Friedrichswalde : Parken im Wald? – Nicht so!

Florian Rackwitz (l.), Leiter der Forstverwaltung Friedrichswalde, und Forstamtsleiter Mathias Regenstein an einem zugeparkten Waldweg. Hier ist deutlich zu sehen, wie oft sich Waldfahrzeuge links daneben vorbeidrängeln müssen.
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Florian Rackwitz (l.), Leiter der Forstverwaltung Friedrichswalde, und Forstamtsleiter Mathias Regenstein an einem zugeparkten Waldweg. Hier ist deutlich zu sehen, wie oft sich Waldfahrzeuge links daneben vorbeidrängeln müssen.

Im Bereich der Forstverwaltung Friedrichswalde gibt es Probleme mit zugestellten Forstwegen durch Pilzsammler und Hirschbrunft-Touristen.

svz.de von
20. September 2017, 08:00 Uhr

„Sie dürfen sich gern im Wald bewegen, aber denken Sie an die Leute, die im Wald arbeiten und auch an das Wild in seinen Ruhezonen!“ – Mathias Regenstein, Forstamtsleiter der Landesforst MV im Forstamt Schlemmin und Florian Rackwitz, Leiter der Forstverwaltung Friedrichswalde, haben einen Ortstermin im Privatforst von Wedekind zwischen Klein Görnow und Weiße Krug anberaumt.

Der Grund? Es ist Pilzzeit und es ist Hirschbrunftzeit und die Pilzsammler, Hirschbrunft-Touristen, aber auch die Spaziergänger parken die Forstwege zu. Deshalb die Grundaussage des Forstamtsleiters: „Sie dürfen sich gern im Wald bewegen, aber denken Sie an Förster und Waldarbeiter, die die Wege befahren müssen, die Sie zuparken. Und denken Sie dabei auch an sich selbst!“

Also: Abgesehen davon, dass vor den Waldwegen parkende Autos die Waldarbeit behindern, kann Waldarbeit auch gefährlich sein. Ein Unfall ist schnell passiert. Auch Pilzsammler sind nicht gefeit von Unfällen. Eine kleine Unachtsamkeit, ein Sturz, ein Beinbruch und dann? Oder ein plötzlicher Herzinfarkt. Die Rettung ist gefragt, doch da stehen genau vor den Zuwegen Pilzsammler- oder Spaziergängerautos. Was nun? Schnelligkeit kann Leben retten. Ist der Zufahrtsweg versperrt, muss vielleicht erst der Förster gerufen werden, der andere Wege zum Unfallort kennt. Doch das kostet Zeit, manchmal wertvolle Zeit.

Ein anderes Beispiel bringt Florian Rackwitz zur Sprache: „Wir transportieren das ganze Jahr über Holz aus dem Wald. Dafür sind wir mit 40-Tonnern, oftmals mit Hänger, unterwegs. Dieser kann weder wenden, noch über Umwege zu seinem Einsatzort fahren, wenn ihm der direkte Zuweg versperrt ist. Auch kann er auf den schmalen Wegen nicht abbiegen, wenn ein Pkw direkt am Kreuzungsrand steht. Auch hier ist Zeit Geld. Deshalb ist unser letztes Mittel die Abschleppung der Pkws. Überhaupt jedoch kann die Forstamtsverwaltung ein Bußgeld in Höhe von mindestens 15 Euro erheben, bei „Wiederholungstätern“ kann es auch mehr werden.“

Mathias Regenstein zitiert dazu den §2 (2) der Waldbrandschutzverordnung: „Waldwege einschließlich der Zufahrtswege zum Wald sind ganzjährig für Lösch- und Rettungsfahrzeuge freizuhalten. Abgestellte Fahrzeuge, die auf Wegen Lösch- und Rettungsfahrzeuge behindern, können kostenpflichtig abgeschleppt werden…“

Soweit wollen die beiden Forstleute es natürlich nicht kommen lassen. Deshalb richten sie ihre ganz große Bitte nun an alle, die den Wald betreten möchten: „Bitte parken Sie auf den zugewiesenen Parkplätzen! Es gibt zwischen Klein Görnow und Weiße Krug insgesamt fünf Parkplätze. Nutzen Sie diese.“

Zwei Anliegen an die Waldbesucher haben die beiden Forstmänner noch: Erstens bitten sie darum, dass nicht in den Dickichten, die vom Wild als Rückzugsorte genutzt werden, herumgekrochen wird. „Noch schlimmer sind die Kandidaten, die nachts mit Stirnlampe auf Pilzsuche gehen. Was soll das? Wenn das jeder machen würde? Wir sind doch kein Freizeit-Vergnügungspark! Denken Sie also bitte auch an die Ruhezeiten im Wald“, so Mathias Regenstein.

Müllaufkommen in der Pilzsaison extrem hoch

Und die zweite Bitte ist: Nehmen Sie alles wieder mit, was Sie mitgebracht haben! Während der Pilzsaison ist das Müllaufkommen im Wald extrem hoch, weiß Florian Rackwitz aus Erfahrung. Aber auch das Jahr über muss gesammelt werden, weil rücksichtslose Autofahrer ihren Müll aus dem Fenster werfen. Ganz extrem wird am Herrentag der Wald mit einem Mülleimer verwechselt. Im gesamten Forstamt kommen im Jahr im Durchschnitt 16 Container Müll zusammen, ergänzt der Forstamtsleiter.

Ein letzter Hinweis an Pilzsammler: Organisierte Pilzsammelaktionen für Gruppen benötigen eine Genehmigung von der Forst. Diese für den Privatwald Friedrichswalde angesprochenen Probleme und Bitten treffen übrigens auf alle MV-Wälder zu, betont noch einmal der Forstamtsleiter aus Schlemmin.

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