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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

17. Oktober 2017 | 13:48 Uhr

Wahl 2017 : Parteien meiden die „Vereinsmasten“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Sonderbares an der B 192 in Borkow: Seit 31. Juli hängen hier nur Aktionsplakate des Vereins „Rothener Hof“.

von
erstellt am 28.Aug.2017 | 11:41 Uhr

Nach 28 Tage bis zur Bundestagswahl. Entsprechend steigt die Plakateflut, ob groß oder klein, an den Straßen und Straßenlampen. Fast kein Mast ohne das Buhlen um die Wählergunst. In Borkow, entlang der B 192, ist allerdings Merkwürdiges zu sehen. Am Ortseingang, aus Sternberg kommend, hängt ein Linken-Plakat; Ortsausgangs hinter der Mildenitz-Brücke dann die Botschaften von CDU und AFD. Doch dazwischen hat sich nur ein „Unser Junge in Berlin“ verirrt. Damit wirbt SPD-Mann Frank Junge um ein Bundestags-Direktmandat im Wahlkreis 13.

Ansonsten hängen an den Mästen im Ort nur jene Botschaften, die der Verein Rothener Hof am 31. Juli anbrachte. „Die Parteien werben mit einer Idee, mit der sie denken, unsere Stimme zu kriegen. Wir hingegen wollen mit unserer Aktion sagen: Das sind unserer Themen. Politiker, kümmert euch darum! Ums Klima, um Dörfer, Seen und Radwege“, verdeutlichte Vereinsmitglied Andrea Klein aus Woserin gegenüber SVZ die Bürgerplakate-Idee in Borkow und Rothen. Mit Botschaften wie: „Die kleinen Dörfer dürfen nicht sterben“; „Freiheit aushalten“ , „Demokratie ist anstrengend“, „Losungen sind keine Lösungen“ und „Wälder sind Natur für alle. Keine Kapitalanlage!“

„Bisher hat sich nur ein Direktkandidat bei uns gemeldet, der von den Linken“, so der 2. Vorsitzende des Vereins, Achim Behrens, am Sonnabend gegenüber SVZ. „Auf die Plakataktion des Rothener Hof e.V. sind wir durch die SVZ-Berichterstattung aufmerksam geworden. Wenn Wählerinnen und Wähler so ein deutliches Gesprächsangebot machen, greifen wir dies gerne auf“, sagte die Landtagsabgeordnete, Jacqueline Bernhardt beim Vor-Ort-Besuch zusammen mit Linken-Direktkandidat Horst Krumpen.

Thomas Hansen aus Zülow, 3. Vorsitzender im Verein, stellte die Plakatierung vor Wahlen insgesamt infrage, die Vermittlung komplexer Inhalte bzw. eines Diskussionsangebots könne so nicht funktionieren. Jacqueline Bernhardt räumte ein: „Der Sinn der Materialschlachten an den Laternenmasten wird auch in unserer Partei immer wieder hinterfragt, aber der komplette Verzicht auf Plakate funktioniert auch nicht. Dann werden wir ganz schnell gefragt, ob wir überhaupt antreten, weil wir ja gar nicht zusehen sind.“ Man versuche einen guten Mix aus Personen- und Themenplakaten zu finden, ohne das Auge im Straßenraum zu erschlagen.

 

Kommentar "Auffällig"

Die Macher der Plakataktion vom Verein Rothener Hof waren so gespannt, wie ihre Wahl-Botschaften wohl aussehen würden, wenn an den Straßenlampen in Borkow und Rothen auch die Wahlplakate der Parteien hängen würden. Und jetzt das: Außer einmal SPD herrscht an der B 192 in Borkow absolute Ebbe an den „Vereinsmasten“.

Wer hätte das gedacht: Die Politik kneift mit ihren Wahl-Botschaften! Die Inhaltsleere so mancher plakatierter Parteien-Aussage könnte – all zu dicht bei den Bürgerforderungen – ja ins Auge stechen…

 

 

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