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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. Oktober 2017 | 14:49 Uhr

Neperstorf/Sternberg : NWM hat die wenigsten Störche

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Im Landkreis Nordwestmecklenburg waren im Vorjahr gerade einmal 36 Horte besetzt, davon 23 mit Bruterfolg. Auch in der Sternberger Region macht sich Adebar rar.

von
erstellt am 16.Apr.2014 | 16:40 Uhr

Rar macht sich Adebar in der Region. Aktuell sind im Wariner Raum die Horste in Neperstorf und Kleekamp mit je zwei Störchen besetzt. Hier fühlen sich die Riesenvögel seit Jahren heimisch. Das gilt auch für den von Kleekamp und Neperstorf aus nicht weit entfernten Ort Krassow, der zur Gemeinde Zurow gehört. Ansonsten existieren in der Wariner Ecke nur noch in Mankmoos und Neuhof überhaupt Horste, die im Vorjahr allerdings unbesetzt waren.

„In Kleekamp wurden 2013 zwei Jungvögel flügge und in Neperstorf drei“, erklärt Ulf Bähker. Der in der Schweriner Nabu-Landesgeschäftsstelle für Naturschutz, Vögel, Freiwilligenkoordination Zuständige ist zugleich der Storchenbeauftragte für den Landkreis Nordwestmecklenburg. Im Nordwestkreis insgesamt waren im Vorjahr gerade einmal 36 Horte besetzt, davon 23 mit Bruterfolg. „In NWM sieht es ziemlich schlecht aus“, so Bähker. Mit 36 Brutpaaren auf einer Fläche von 2075 Quadratkilometern habe der Nordwestkreis „die geringste Storchendichte in Mecklenburg-Vorpommern. Unsere Lebensbedingungen geben es nicht her.“ Als Ursachen führt der Naturschutzbund-Mann die „konventionelle Landwirtschaft mit großflächigem Anbau von Mais und Raps“ sowie die „Ausbringung von Chemikalien“ an. „Man sieht es jetzt wieder auf den Feldern: Gift wird versprüht ohne Ende.“

Zur Ursachenforschung gehört aber auch dieser Fakt: Nach dem Storchen-„Störungsjahr“ 2005, als nur noch 834 Tiere statt der zuvor 1142 (2004) gezählt wurden, hat sich die Population in MV nie wieder erholt. 2012 wurden landesweit 837 gezählt, im Vorjahr 823. „Wir pendeln uns auf niedrigem Niveau ein , eine Bestandserholung ist überhaupt nicht zu sehen“, betont Bähker. Ein Störungsjahr käme „immer mal vor. Aber danach kommen normalerweise die Altstörche wieder. Doch bei uns fehlen seitdem 300. Die genauen Ursachen sind nicht bekannt.“

Auch die Sternberger Region glänzt nicht gerade mit „Storchentreffern“. 2013 gab es lediglich in Keez und Dabel Bruterfolge. „In Zahrensdorf wurde ab und zu mal ein Storch gesichtet. Und in Gustävel hatte 2013 einer angefangen zu brüten, ist gestört worden und wieder weggeflogen“, erklärt der hiesige „Storchenmann“ Dr. Lothar Daubner aus Klein Görnow.


Kehrt aufgepäppelter Biohofstorch zurück?


Einen Sonderfall gab es im Vorjahr auf dem „Storchenhof Sauer“ in Reinstorf. Ein Krassower Nestflüchtling, der aus dem dortigen Nest verstoßen worden war, wurde auf dem Reinstorfer Biohof aufgepäppelt. Seine erste Zeit hatte er dabei bei den Ponys im Stall verbracht. Angelvereine aus Neukloster und Wismar übernahmen den Fischnachschub. „Wir dachten, er bleibt bei uns als Hofstorch, dann machte er sich aber doch am 3. September zusammen mit Artgenossen auf den Weg gen Süden“, so Uwe Sauer.

Laut Nabu-Mann Ulf Bähker war dies „rein rechtlich nicht legal. Ein Storch darf privat nicht angeeignet werden.“ Gefundene Tiere müssten in spezielle Pflege- und Aufzuchtstationen gebracht werden. In MV sei das der Storchenhof Papendorf bei Rostock. „Ansonsten bringt man das Fundtier nach Loburg in Sachsen-Anhalt. Dort gibt es bereits seit DDR-Zeiten einen Storchenhof plus Vogelschutzwarte“, so Bähker. Zum Reinstorfer meint er ergänzend: „So viel muss man da aber nicht falsch gemacht haben.“ Übrigens: Dieser Tage drehten einige Störche ihre Runden über dem im März von der Gemeindewehr Zurow/Krassow erneuerten Horst auf dem Biohof. „Aber noch hat sich keiner niedergelassen“, sagt Dr. Reingard Sauer.


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