktuell arbeite ich an einer Publikation zum Reiterdenkmal von Samuel Behr im Doberaner Münster.“ Wobei zugleich die Frage beantwortet wird: Was macht eigentlich ein Reiter im Münster?

Behr lebte von 1575 bis 1621 und war zuerst Hofmeister (Erzieher) und später der geheime Rat und Kanzler von Adolf Friedrich I. von Mecklenburg-Schwerin. Behrs Grabmal in Form eines Reitermonuments „ist einmalig in Deutschland“, so Witt.

Für seine Recherchen muss der Greifswalder häufig ins Landeshauptarchiv. Und auf seinen Fahrten nach Schwerin übernachtet Witt seit zehn Jahren im Hävener Heuhotel von Birthe Helbing, die so lange auch auf Gut Häven den Friesenhof hat. Für Witt ist „das Heuhotel das beste weit und breit“.

Friesenhof und Pferdefotograf – was lag da näher als diese jetzige Ausstellung. „Es ist die erste längere“, so Helbing. Die Schau ist beileibe nicht nur was für Pferdeliebhaber. Der Titel „Pferde, Akte & Verwandlungen“ verrät schon – hier gibt es noch manch anderes zu sehen. „Einfach alles ganz toll“, sagt Ute Köster aus Langen Jarchow, deren Tochter Maya auf dem Friesenhof ein Einstellpferd, ihren Haflinger „Anton“, stehen hat und fleißig reitet. Das macht die Zehnjährige schon, seit sie drei ist.


Ausstellung „Pferde, Akte & Verwandlungen“ im alten Pferdestall auf Gut Häven – bis 30. Juni, täglich von 10 bis 18 Uhr (außer montags).

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