Dabel : Orangerie soll Saison verlängern

Das Kur- & Landhotel „Borstel-Treff“ in Dabel trägt seit knapp zwei Jahren vier Sterne. Jetzt freuen sich seine Besitzer, Dr. Elke und Dr. Rainer Brandt, die als Allgemeinmedizinerin bzw. Zahnarzt eine Gemeinschaftspraxis betreiben, auf die Erweiterung.
Das Kur- & Landhotel „Borstel-Treff“ in Dabel trägt seit knapp zwei Jahren vier Sterne. Jetzt freuen sich seine Besitzer, Dr. Elke und Dr. Rainer Brandt, die als Allgemeinmedizinerin bzw. Zahnarzt eine Gemeinschaftspraxis betreiben, auf die Erweiterung.

Das Hotel „Borstel-Treff“ Dabel investiert in ein neues Gebäude für Kuranwendungen, Seminare, Feierlichkeiten und weitere Zusatzangebote. Das Vorhaben wird vom Wirtschaftsministerium gefördert.

von
30. März 2016, 05:00 Uhr

Am Hotel „Borstel-Treff“ wird erneut gebaut: Auf dem ca. 20 000 Quadratmeter großen Naturgrundstück mit Schwimmteich, Liegewiesen, Tennisplatz und Streichelgehege entsteht ein weiteres Gebäude, das Kuranwendungen, Seminaren, Feierlichkeiten und anderen Zusatzangeboten Platz bieten soll. Dahinter hatten Dr. Elke und Dr. Rainer Brandt, die als Allgemeinmedizinerin bzw. Zahnarzt
eine Gemeinschaftspraxis in Dabel betreiben, im Herbst 2013 die Senioren-Residenz „Rosenhof“ mit 30 Wohneinheiten und einem großzügigem Versorgungstrakt fertig gestellt.


Fördermittel vom Wirtschaftsministerium


Die Wände stehen bereits, für die Zwischendecke wird
allerdings „sicheres frostfreies Wetter“ gebraucht, so Rainer Brandt. In dem Neubau sind unter anderem ein 200 Quadratmeter großer Mehrzweckraum, zwei Turmzimmer mit jeweils 60 Quadratmetern,
Küche, Lager und Toiletten vorgesehen. Die Investition von 602 000 Euro unterstützt das Schweriner Wirtschaftsministerium mit 152 000 Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“.

Das wachsende Gesundheitsbewusstsein führe dazu, dass immer mehr Gäste ihren Urlaub nutzen, um gleichzeitig aktiv etwas für ihr Wohlbefinden zu tun, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe. Gesundheit liege im Trend, ein präventiver Urlaub sei zeitgemäß und löse mehr und mehr auch den klassischen Kuraufenthalt ab. „Zahlreiche Hotel- und Wellnessanlagen, Krankenhäuser und Rehakliniken sowie die über 60 prädikatisierten Kur- und Erholungsorte liefern ein vielfältiges Angebot für Gäste“, so Glawe weiter. Die Gesundheitswirtschaft insgesamt sei ein wichtiger Beschäftigungsmotor in MV. Mit 136 600 Erwerbstätigen stelle sie rund jeden fünften Arbeitsplatz im Land. Hinzu kämen 102 700 Beschäftigte, die mit ihr in Verbindung stünden. Und die Branche habe weiteres Potenzial, sagte der Minister.


Bereits Kursangebote über Krankenkassen


Das 1997 eröffnete Hotel ist bereits für die Region neue Wege gegangen. So gibt es von Krankenkassen unterstützte Kompaktangebote in Primärprophylaxe, bei denen zehn Kurse etwa in Aqua-Fitness oder Entspannungstherapie in einer Woche abgearbeitet werden. Oder es kommen aus Betrieben gruppenweise Mitarbeiter zum Stressabbau. Die Umgebung trage dazu bei, Ruhe zu finden, die günstige Lage zwischen Schwerin, Wismar oder Güstrow ermögliche aber auch gemeinsame Aktivitäten als Team bildende Maßnahmen, so Rainer Brandt. Gerade Leuten „ab 40, die beruflich im Stress sind“, tue das gut. Viele seien „Wiederholungstäter“ und inzwischen zu Stammgästen geworden. „Manche kennen das Haus schon besser als ich“, sagt Birgit Nünke lachend. Sie kam 2015 aus Sachsen und fand hier vor kurzem einen neuen Arbeitsplatz.

So ein kleines Haus mit 40 Zimmern habe Vorteile, meint Elke Brandt. „Die Gäste werden mit dem Namen angesprochen, alles ist sehr persönlich, mit ehrlicher Freude. Das ist natürlich nur mit Menschen machbar, mit Mitarbeitern, die das umsetzen. Zu oft geht es in dieser Welt normgerecht zu, gerät die persönliche Schiene ins Hintertreffen“, so ihre Erfahrung.

Mit den Kursangeboten sei es gelungen, die Mitarbeiter übers Jahr zu beschäftigen. Doch das Gastgewerbe stehe überall vor der Herausforderung, die Saison zu verlängern. Von Herbst bis Frühjahr sei
eine lange Zeit, sagt Rainer Brandt. Mit der jetzigen Erweiterung soll die Auslastung des Hotels weiter steigen und das Angebot abgerundet werden. Die Nachfrage, hier Familienjubiläen zu feiern, oder nach einem schönen Ambiente für Hochzeiten wachse ständig. Letztere hätten sie, so die Eheleute Brandt, auf den Namen für das neue Gebäude gebracht: Orangerie. Genauso könnten hier Firmenveranstaltungen oder kleine Kongresse in anderer Atmosphäre stattfinden. Dafür stünden Seminarräume zur Verfügung sowie einer mit bis zu 100 Plätzen. Dieser könnte auch Domizil für die Dabeler Karnevalisten werden.

Eine Vernetzung mit den anderen vielfältigen touristischen Angeboten soll Gäste auf die gesamte Region neugierig machen und sie anregen, gern wiederzukommen, so das erklärte Ziel.

Eigentlich hätte der Neubau im Vorjahr „durchgezogen“ sein sollen, wie es Rainer Brandt ausdrückt. Die Fülle an Genehmigungen für das Vorhaben habe den Baubeginn jedoch verzögert. Die Gesetzeslage sei „eben so“, das Bauamt beim Landkreis Ludwigslust-Parchim zum Glück aber stets „sehr kooperativ“ gewesen und habe gerade die aufwändigen Prüfverfahren für Statik und Brandschutz zügig bearbeitet. Zum Herbst rechnen Brandts mit der Fertigstellung. Schon zu dieser Saison wurden weitere drei Mitarbeiter eingestellt, und am 1. August soll eine Auszubildende als Restaurantfachfrau beginnen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen