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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

15. Dezember 2017 | 22:48 Uhr

Sternberg : Offen: Tempzin, Sternberg, Bibow

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Am Tag des offenen Denkmals bieten morgen historische Bauwerke den Besuchern mehr Einblicke als sonst.

svz.de von
erstellt am 11.Sep.2014 | 18:17 Uhr

Zum 22. Mal haben Einheimische und Besucher der Region an diesem Sonntag die Möglichkeit, Bau- und Kulturdenkmale in ganz Deutschland zu bewundern und einen Blick hinter sonst verschlossene Tore und Fassaden zu werfen. Das Motto lautet in diesem Jahr „Farbe“.

Mit diesem universellen Thema stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz einen „wesentlichen Aspekt in der Gestaltung von Bau-, Kunst- und Bodendenkmalen sowie Gärten und Parks“ in den Mittelpunkt des diesjährigen Events und will so der Bedeutung und Wirkung der Farbe in profanen oder religiösen Bauwerken auf den Grund gehen. Denn die Verwendung von „Coleur“ hat in der bisherigen Menschkeitsgeschichte immer eine tragende Rolle gespielt. Durch sie ließen sich sowohl Sinneseindrücke als auch Empfindungen steuern und verstärken. Außerdem unterliegen sie stets dem Zeitgeschmack, so dass sie auch zu Zeugen der jeweiligen Epoche wurden.

Allein in Mecklenburg warten am 14. September mehr als 160 Denkmäler auf interessierte Besucher. Darunter nicht nur Kirchen und sakrale Gebäude, sondern auch Schlösser, Gärten und Parks, industierelle Gebäude, Siedlungen und sogar Ausgrabungsstätten.

Tempzin: Ab 10 Uhr lädt der Förderverein „Antoniter-Hospital-Tempzin“ in die Klosterkirche Tempzin zur Turmbesteigung und interessanten Gesprächsrunden. Außerdem können Arbeiten von Hobbymalern aus der Umgebung in einer Ausstellung besichtigt werden.

Das Antoniterkloster wurde im Zuge der Christianisierung Mecklenburgs 1222 als Präzeptorei und Hospital gegründet und 1589 in eine Pfarrkirche umgewandelt. Zur Klosteranlage gehören neben der spätgotischen Kirche auch das „Haus der Gastfreundschaft“ – ein Warmhaus, das sowohl als Krankenstation als auch als Obdach für Pilger diente – und das „Haus der Gemeinschaft“ – das Gutspächter- Haus.

Sternberg: Ab 13 Uhr findet in der „Stadtkirche St. Maria und St. Nikolaus“ eine Führung durch das Gewölbe statt. Auch der Glockenturm kann bestiegen werden, zudem steht gegenüber der Kirche das renovierte Pfarrhaus Besuchern offen.

Ihre beachtliche Größe verdankt die Sternberger Kirche dem Fürsten Heinrich II., der nach einem Stadtbrand 1309 die Stadt systematisch ausbaute. Sie ist inzwischen auch als „Reformationsgedächtniskirche“ bekannt zum Gedenken an den außerordentlichen Landtag an der Sagsdorfer Brücke bei Sternberg im 16. Jahrhundert , auf dem in Mecklenburg die Reformation eingeführt
wurde.

Bibow: Am Sonntag lädt der Kirchenbauverein in die Dorfkirche Bibow, wo in der Sakristei Kaffee und Kuchen genossen werden können. Um 17 Uhr erklingen musikalische Geschichten aus dem deutsch- und englischsprachigen Raum – traditionelle Legenden, dargeboten vom Sänger und Gitarristen Detlev Böhm.

Der hochgotische Backsteinbau, der aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammt und durch die Bombardierung der nahen Bahnstrecke im zweiten Weltkrieg großen Schaden nahm, wurde erst 1999 bis 2005 saniert. Seitdem wird das Gotteshaus wieder regelmäßig genutzt.

Mestlin: Am Tag des offenen Denkmals erwartet auch das Kulturhaus Mestlin seine Besucher. Die Ausstellung „Was ist die DDR für Dich?“, die von 11 bis 17 Uhr geöffnet ist, wird von einer Lesung ab 16 Uhr mit Linde Salber, der Autorin der Kant-Biografie „Nicht ohne Utopie“ begleitet. Und aufgrund der großen Nachfrage gibt es einen Erzählsalon von 11 bis 13 Uhr.

Zwar ist das Kulturhaus ein relativ junges Denkmal, aber im Ensemble des einstigen Musterdorfes architekturhistorisch durchaus interessant. Mestlin gehörte zu DDR-Zeiten zu den ersten drei Orten in hier zu Lande, in denen ein Kulturhaus errichtet wurde. Das Gebäude im Stil eines
sozialistisch geprägten Neoklassizismus wurde nach der Wende kurz als Großraumdiskothek genutzt und stand ab 1996 lange leer. Erst durch eine Bürgerinitiative wurden erste Renovierungen vorgenommen, seit 2008 nimmt sich der Verein „Denkmal Kultur Mestlin“ dem Erhalt des Kulturhauses und der umliegenden Gebäude an.

Am Rande der zahlreichen Denkmäler nutzt das Land diesen Sonntag außerdem, um in Schwerin den Friedrich-Lisch-Denkmalpreis zu verleihen, der Leistungen zur Rettung und Erhaltung von Bau- und Kunstdenkmalen oder archäologischen Denkmalen würdigt.






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