zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. Oktober 2017 | 23:12 Uhr

Kobrow/Brüel : Osterfeuer bei nasskaltem Wetter

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der Landschaftspflegeverband trifft sich mit Anwohnern in Kobrow II. Nach dem Umzug durch die Stadt ist die Brüeler Festwiese dicht bevölkert.

von
erstellt am 15.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Genau eine Stunde vorher ging ein Regenschauer herunter. Doch Hans-Joachim Hogrefe vom Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet (LSE), der am Gründonnerstag zum Osterfeuer auf der Streuobstwiese nahe seinem Sitz in Kobrow II einlud, hatte rechtzeitig angefangen und Glut zusammen. „Wenn die erstmal da ist, geht es. Ich hatte aber mächtig zu tun“, so Hogrefe. Geholfen habe ihm ein richtig trockener Tannenbaum, den jemand dazu gelegt haben müsse. Vorher sei Holz vom Ausschneiden der Obstbäume und was dort sonst noch zu finden gewesen sei, zusammengetragen worden.

Die rund 5000 Quadratmeter große Fläche, die zuvor aus Gärten bestand, nach Abriss des Wohnblocks gleich dahinter aber immer mehr sich selbst überlassen blieb und verwilderte, gestaltet der LSE als Beispiel für sein Streuobst-Projekt im Amtsbereich Sternberger Seenlandschaft (wir berichteten). Daher sind Anja Hansen, die das Projekt maßgeblich betreut, und Amelie Vießmann, die sich mit um die Bienenstraße kümmert, auch beim Osterfeuer organisatorisch dabei. Letztere ist für ein Jahr in Kobrow. Sie hat an der Fachhochschule Neubrandenburg den Bachelor-Abschluss in Naturschutz und Landnutzungsplanung erworben und schließt ab diesem Herbst eine Master-Ausbildung an.

Nun bei dem geselligen Treff wolle der Landschaftspflegeverband zeigen, dass „hier wieder was passiert, die Fläche in Ordnung gebracht wird und Struktur hinein kommt“, sagt Geschäftsführer Hans Diederichs.

Friedrich-Karl, mehr „Friedel genannt“, und Ehefrau Ursula Toparkus haben das, wie sie sagen, schon mit Freude gesehen. Sie wohnen gleich um die Ecke und treffen hier auch ihre Nachbarin Anni Rückstadt, die „17 Jahre beim Konsum“ in Kobrow I und II gearbeitet hat, danach beim Getränkehandel. Einwohner hätten von den vor sich hin wachsenden Bäumen Äpfel und Birnen zum Saftmachen gepflückt, doch jetzt sei alles ansehnlicher. Und gut, dass die Obstbäume mal ausgeschnitten worden seien, meint Anni Rückstadt.

„Friedel“ Toparkus, jahrelang Direktor des volkseigenen Gutes und inzwischen 84, verfolgt noch immer mit Interesse die Entwicklung der Landwirtschaft. Heute müsse man die „aus völlig anderem Blickwinkel“ betrachten. Das damalige VEG habe für Saat- und Pflanzgut Quedlinburg produziert. Davon sei hier nichts geblieben. Und: „Die Landwirte haben es heute sehr schwer bei den niedrigen Preisen für Milch oder Schweinefleisch.“ Inzwischen ist die Bratwurst auf dem Grill fertig.


Besucher und Anlieger vom Qualm verschont


In Brüel ist nach dem Umzug mit Fackeln und Laternen von der Stadthalle zur Festwiese auf der Siedlung richtig was los. Der Haufen zum Verbrennen überragt alles weit. Die freiwillige Feuerwehr habe vorgesorgt, dass durch den zuweilen stark aufkommenden Wind nichts passieren kann, sagt Karsten Löwe, der Kontaktbeamte vom Sternberger Polizeirevier. Auch hier ist es schwieriger als sonst, das Feuer in Gang zu bekommen. Doch dann lodern die Flammen und wärmen. Der bei dem feucht gewordenen Brennmaterial unvermeidbare Qualm zieht zum Glück in Richtung Bundesstraße, so dass die zahlreichen Besucher wie die Bewohner der benachbarten Grundstücke weitgehend verschont bleiben. Und Michael Schwertner sorgt als DJ für flotte Musik.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen