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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. Oktober 2017 | 21:04 Uhr

Warin : Perlpilze lugen schon hervor

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Von seiner Erkundungstour kehrte Pilzsachverständiger Werner Voß aus Warin mit nur kleiner Ausbeute zurück

von
erstellt am 02.Jul.2016 | 12:00 Uhr

„Wer Pilze sammeln möchte, hat die Möglichkeit, dieses vom 1. Januar bis zum 31. Dezember zu tun. Zu jeder Jahreszeit wachsen Pilze, auch essbare“, weiß der Wariner Pilzberater Werner Voß. Im Frühjahr und im Spätherbst bzw. im Winter müsse etwas gesucht werden, da gebe es nur einige wenige Speisepilzarten. „Generell müssen aber gleichbleibende Temperaturen und auch Feuchtigkeit über einen längeren Zeitraum bestimmend sein, wenn die Pirsch erfolgreich sein soll. Das Frühjahr war einfach zu kalt, so dass die von einigen geschätzte Speisemorchel und andere Morcheln im April/Mai ausblieben. Auch die giftige Frühjahrslorchel, Doppelgänger zu der Speisemorchel, zeigte sich nicht“, sagt er.

Dank angenehm warmer Temperaturen und einiger Regenfälle in den letzten 14 Tagen haben sich die ersten Pilze gezeigt. Noch etwas schwer im Laub zu entdecken waren auf seiner Erkundungstour Stein-pilze, genauer gesagt Sommer-Steinpilze. Ihnen wäre die trockene Zeit richtig auf den „Kopf“ geschrieben: teilweise grobe Furchen in dem ansonsten leicht rissigen filzig-schorfigen Hut. Auch das Stielfleisch habe sich bei einem Exemplar etwas aufgespalten. Werner Voß: „Man musste den Pilz von allen Seiten betrachten: ja, es handelt sich um Steinpilze. Die typische helle Netzzeichnung am Stiel und die weißlichen Röhren verrieten den begehrten Speisepilz. Sommer-Steinpilze wachsen im Laub- und Mischwald unter Eichen“.

Perlpilze, die er im vergangenen Jahr kaum gefunden habe, hätten ebenfalls schon aus dem Waldboden gelukt. „Perlpilze sind gute Speisepilze, sollten aber nur von denjenigen gesammelt werden, die gute Artenkenntnis besitzen und die Unterscheidungsmerkmale zum tödlich giftigen Pantherpilz genau kennen.“ Der Pilzberater erklärt: „Der Perlpilz rötet immer: am Hut, am Stiel, an der Knolle (Wulst), an Fraßstellen. Sein Hut besitzt weiße Hüllreste, die aber abgewaschen sein können. Er besitzt eine Knolle - gehört deshalb zu den Knollenblätterpilzen -, die allmählich in den Stiel übergeht. Der Pilz besitzt keine Tasche und keine deutliche Abgrenzung zum Stiel! Am oberen Teil des Stiels ist eine schön ausgeprägte weiße geriefte Manschette sichtbar“.
Leider sei er Perlpilz sehr oft von Maden befallen, die ihn teilweise oder ganz un-brauchbar machten.

„In meinen Korb wanderten dann noch Frauen-Täublinge und Papagei-Täublinge, die im Mischwald unter Eichen oder Rotbuchen wachsen und ebenfalls zu den schmackhaften Speisepilzen zählen. Der Frauentäubling ist recht ,bunt’ in seiner Hutfarbe: violett, purpurviolett, grau- bis rosalila, auch grünlich oder mit genannten Farben schön durchmischt. Die weißen Lamellen sind gut biegsam, d. h., beim Darüberstreichen mit dem Finger nicht splitternd. Die elastischen Lamellen besitzt nur er unter den Täublingen. Der Papagei-Täubling sieht dem Frauen-Täubling ähnlich, hat einen blau-grauen auch violett-grünen Hut, ist aber kleiner. Seine Blätter sind brüchig. Alle weiteren essbaren, ungenießbaren und giftigen Täublingsarten besitzen ebenfalls spröde Blätter und werden deshalb als Sprödblättler bezeichnet. Ein gutes Erkennungsmerkmal.“

Juni und Juli gelten als Pfifferlingsmonate. Im Wald konnte der Wariner Pilzexperte nur ein paar kleine Exemplare entdecken und wartet nun die nächsten Wochen ab.

Auf seiner Tour fand Werner Voß aber noch ein großes Exemplar eines Flockenstieligen Hexenröhrlings, leider sehr stark angefressen. „Ansonsten sind die stämmigen und auf Druck blauenden ,Flockis’ sehr begehrt und durchaus dem Steinpilz ebenbürtig. Die Sommermonate sind die beste Jahreszeit für diese ,Hexenpilze’.“


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