Tierquälerei bei Neukloster : Pferd nach Messerangriff eingeschläfert

 Grafik: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0
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Fall von Tierverstümmelung auf einer Koppel in Lüdersdorf bei Neukloster: Pferd musste erlöst werden.

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08. August 2016, 21:00 Uhr

War es ein gezielter Angriff? Ein am vergangenen Freitag aufgefundenes verletztes Pferd in Lüdersdorf bei Neukloster musste aufgrund der laut Polizei „mutwillig herbeigeführten Wunden“ eingeschläfert werden. Das Pferd wies Schnittverletzungen an der vorderen Fessel auf.

Der Eigentümer bemerkte am 5. August das verletzte Tier auf der Weide an der Dorfstraße, der einzigen Straße im zur Gemeinde Lübberstorf gehörenden 60-Einwohner-Ort Lüdersdorf, und brachte es zum Tierarzt. Dieser schloss eine Heilungschance aus. Im Anschluss zeigte der Pferdebesitzer die Sache bei der Polizei in Wismar an.

Eine vorsätzliche Herbeiführung der Wunde sei aufgrund des Verletzungsbildes wahrscheinlich, so Wismars Polizeisprecherin Nancy Schönenberg dazu am Montag. Auf SVZ-Nachfrage erklärte sie, dass es sich in der jüngeren Vergangenheit um einen Einzelfall handelt.

Auch im Nachbarkreis Ludwigslust-Parchim ist Klaus Wiechmann, dem Sprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust, in der jüngeren Zeit kein Fall von Pferdequälerei bekannt.

Fälle dieser Art lägen zumeist Jahre zurück. Im Gedächtnis geblieben sind die Schlagzeilen einer ganzen Serie von Tierquälerei, die sich in den 90ern im südlichen Bereich des heutigen Kreises Ludwigslust-Parchim, im Raum Parchim sowie im Schweriner Umland ereignete. Den Fall von Raben Steinfeld, der wegen seiner Grausamkeit republikweit für Aufsehen sorgte, übernahm damals laut Wiechmann „gar das Landeskriminalamt, da man Ähnlichkeiten zu einem Fall in Niedersachsen sah“.

Im November 1999 waren in Raben Steinfeld sieben Stuten sowie ein Wallach des örtlichen Reitvereins „Hubertus“ von Tierquälern mit einem scharfen Gegenstand an der Halsschlagader regelrecht abgestochen worden. Die Vierbeiner verbluteten qualvoll. Ein neuntes Pferd mit einer Fleischwunde konnte vom Tierarzt gerettet werden.

Nach der Jahrtausendwende gab es Einzelfälle von Tierquälerei bei Pferden. Die jüngsten bekannten Vorkommnisse ereigneten sich 2014. Im Nordwestkreis wurden in Dreveskirchen, Gemeinde Blowatz, im September ’14 zwei Pferde auf einer Koppel mit einem Luftdruckgewehr beschossen. Ein Tierarzt entdeckte in einer Wunde noch einen Diabolo.

Die andere Tat spielte sich im Januar 2014 an der Landesgrenze zu Brandenburg in Stresendorf ab. Hier war ein Shetland-Pony auf der Koppel gequält worden. Es wies zwei runde Einstiche am rechten hinteren Schenkel auf – möglicherweise von einer Mistgabel.

Zum jüngsten Fall in Lüdersdorf hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise. Diese nimmt die Wismarer Polizei (03841/2030) oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.  

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