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Wariner Kleingartenanlage : Pächter und Stadt suchen Lösung

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Untere Wasserbehörde des Nordwestkreises fordert für 19 Grundstücke kurzfristige Neuregelung der Schmutzwasserentsorgung

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erstellt am 21.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Die Wariner Kleingartenanlage „Am Pilz“ existiert seit DDR-Zeiten. Auf zirka 25 000 Quadratmetern befinden sich hier auf städtischen Grund und Boden insgesamt 19 bebaute Grundstücke; ausgewiesen als Sport-, Freizeit- und Erholungsfläche sowie Garten. Mit der Anpassung der Pachtverträge im Jahr 2011 wurde dieses auf die Erholungsnutzung begrenzt.

Die Abwasserentsorgung ist hier freilich noch aus DDR-Zeiten. „Ich habe auf dem Pachtgelände ein Dreikammersystem“, erzählt Frank-Peter Meyer gestern Vormittag gegenüber SVZ. Das soll sich aber nicht nur bei ihm, der die größere „Datsche“ und das Drumherum erst vor einem Jahr vom Vornutzer erwarb, ändern. Die Pächter wurden von der Unteren Wasserbehörde des Nordwestkreises aufgefordert, kurzfristig die Schmutzwasserentsorgung neu zu regeln; entweder an die zentrale Entwässerung oder gegebenenfalls auch an eine Kleinkläranlage. Stichtag ist dafür (eigentlich) der 31. Juli. Praktisch also nicht realisierbar.

Um zu einer befriedigenden Lösung für alle Seiten zu kommen, fasste die Stadtvertretung am Donnerstagabend bei drei Enthaltungen einen Grundsatzbeschluss zur Klärung der Grundstücksangelegenheiten. „Damit die Sache in Gang kommt“, betonte Hans-Peter Gossel, Fraktionsvorsitzender von „Für Warin“.


Bereits seit 16 Jahren „Freizeit-Wariner“


Der wichtigste Punkt dabei ist: Grund und Boden soll vorrangig an die Pächter zu einem noch zu ermittelnden Verkehrswert übertragen werden. Gemeinschaftlich sollen diese auch den Schotter-Zufahrtsweg mitkaufen, die Stadt Warin behält sich aber ein Durchfahrtsrecht vor. Für Frank-Peter Meyer steht fest: „Ich will das Pachtgelände kaufen.“ Er verfolgte ebenso die Sitzung wie diverse weitere Betroffene – darunter Meyers Nachbarn Jetsko Huiting und Bata van Dam.

Die Niederländer sind seit nunmehr 16 Jahren „Freizeit-Wariner“ und haben bereits „die ganze Ostseeküste von Travemünde bis Stralsund erradelt“, wie sie gestern beim SVZ-Besuch in der Freizeitanlage erzählten. In Sternberg mit seiner „wirklich schönen Kirche sowie im Kobrower Kutschenmuseum waren wir auch schon“, sagt Jetsko Huitung. „3000 bis 4000 Kilometer kamen so schon zusammen“, ergänzt Bata van Dam, wohnhaft in Vlagtwedde, „vier Kilometer von der deutschen Grenze entfernt“. Sprach’s und los ging’s mal wieder, die Räder ins Auto verfrachtet, zur nächsten Tour von Stove nach Kägsdorf. „26 Kilometer hin und wieder zurück und zwischendurch eventuell ein Bad in der Ostsee“, so van Dam.

Die Niederländer aus der Provinz Groningen kennen Warin bereits seit 1983 durch Kontakte „unserer Reformierten Kirche mit der hiesigen Evangelischen. Peter Gossel war damals schon mit dabei“, erzählt Huiting. Eigentlich trug sich das Paar mit den Gedanken, ihr Pachtgelände abzugeben. „Die Welt ist größer als Warin. Für uns schon“, betont van Dam. „Im Vorjahr waren wir sieben Wochen in Kanada und den USA. Jetzt im August fahren wir mit der Bahn von Moskau bis Peking“, sagt sie und fügt mit Blick auf die Abwasserproblematik „Am Pilz“ hinzu: „Und nun dies.“ Laut Stadt ist der Anschluss an die zentrale Abwasserentsorgung „nur über eine Druckwasserleitung mit Anschluss an die Brüeler Straße auf städtischem Grundstück möglich“. Die Verlegung wollen die Pächter gemeinsam vornehmen. 

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