Witzin : Per Bild und Wort auf Weltreise

Im Witziner Jugendkeller erfuhren die Witziner viel von den Gästen. Fotos: Traudel Leske
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Im Witziner Jugendkeller erfuhren die Witziner viel von den Gästen. Fotos: Traudel Leske

Jugendgruppe vom Berufs-Orientierungsjahr aus Korntal bei Stuttgart zu Gast in Witzin

svz.de von
09. März 2016, 05:00 Uhr

Die Kirchengemeinden Witzin und Tarnow hatten  einen ganz besonderen Besuch. Auf Einladung von Pastor Siegfried Rau weilte eine elfköpfige Jugendgruppe im Alter zwischen  18 und 23 Jahren  in der Region um Boitin, Tarnow, Witzin und Umgebung. Die Jugendlichen  gehören einem Berufs-Orientierungsjahr an, das seit 13 Jahren besteht und seinen Sitz in Korntal bei Stuttgart hat.  „Es sind Schulabgänger, die sich beruflich  noch nicht orientiert haben“, so der Leiter des Orientierungsjahres Andy Messner, der gemeinsam mit seiner Frau Margrit  und weiteren zwei Mitstreitern ein vierköpfiges Team bildet. „Wir versuchen, in zehn Monaten den Jugendlichen eine ganzheitliche Orientierung zu geben. Dazu werden verschiedene Berufspraktika durchlaufen. Jeweils drei Wochen wird in einzelne Berufe reingeschnuppert“, so der Leiter. Und er erzählt auch, dass dazu ebenso eine geistliche Orientierung, also eine Bibelschule, gehöre. Dabei gehe es zum Beispiel  auch um die Frage,was Gott für ihr Leben möchte. Oder welche Rolle Gott überhaupt spiele. „Wichtig ist für uns der soziale Einstieg in die verschiedenen Projekte.“ Und das geschehe für je ein bis zwei Wochen im In- und Ausland. Hier werde zum Beispiel in Zusammenarbeit mit  Kirche und Gemeinden Unterstützung im Kinder-und Jugendbereich gegeben. „Jährlich sind es 22 Teilnehmer, die in zwei Teams eingeteilt sind. Zurzeit befindet sich das zweite Team in Schwedt an der Oder.“

Andy Messner betont die Besonderheit des Orientierungsjahres: Der größte Teil der Teilnehmer sind Jugendliche mit deutschen Pässen. Denn deren Eltern waren oder sind als Missionare bzw. Entwicklungshelfer im Ausland tätig. So außer in Deutschland auch in Brasilien, Thailand, Sambia, Südafrika, Malawi, England. Deren Kinder müssen aber zurück nach Deutschland und sich integrieren.

Sprechen bis zu sieben FremdsprachenBei solch einem „internationalen“ Leben ist es nicht verwunderlich, dass die Jugendlichen zwischen drei und sieben Fremdsprachen perfekt beherrschen. Eigentlich ein Plus für die spätere Berufswahl. „Alle sprechen Deutsch, Englisch und verschiedene Stammessprachen“, so  Messner.

Da ist zum Beispiel Joy aus Malawi, 17 Jahre jung. „Ich habe fast mein ganzes bisheriges Leben in Simbabwe verbracht, bin dort geboren“, erzählt sie. „Wie es mit mir weitergeht, weiß ich noch nicht. Entweder ziehe ich wieder zu meinen Eltern oder nehme mir eine Wohnung. Oder aber ich beteilige mich an einer Wohngemeinschaft. Mein Berufswunsch wäre in der Pferdewirtschaft angesiedelt oder in einer Not-Ambulanz. Mal sehen.“ Und sie ist begeistert von Mecklenburg „mit seinen freundlichen Menschen und von  dem vielen Wasser“. Trotzdem vermisse sie Malawi mit seinem warmen Klima schon jetzt. Übrigens: Joy spricht sechs Sprachen: Englisch, Deutsch, Französisch, Chichewa, Chiao und Pigin.

Die 19-jährige Rahel aus Rumänien ist in Deutschland geboren und in Rostock aufgewachsen. Ihre Eltern wohnen noch in Rumänien. „Ich finde das Orientierungsjahr sehr gut“, erzählte sie, „ein guter Einstieg für Deutschland.“ Rahel möchte gerne Physiotherapeutin werden. „Ich habe Verwandte in Dresden: Meine Schwester studiert dort schon. Und meine Eltern kommen aus Dresden.“ Und sie erwähnt, dass der Vater, ein Österreicher,  in Rumänien aufgewachsen sei, die Mutter in Ungarn. Rahel spricht neben Deutsch auch  Englisch, Rumänisch, Französisch und lernt zurzeit Koreanisch.

„Wir haben die Jugendlichen eingeladen, damit sie in unserem Kinder- und Jugendkeller aus ihrem Leben im Ausland berichten. Mit ihnen wollen wir sozusagen eine Weltreise in Wort und Bild unternehmen. Im Anschluss  stand noch  ein Jugendabend in der Witziner Kirche an. Die Jugendlichen  wollen und sollen Mecklenburg kennenlernen. Deshalb stehen auch einige Hausbesuche auf dem Programm“, so Pastor Siegfried Rau.

Auch ein Gottesdienst gemeinsam mit der Tarnower Kirchengemeinde für die ganze Familie im  dortigen Pfarrhaus  sei geplant.   Und  gemeinsam ging es auch auf den Familien-Kreuzweg von Borkow nach Dabel.

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