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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

11. Dezember 2017 | 18:18 Uhr

Warin : Petri Heil nicht nur beim Angeln

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der Wariner Sportangelverein ist stolz auf rege Beteiligung bei Veranstaltungen und Arbeitseinsätzen. 2014 soll die Jugendgruppe größer werden.

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erstellt am 06.Jan.2014 | 18:01 Uhr

Für passionierte Angler gibt es keine Winterpause. Damit sie gleich am Jahresanfang loslegen können, kassieren die Vereine rechtzeitig die Beiträge und geben die neuen Berechtigungen aus, so am letzten Wochenende des alten Jahres beim Wariner Sportangelverein „Petri Heil“. Denn bevor ein Mitglied auf Fischfang gehen darf, müssen die Finanzen erledigt sein. Da wäre erst einmal die Fischereiabgabe, die das Land erhebt und zum neuen Jahr von sechs auf zehn Euro erhöht hat. Dafür gibt es eine Marke in den Fischereischein, der sich auf diese Weise um ein Jahr verlängert. Diese wäre genauso in den Ämtern zu bekommen, doch der Sportangelverein erspart wie andere auch seinen Mitgliedern diesen Weg.

Der Jahresbeitrag für die Mitgliedschaft splittet sich in 14 Euro, die an
den Landesanglerverband (LAV) gehen, und zehn Euro, die beim Verein bleiben. Hinzu kommen 45 Euro für die Jahresangelberechtigung in den LAV-Gewässern, die sich übers gesamte Land verteilen. Wer an oder auf einem See angeln möchte, der beispielsweise von einem
Fischer bewirtschaftet wird, braucht dessen Berechtigung. Um eine Ostseekarte muss sich bei Bedarf jedes Mitglied des Wariner Vereins selbst kümmern. Diese kostet seit diesem Jahr 30 statt
20 Euro. Der satte Aufschlag durch das Land hat die Angler auf die Palme gebracht. „Vor allem, weil nicht gesagt wird, was mit dem Geld passiert. Es gibt keinerlei Transparenz“, ärgert sich Ralf Gründler, Schriftführer im Vorstand von Petri Heil. Die Betroffenen argwöhnen, dass die Einnahmen im Haushalt von Land oder Ministerium versickern.

Bei der ersten Kassierung des Wariner Vereins steht auch bereits der Terminplan bis in den Dezember des neuen Jahres, den jedes Mitglied erhält. Er ist wie der zuvor gut gefüllt und der Vorstand „sehr zufrieden“ über die rege Beteiligung sowohl bei Veranstaltungen, ob
gemeinsames Angeln, Grillen oder Knobeln, als auch bei Arbeitseinsätzen, sagt Vorsitzender Wolfgang Büttner mit Stolz. „Das ist ein Zeichen, dass das Vereinsleben funktioniert und sie gern kommen.“ Genug zu tun gäbe es immer wieder. Der Verein betreut den Steeder See, beseitigt dort regelmäßig Unrat, den andere Zeitgenossen achtlos am Ufer hinterlassen, und setzt Fischnachwuchs ein, den der LAV zur Verfügung stellt. Dafür gibt es eigens Behälter, lediglich für die jungen Karpfen sind sie zu klein. Diese bringt der LAV bis an den See. Beim Besatz, der nach Stückzahl oder Gewicht beantragt wird, ist von A wie Aal bis Z wie Zander alles dabei, abgesehen natürlich von Weißfisch, den es reichlich gibt. Gewässerwart Wilhelm Kubat macht die Bestellungen danach, welche Fischarten hineinpassen. Barschnachwuchs, den die Wariner gern noch nehmen würden, sei indes schwer zu bekommen, bedauert Büttner.

Pro Jahr gelten fünf Pflichtstunden, ausgenommen davon sind die Mitglieder im Rentenalter. „Danach brauchte gut die Hälfte im Verein keine Arbeitsstunden zu leisten. Doch die meisten beteiligen sich trotzdem“, freut sich Gründler. Und manche, die nicht mehr Hand anlegen könnten, schauten „einfach mal zum Klönen“ vorbei. Der Schriftführer hat im Vorjahr 543 Arbeitsstunden erfasst, nicht gerechnet die Vorstandsarbeit, die „bei dem ganzen Papierkram“ mehr Zeit beanspruche als die meisten denken. Das sei ein enormer Anstieg „von sonst im Durchschnitt 250 bis 300 Stunden“ und eine beachtliche Anzahl. Der kleine Verein zähle gerade einmal 74 Mitglieder. Das sei eine etwa konstante Größe. Es komme höchstens mal vor, dass jemand alters- oder krankheitsbedingt ausscheidet bzw. durch Todesfall. Wer etwa durch Arbeitslosigkeit finanzielle Probleme bekommt, kann seine Mitgliedschaft ruhen lassen.

Zum größten Teil gehören Wariner dem Verein an, aber es sind auch Angler bis ins Ruhrgebiet dabei, die hier ein Ferienhaus besitzen oder weggezogen sind, die Verbindung zu ihrer Heimat aber nicht haben abreißen lassen. Das am weitesten entfernte Mitglied lebt in den USA, ein Elfjähriger, der über familiäre Wege zum Verein gelangte und einmal im Jahr zu Besuch kommt.

In erster Linie möchten Angler natürlich große Fische fangen. Hannes Brümmer, der gerade fürs neue Jahr bezahlt hat, konnte einen genau ein Meter langen Hecht aus dem Großen Wariner See ziehen. Sonst stellt er eher Karpfen erfolgreich nach. Zu weiteren Prachtexemplaren 2013 im Wariner Verein zählten ein 85 Zentimeter langer Zander sowie ein Schuppen- und ein Spiegelkarpfen von 13 bzw. zehn Kilogramm.

Dankbar ist der Verein über die Unterstützung der Stadt „nach ihren Möglichkeiten“, wie es der Vorsitzende formuliert. Dadurch verfügen die Angler über ein Vereinsgelände, das sie mit großem Einsatz in Schuss brachten – und halten. „Der Bauhof stellt auch mal Technik zur Verfügung. Klar, die Arbeit erledigen wir selbst“, sagt Büttner. Nicht wegzudenken sei auch das materielle wie finanzielle Engagement der Wariner Firma Horst Jeske als Hauptsponsor. Selbst Kleinigkeiten summierten sich, ob ein Teil vom Zaun auszubessern sei oder eine Dose Farbe gebraucht werde.

In diesem Jahr will Petri Heil die Jugendarbeit mehr ankurbeln, gemeinsam mit dem Brüeler Verein „Roter See“, der dabei schon ein Stück weiter sei. Bislang zähle die Jugendgruppe lediglich acht Mitglieder. Künftig sollen zusammen oder wechselseitig „Angelevents“ mit Kindern stattfinden, „um sie ins Boot zu kriegen“, sagt Ralf Gründler. Interesse gäbe es bei einigen, ist er überzeugt. So gibt es am 31. Mai ein Kinder- und Jugendangeln in Witzin, am 14. Juni am Roten See und am 5. Juli ein Forellenangeln der Jugendgruppen.

Für den gesamten Verein geht es los am kommenden Sonnabend,

11. Januar, um 14 Uhr mit der Jahreshauptversammlung und der anschließenden zweiten Kassierung im Bootshaus. Anangeln wird am 26. April am Tönnisbach sein.

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