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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

11. Dezember 2017 | 18:15 Uhr

Pfadfinder starten Jahr mit witziger Tradition

vom

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erstellt am 17.Jan.2012 | 10:20 Uhr

Dabel | Mache aus der Not eine Tugend - so könnte das "Burning of the Greens" auch verpackt werden. Etwa 25 Gäste nahmen im Pfarrgarten von Pastor Hansherbert Lange mit Tannenbaum-Weitwurf und Adventskranz-Kullern Abschied vom ehemals festlich geschmückten Nadelgehölz. Die Tradition der Pfadfinder wurde vor 19 Jahren von der Partnergemeinde in den USA abgeschaut. Der Spaß mit dem ausgemusterten Grün, welches aus dem ganzen Dorf herbei geschafft wird, markiert das Ende der Weihnachtszeit und den Beginn des neuen Jahres. Den Auftakt des Dabeler Pfadfinderjahres 2012 am vergangenen Freitagabend genossen die Anwesenden anschließend beim prasselnden Feuer der alten Tannenbäume und einer Bratwurst vom Grill.

Seit 1993 gibt es die Pfadfinder in Dabel. Aufmerksam wurde Pastor Hansherbert Lange auf diese Jugendorganisation nach der Wende durch den Verband christlicher Pfadfinder. Was ihn damals und bis heute begeistert: Die Pfadfinder, das ist nicht nur Zelten und Action, sondern dahinter steht ein pädagogisches Prinzip. Die Jüngeren lernen von den Älteren. Jugendliche sind für Schulkinder verantwortlich. Im Zentrum der Bewegung stehen der Naturschutz und das gemeinsame Erleben der Umwelt. Dabei gilt "Learning by doing" in der Gruppe und keine Schulmeisterei von oben herab.

Bei Wanderungen wird die heimische Umgebung erkundet. Die Möllerbek wird abgewandert und die Quelle gesucht. Oder es geht auf einen Hajk, so heißen diese Wanderungen, zu großen Findlingen in der Umgebung, zu denen es fast immer Sagen gibt. Im Sommer stehen Ausflüge mit dem Schlauchboot auf den umliegenden Gewässern auf dem Programm. Weitere Höhepunkte sind die gemeinsamen Lager, die immer ein Thema haben. Schon beim Auf- und Abbau sind alle Hände und das Wissen der Pfadfinder gefragt, bei Workshops, zu den Themen kommen Spaß und Spiel nicht zu kurz. Die handwerklichen Fähigkeiten, die echte Naturburschen und -mädels so brauchen, werden in Technikkursen wie Schnitzen und Töpfern vermittelt.

Bereits dreimal haben die Dabeler Pfadfinder an Jamborees - Weltlager - teilgenommen. Diese finden alle vier Jahre auf einem anderen Kontinent statt. In die Niederlande, nach England und Schweden war der Weg für die Mecklenburger nicht zu weit. Pastor Hansherbert Lange schwärmt von dem großartigen Gemeinschaftsgefühl und der besonderen Atmosphäre, wenn sich die Pfadfinder aus aller Welt treffen. Das Jamboree in den USA ist dabei wohl das Größte und Aufregendste. Denn hier hat die Pfadfinderbewegung einen ganz anderen Stellenwert in der Jugenderziehung. Hansherbert Lange kann nur spekulieren, ob die Teilnehmerzahl begrenzt werden muss. Natürlich wäre es ein Wunsch, dort als Gast dabei zu sein - "denn eigentlich", so schmunzelt er - "sind die Pfadfinder ja etwas für junge Menschen". Wer also bei den Dabeler "Wölflingen" (1. bis 5. Klasse) und "Pfadis" (6. bis 9. Klasse) dabei sein möchte, ist herzlich willkommen.

Die Unternehmungen der Pfadfinder werden in den "Beiträgen zur Geschichte der Pfadfinderbewegung in Mecklenburg-Vorpommern" und in der Vereinszeitschrift dokumentiert. Die 60. Ausgabe wird der kommenden Landesversammlung in Lübz feierlich übergeben werden. Alle vorausgegangenen Ausgaben befinden sich bereits im Pfadfinderarchiv. Dabel war eine der ersten Gemeinden, die in Mecklenburg einen Stamm der Pfadfinder gründeten. Hansherbert Lange kann sich gut vorstellen, dass es in Zukunft ein Museum über die Pfadfinder in unserem Bundesland geben könnte.

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