Sternberger Seenland : Passende Blühflächen für Bienen

Diese Honigbiene sucht sich Nahrung auf einem Blaustern.
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Diese Honigbiene sucht sich Nahrung auf einem Blaustern.

Der Landschaftspflegeverband organisierte ein Treffen von Landwirten und Imkern in Brüel. Im vergangenen Winter gab es einen dramatischen Verlust von Völkern.

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11. April 2017, 05:00 Uhr

Wenn in knapp drei Wochen das 15. Landesrapsblütenfest in Sternberg gefeiert wird, gehören leuchtend gelbe Felder in der Umgebung dazu. Das ist eine paradiesische Zeit für Bienen. Die finden auch noch reichlich Nahrung, wenn im Anschluss die Sommerlinde blüht. Danach ist es aber vorbei, beklagen Imker immer wieder. Die Winterbienen in den Völkern fliegen vergeblich, um sich ein dringend nötiges Fettpolster anzulegen. Der Hungersnot in den Beuten sollen Blühflächen auf Äckern entgegen wirken.

Doch es besteht Gesprächsbedarf, was den Zeitpunkt und die Saatmischung betrifft. Aus dem Grund brachte der Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet (LSE) mit Sitz in Kobrow II Imker und Landwirte in Brüel an einen Tisch. Die Anregung sei von beiden Seiten gekommen, merkte LSE-Geschäftsführer Hans Diederichs an und meinte nach einem Blick in die Runde mit Imkern aus Brüel, Dabel, Sternberg, Warin und Witzin, dass „das Interesse größer als gedacht“ sei.


Laut Umfrage überlebten nur 138 von 326 Völkern


Eine Umfrage des Imkervereins Sternberg und Umgebung zu den Verlusten an Völkern im vergangenen Winter sei zu einem dramatischen Ergebnis gekommen. 26 Bienenhalter hätten sich beteiligt, sagt Vereinsvorsitzender Willfried Klammer aus Brüel. Danach seien im Vorjahr 326 Völker bewirtschaftet worden, aber nur 138 davon aus dem Winter gekommen. „Dieser Verlust ist zu viel, eine Katastrophe“, sagt Klammer. So gehe es aber nicht nur den Imkern in der Region. Laut Prognosen des Deutschen Imkerbundes liege die Verlustquote bundesweit um die 50 Prozent. Ein Ergebnis sei bis Ende April zu erwarten.

Das magere Nahrungsangebot nach Raps und Linde gelte neben dem Wetter, das sicher entscheidend sei, als eine wesentliche Ursache für Bienensterben. Hinzu kämen Überzüchtung als „eigenes Problem der Imker“, Versäumnisse einzelner bei der Milbenbekämpfung oder neuerdings ein Virus, durch den Bienen etwa ohne Flügel geboren werden.


Für Aussaat seit 2017 einheitliche Frist


Zurück zu den Blühflächen: Zu früh gedrillt, falle die Tracht zu der Zeit an, in der es reichlich davon gebe, späte Blühpflanzen wie Senf und Rotklee seien eine „biologische Bienenvernichtung“, wie es der Vereinschef aus Brüel drastisch formuliert. Denn Winterbienen, die schon ein Energiepolster hätten, würden das teils wieder aufbrauchen, weil sie sich von den Düften verführen ließen und zurück in den Sommermodus wechselten.

Wenigstens sei nun eine bürokratische Hürde abgebaut, um den Imkern entgegen kommen zu können und nicht zu früh zu drillen, weiß Wolf-Dietmar Vetter, Vorstandsvorsitzender der Wariner Pflanzenbau eG. Die fünf Hektar Blühflächen pro Betrieb, für die es Förderung gibt, müssen bis zum 31. Mai bestellt sein, für alles, was freiwillig darüber hinaus geht, galt jedoch Ende März und fiel dann mit der Rapsblüte zusammen. Doch seit 2017 bleibt auch dafür bis Ende Mai Zeit.

Holger Kersten, Landwirt und Imker aus Dabel, verweist auf eine neu entwickelte Blühmischung, nachdem vor zwei Jahren die Situation unbefriedigend gewesen sei.

Wolfgang Maatz, Vorsitzender des Imkervereins Wariner Land, findet es gut, „dass wir uns hier treffen, miteinander reden und nicht gegeneinander kämpfen“. Er macht auch keinen Bogen um das viel diskutierte Thema der Pflanzenschutzmittel. Um zu widerlegen, dass die Imker „verseuchten Honig auf den Markt bringen“, habe er den 2016 für eine Menge Geld untersuchen lassen. Das Ergebnis: keinerlei Beanstandungen.

Willfried Klammer kündigt an, die Imker wollten nun eine Karte mit ihren Standorten zusammenstellen. Es sei für die Landwirte gut zu wissen, wo die Bienen fliegen, geht Wolf-Dietmar Vetter darauf ein. So funktioniere das Zusammenwirken zwischen Landwirten und Imkern.

Volker Brandt, Leiter des Naturparks Sternberger Seenland, geht es auch um Wildbienen, die „sogar eine größere Bedeutung für die Bestäubung“ hätten als Honigbienen. Wer mal beobachte, „was auf einer Blühfläche kreucht und fleucht“, stelle schnell fest, dass die Honigbiene tatsächlich eine kleine Minderheit sei, bestätigt der Wariner Pflanzenbauchef.

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