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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. November 2017 | 06:00 Uhr

Hotel in Sternberg : Noch Baustelle – im Mai Eröffnung

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Im Sternberger Hotel „Dreiwasser“ kommen Restaurant, Küche, Zimmer auf modernen Stand – zugleich soll eine gemütliche und mit familiäre Atmosphäre herrschen.

von
erstellt am 22.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Außen hat sich bislang kaum was verändert. An der Wand neben dem Eingang steht noch in Großbuchstaben „Seehotel Sternberg“, darüber sind vier Sterne, mit denen das Haus bis zur dritten Insolvenz in vier Jahren warb. Den neuen Eigentümern, Jörg Broscheit und Lebensgefährtin Antje Zscherpe, die vom Schlossgut in Golchen, das sie vorher bewirtschafteten, den Namen „Dreiwasser“ mitbrachten, ist derzeit anderes wichtiger. Und innen hat sich bereits vieles getan.

Das Restaurant wurde durch eine Wand geteilt, der hintere Teil zum separaten Frühstücksraum. Zscherpe möchte den gern als Salon bezeichnen, denn er soll „multifunktional“ nutzbar sein. Von dort geht es direkt zur „Sonnenterrasse“, so dass im Freien gefrühstückt werden kann, mit Blick auf den Sternberger See. Der Hausherr spricht gern von Biergarten.


Im Frühstücksraum die Tische aus Golchen


Was auch immer, der modern ausgestattete Frühstücksraum lasse sich samt Terrasse ebenfalls für kleinere Feierlichkeiten nutzen, ob in Familie oder von einer Firma, ohne dass das Restaurant, das künftig 60 Plätze bietet, zugemacht werden muss oder die Gäste sich ins Gehege kommen. Gleich vom Frühstücksraum aus stehen auch Toiletten zur Verfügung. Dieser und das Restaurant haben den gleichen hellen Farbton, ein leichtes Blau in Richtung Grau.

Im Frühstücksraum stehen die Tische aus Golchen, größer als sonst aus Hotels gewohnt. „Wir machen das bewusst so, übernehmen die Philosophie aus Golchen, dass keiner allein sein muss, sondern die Gäste sich kennen lernen können“, erklärt Zscherpe. Einige hätten erst die Nase gerümpft, seien aber nach kurzer Zeit ins Gespräch gekommen und hätten sich bestens unterhalten. Wer das nicht wolle, könne sich zum Frühstück für sich ins Restaurant setzen.

Ein Vereinsraum steht als nächst kleinere Räumlichkeit zur Verfügung, die Bibliothek bietet Gelegenheit, sich exklusiv zu treffen oder sich auch mal zurückzuziehen. Und dann ist da noch der Saal, den jeder Sternberger kennt.

Die riesige, „fast 250 Quadratmeter“ große Küche, so Broscheit, hat er wie das Restaurant zweigeteilt. In einer wird das Frühstück zubereitet; die andere ist extra für das Restaurant, immer mit möglichst kurzen Wegen und so ausgestattet, dass sie auch „den Saal mit packen kann“. Gekocht werde künftig mit Erdgas statt elektrisch. Und das Personal erhalte „vernünftige Umkleideräume“. Wenn sich das nicht wohl fühle, sei es schwer, den Gästen das nicht anmerken zu lassen, sagt Broscheit.

Gerade in der Küche habe er allerdings feststellen müssen, dass seit dem Umbau vom Kulturhaus zum Hotel anscheinend nicht investiert, „das Haus nur ausgebeutet“ worden sei. „Der Fettabscheider wurde wohl die letzten zehn Jahre nicht gereinigt, so dick war die Schicht und hart wie Beton“, erzählt Broscheit. „Als wir die Filter der Lüftungsanlage öffneten, brauchten wir Schaufel und Schubkarre für den ganzen Dreck, der da herauskam.“ In den Keller habe niemand mehr gehen wollen. Auf das alles sei er nicht gefasst gewesen. Natürlich seien es für sich Kleinigkeiten, die nicht viel Geld kosteten, aber umso mehr Zeit. „Die haben mich zurückgeworfen.“ Bereut habe er den Kauf des Hotels aber keinen Moment, sagt Broscheit. „Wir freuen uns, was wir schon geschafft haben.“ Der „Spaßfaktor“ sei unvermindert dabei.

Die ausgeuferten Energiekosten sollen durch ein eigenes, genau zur Größe des Hauses passendes Blockheizkraftwerk und ein modernes Heizungssystem spürbar sinken. Letzteres werde mit der Buchungssoftware verbunden, so dass sich die Temperatur im Hotelzimmer automatisch herunter regele, sobald der Gast ausgecheckt habe. Die komplette Umstellung auf LED soll ebenfalls die Nebenkosten verringern.


Hotelbetrieb startet mit Hälfte der Zimmer


Der Hotelbetrieb startet mit 15 sanierten Zimmern, genau die Hälfte, damit „die Abläufe sich einspielen können“, sagt Broscheit. Sie würden „jeden Tag dazu lernen“, ergänzt Zscherpe. Viel Unterstützung komme von Ringhotel, einem Verein, der gegründet worden sei, damit sich kleinere Hotels gegenüber großen Häusern behaupten. Grundvoraussetzungen seien, dass das Hotel familiengeführt sei und regionale Küche anbiete. Mit beidem habe er keinerlei Problem, sagt Broscheit. Er sei ein Verfechter der Mecklenburger Küche und lege ebenso Wert auf familiäre Atmosphäre. Mit sieben, acht festen Mitarbeitern, die möglichst flexibel einsetzbar sind, werde begonnen; die Zahl soll sich später etwa verdoppeln. Derzeit werde noch ein Koch gesucht. Für Hauswirtschaft und Frühstücksküche setzt Broscheit „sehr gern“ auf ältere Mitarbeiter, die „mit Lust und Liebe“ sich tageweise was hinzuverdienen möchten.

Eröffnung soll im Mai sein, aufs Datum wolle er sich aber nicht festlegen, so Broscheit. Er brauche jeden Tag und der Mai habe zum Glück 31.

Im Saal geht es jedoch schon diesen Sonnabend, 25. März, um 15 Uhr richtig ab mit Bauer Korls „Musikanten Deel“.

 

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