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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. August 2017 | 06:13 Uhr

Freilichtmuseum : Österliches Treiben in Groß Raden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Noch bis Montag: Eier färben, filzen, backen, Körbe flechten / Viele Osterprojekte zum Mitmachen im Freilichtmuseum

Zum österlichen Treiben lädt wieder das Freilichtmuseum Groß Raden ein. Im Rahmen des Osterlagers werden viele lieb gewordene Osterprojekte zum Mitmachen angeboten. So kann man mit den Museumspädagogen und Vereinsmitgliedern je nach Witterung Körbe flechten, Eier mit Wachstechniken verzieren oder mit Naturmaterialien färben, Fladenbrot oder Stockkuchen am offenen Feuer backen, Kerzen ziehen oder sich im Bogenschießen versuchen. Leitende Museumspädagogin Heike Pilz wird wieder die Tonklappereier nach slawischem Vorbild formen. „Oben im Museum liegt das Originalfundstück und hier im Lager kann man es nachbauen“, schwärmt sie von der experimentellen Archäologie. „Für viele Familien steht jedes Jahr ein Besuch im Museum auf dem Plan und das meistens zu Ostern“, weiß sie aus Erfahrung.

Die Lager, bei denen Mittelalterbegeisterte Groß Raden mit Leben füllen und den historischen Alltag nachleben, sind ihre ganz persönlichen Museums-Höhepunkte. „Wir wollen dem Besucher ein reales Bild vom Mittelalter geben, darum wird man hier auch keine Plastikbecher sehen“, so Pilz. Vielmehr erwarte die Gäste beim Durchschreiten des Tores Ruhe und Stille und der markante Geruch vom Rauch der kleinen Feuer. An denen kochen sich die Lagergäste zur Mittagszeit ihr Essen, wenn sie ihr Tagwerk wie beispielsweise Spinnen, Schnitzen, Färben oder Töpfern unterbrechen. Wahrscheinlich waren die Männer am Morgen im Wald Holz suchen, eben ganz wie im Mittelalter.

Gerhard Schmidt ist einer von den Mittelalterexperten, die hier lagern, und bietet zum ersten Mal das Kerzenziehen zum Osterlager an. „Sonst bin ich immer im Sommer hier, aber da ist es zum Kerzenherstellen zu warm“, erzählt er. Der geschichtsbegeisterte Rentner aus Gummersbach bei Köln begrüßt das Konzept der Lager: „Wir leben in den Häusern und füllen die Freilichtmuseen mit Leben. Die Touristen können uns Fragen zum Lebensalltag der damaligen Zeit stellen und sind hellauf begeistert.“ Die Lagernden selbst treffen viele Bekannte. „Es ist fast ein Gefühl, als komme man nach Hause“ sagt Schmidt und da kommt auch schon Guido Jäkel mit seiner Frau Dr. Anja Welschhoff und Töchterchen Mila vorbei, um ein wenig zu plaudern. Das fünf Monate alte Baby liegt in einem selbstgebauten Kinderwagen mit handgefertigter Rassel. Übrigens haben sich Gerhard Schmidt und Guido Jäkel in Groß Raden das erste Mal getroffen, dabei wohnen sie nur 30 Kilometer voneinander entfernt.

Auch Heike Prütz, Vorstandsmitglied des Vereins der Freunde und Förderer des Archäologischen Freilichtmuseums Groß Raden trifft hier wieder viele engagierte Vereinsmitglieder. Sie freut sich besonders auf das Bespannen des großen Webrahmens. „Das kann bis zu zwei Tage dauern, bis er fertig ist und große Tücher hergestellt werden können“, erklärt sie. Sie ist aber auch an vielen anderen Stationen zu treffen. „Mein Mann bietet das Bogenschießen an und ich helfe überall dort aus, wo ich gebraucht werde“, so Prütz. Etwa 75 Lagergäste, Mitarbeiter und Unterstützer des Freilichtmuseums erwarten noch bis einschließlich Ostermontag alle Ostergäste, die sich auf den Weg nach Groß Raden machen, um ins Mittelalter einzutauchen.


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erstellt am 19.Apr.2014 | 16:00 Uhr

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