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Mittelalterlager Groß Raden : Ontja hatte wieder mal eingeladen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vier Tage lang präsentierte sich das Archäologische Freilichtmuseum Groß Raden als Mittelalterlager mit viel Historie.

Es waren die slawische Gewandschneiderin Ontja und ihr Mann Gandalf Gerhardsson, ein reicher Gewürzhändler aus dem Umfeld von Haithabu, die zu Christi Himmelfahrt und das darauffolgende Wochenende wieder zu einem mittelalterlichen Lager ins Archäologische Freilichtmuseum nach Groß Raden eingeladen und selbiges auch organisiert hatten. Gemeinsam mit dem Museum. Und an die 70 „Wikinger“ waren mit ihren Familien der Einladung gefolgt, um ein historisches Schauspiel zu zelebrieren.

Darunter Knopf- und Nadelhersteller aus dem Dithmarschen, die Schamanen Jens und Sohn, ein Sklavenhändler mit seiner Sklavin Hulda, die dann meistbietend verkauft wurde. Aber auch Flaschensammler Ran der Faule aus dem Dithmarschen, ein Burgenbauer, Möbelhändler, ein Stammesführer von einem Sklavenstamm aus dem östlichen Mecklenburg, Naskur Hardardson, seines Zeichens Brettchen- und Bordürenweber „Von der Leine“ (aus Hildesheim), Fisch- und Käse-Räucherer Gustl Thorkel aus Hamburg, die Schmuckhersteller Kroka und Radigost aus Rostock waren angereist. Und natürlich gaben sich auch Fürst Pribislav aus Ravensburg vom Slawenstamm der Redara und dessen Gattin die Ehre. So war an allen vier Tagen das Areal des Freilichtmuseums fest in Wikingerhand.

Für die vielen Besucher aus nah und fern war es eine Art Geschichtsunterricht, was sie da erlebten. Denn es waren viele Handwerke zu sehen, die im Mittelalter gepflegt wurden. Zum Beispiel die Herstellung von Gewändern mit Modenschau, das Punzieren (Stanzen) von Leder, Schmiedearbeiten und Schmuckherstellung usw. Neu war diesmal die Räucherei von Fisch und Käse mittels einer Holzkiste, die mit feinem Buchenholz und Schwarz-Erle befeuert wurde. Wikinger Gustl Thorkel erzählte, dass er gerade kleinere Karpfen im Rauch habe. „Aber ich habe auch Gouda-Käse mit Bärlauch geräuchert. Der schmeckte sehr lecker.“ Kein Wunder, dass es schon bald ausverkauft war.

Manuela Huth, die im Museum aushalf, erzählte: „Es gibt verschiedene Lager im Lager; so die Stämme Walhalla und Schildwall.“ Von Museumspädagogin Heike Pilz war zu erfahren, dass Slawen und Wikinger zur selben Zeit lebten. „Während die Wikinger mehr an den Küsten der Ostsee lebten und sehr angriffslustig waren, fand man die Handwerker und Bauern mehr im Innenland.“ Jeder habe seine eigene Kulturlandschaft gehabt, was Glauben, Götter und anderes betraf.

Wolfgang Breuer war mit seiner Familie aus Hildesheim angereist. Sie fänden es einfach toll hier, erzählten sie begeistert. Man sehe sehr viel, es gebe Mitmachangebote und anderes. Sie bereuten die weite Anreise nicht und kämen gerne wieder.

Zu Pfingsten präsentiert sich ein kriegerisches Lager mit zwei Wallhalla-Gruppen und einer Gruppe von Schildwall-Anhängern. Da werden Kampftechniken und verschiedene Waffen gezeigt.

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