Serie „Sternberger Kuchen“ – Teil 21 : Noch offen: Schwert- oder Speerfisch?

Das Rätsel dieses Fundes in der Kiesgrube Kobrow ist bei heute noch nicht endgültig gelöst.
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Das Rätsel dieses Fundes in der Kiesgrube Kobrow ist bei heute noch nicht endgültig gelöst.

Das Rätsel des Fundes in der Kiesgrube Kobrow ist bei heute noch nicht endgültig gelöst.

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12. Mai 2017, 04:58 Uhr

Ein Fund, den die Dipl.-Geologin Karina Thiede und ihr Ehemann Nils 2015 in der Kiesgrube Kobrow machten, gab zuerst Rätsel auf. Aufgrund der Morphologie des Fundstückes wurde zuerst ein Rochenstachel vermutet; fossile Rochenreste, die aus dem „Sternberger Kuchen“ bekannt sind.

Erst nach einer aufwändigen Präparation zeigte sich ein bisher vom Fundort unbekanntes zirka acht Zentimeter langes stachelartiges, von zwei Kanälen durchzogenes Fragment mit einem rundelliptischen Querschnitt, das gegen das eine Ende gleichmäßig zu einer Spitze ausläuft.

Nach langen Diskussionen unter Fachkollegen war man sich zwar einig, dass es sich um den Rest eines Knochenfisches (Osteichthyes) handeln müsse, es erhob sich jedoch die Frage, welches Teil des Fischskelettes vorliegt und welcher Fischordnung bzw. -familie es zugewiesen werden kann.

 

Hinweis aus Museum Wien half weiter

Erst der Hinweis einer Paläontologin aus dem Naturhistorischen Museum Wien erbrachte Erkenntnisse über den anatomischen Zusammenhang und ermöglichte eine Zuordnung des fossilen Fragments zu einem Fisch aus der Gruppe der Schwertfischartigen (Istiophoriformes). Kennzeichnendes Merkmal der Fische aus dieser Gruppe ist ein zusammengewachsener Ober- und Mittelkieferknochen, der im Oberkiefer ein mehr oder weniger langes, schwertförmiges oder stilettähnliches Rostrum bildet, das mit vorliegendem, bislang einzigen Fundstück aus Kobrow, überliefert wurde.

Eine genaue Bestimmung konnte bis dato noch nicht durchgeführt werden, vermutlich handelt es sich jedoch um eine Art aus der bereits im mittleren Miozän (15 Mio. Jahre) ausgestorbenen Familie der Palaeorhynchidae.

Heute werden in der Gruppe der Schwertfischartigen zwei Familien unterschieden: die Schwertfische (Xiphiidae) mit einer Art und die Fächer- und Speerfische (Istiophoridae) mit elf Arten. Allesamt sind sie ausgesprochen wanderfreudige Hochseefische der warm gemäßigten, subtropischen und tropischen Zonen der Weltmeere. Als großgewachsene (zwei bis fünf Meter) kräftige Raubfische mit stromlinienförmigen Körpern jagen sie meist in Gruppen nahe der Wasseroberfläche Sardinen, Makrelen und andere Schwarmfische. Hierbei werden bei der Verfolgung der Schwärme Geschwindigkeiten bis zu 110 km/h erreicht.

Aus den Familien der Speerfische wurde dem Blauen Marlin (Makaira nigricans) mit dem Roman „Der alte Mann und das Meer“ (1952) von Ernest Hemingway ein literarisches Denkmal gesetzt. Der Roman schildert eindrucksvoll den tagelangen Kampf des kubanischen Fischers Santiano mit einem Marlin, der wegen seiner Größe und Wildheit auch heute noch eine begehrte Trophäe für Hochseeangler ist.

Die Bestände aller Familien der Schwertfischartigen erleben in den letzten Jahren einen dramatischen Rückgang aufgrund der Langleinen-Fischerei (Leinen bis 100 Kilometer Länge und mit rund 1000 Haken) einer inzwischen hoch industrialisierten Fischerei

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