Sternberg : Nikolaus und Schneekönigin

Nach der Nikolaus-Geschichte geben Pastorin Katrin Teuber und Nikolaus den Kindern Süßigkeiten in der Kirche.
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Nach der Nikolaus-Geschichte geben Pastorin Katrin Teuber und Nikolaus den Kindern Süßigkeiten in der Kirche.

Namensgeber des Festes hatte am Sonnabend natürlich alle Hände voll zu tun und beschenkte die Kinder in Sternberg mit Naschereien.

svz.de von
08. Dezember 2013, 16:04 Uhr

Das frostige Winterwetter hielt die Sternberger und ihre Gäste nicht davon ab, am Sonnabend den Nikolausmarkt zu besuchen. Und der Namensgeber des Festes hatte an diesem Tag alle Hände voll zu tun, beschenkte die Kinder mit Naschereien. Ob in der Kirche oder davor, der Bischof in seinem roten Gewand mit seiner Mitra auf dem Kopf und dem Hirtenstock in der Hand war überall zu sehen. In die Rolle des Schutzheiligen der Seefahrer und Beschützer der Kinder schlüpfte der stellvertretende Bürgermeister Olaf Steinberg. Er wurde von der Kirchengemeinde St. Marien und St. Nikolaus ausstaffiert. Aber nicht nur Nikolaus mischte sich unters Volk, auch eine Schneekönigin lockte mit ihrem Outfit große und kleine Leute an. In einem blauweißen Gewand, funkelnden Eiskristallen an Augenbrauen und auf Augenlidern schritt sie über den Markt. Wer vor ihr stehen blieb, konnte ein Los erwerben, deren Erlös der Verein „Dialog + Action“ für einen guten Zweck verwenden wird. Erstmals schickte der Verein eine Schneekönigin auf den vorweihnachtlichen Markt. In die Rolle schlüpfte Annemarie Mohrmann. Königliche Erfahrung hat die 21-Jährige schon 2009 als Rosenkönigin sammeln können.

Interessiert schaute Luca durch ein Kaleidoskop vom Verein „Dialog + Action“. Durch das Drehen des Rohres entdeckte der Neunjährige immer wieder andere bunte Muster, die ihn in Erstaunen versetzten. Seine Freunde Juan und Leon wollten denn auch einmal durchschauen. „Das Kaleidoskop haben wir mitgebracht, damit jeder durchsehen kann, der möchte. Wir haben von unserem Projekt ,Lütt Acker‘ Honig mitgebracht, Marmeladen und Weihnachtsdekoration. Alles haben wir mit den Kindern angefertigt“, sagte Projektleiter Klaus Werner. Der Verein hatte seinen Stand im Foyer des Rathauses aufgestellt. Kosmetikerin Susanne Schröter und Nageldesignerin Kathrin Cieslak hatten einen Kinderschminktisch aufgebaut, der vor allem von den Mädchen gut besucht wurde. Die zehnjährige Emely Stammer hatte sich schon das Gesicht bemalen lassen, während Maja Sauerland sich noch nicht entscheiden konnte.

Eine Rathaus-Etage höher hatten die Mitarbeiterinnen der Tafel einen Flohmarkt aufgebaut. Martina Kott mit Sohn Ulf und Enkelinnen Lea (5) und Anna (8) schauten vorbei. Auch Andrea Seyer-Bechendorf schlenderte mit ihren drei Kindern und ihrem Vater Peter Priebe durch die Reihen und schaute in die Kartons. „Wir besuchen jedes Jahr den Markt in der Vorweihnachtszeit. Er gefällt uns und die Kinder freuen sich darauf“, so die Sternbergerin. „Mir gefallen die Stände, das Programm in der Kirche, die Trommelgruppe der Tafel, in der meine Schwester Laura mit trommelt“, sagt die 15-jährige Maria Enderling. „Die Flohmarktartikel sind Spenden aus der Bevölkerung und von Haushaltsauflösungen. Der Erlös kommt unserer Tafel zugute. Für die Kinder hatten wir eine Spende mit Adventskalendern bekommen, worüber sich die Lütten gefreut haben“, sagte Vorstandsmitarbeiterin Ilse Däumer. Bruno Pischel, Vorsitzender der Sternberger Tafel, lud derweil zur Versteigerung von Fahrrädern ein. Die Aktion war ein Projekt des Fördervereins Kobrow und der Tafel. Schon morgens früh um fünf hatten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr die Gulaschkanone angeheizt. 250 Portionen hatten die Köche Angelika und Horst Fließ gekocht, die auch alle verkauft wurden.

Unter Leitung von Heidi und Rudi Barz traten die 13 Tanzkinder des Heimatvereins in der Kirche auf. Erstmals führten sie in der Öffentlichkeit den Rosentanz auf. Stolz schaute Andrea Sauerland zu, weil ihre Tochter mittanzte. „Maja hat Freude am Tanzen. Sie besucht noch einen anderen Tanzkurs. Wir sind zu den Auftritten immer mit dabei, ob zum Rapsblütenfest, im Altenheim oder bei der Tafel“, erzählte die Sternbergerin.

In der Winterkirche indes konnten sich die Nikolausgäste bei Kaffee und Kuchen des DRK aufwärmen. Der Verein war erstmals auf dem Nikolausmarkt vertreten, da er sich neu in Sternberg etablierte. „Wir haben mit den Kindern adventliche Deko gebastelt aus Naturmaterialien“, erzählte Kerstin Schoof, die mit Siegrid Harms Standbetreuerin war.

Bevor die Witziner Turmbläser auf den Kirchturm stiegen, ließen die zehn Parforcehornbläser unter der Leitung von Adlin Frey ihre Blechblasinstrumente durch das Kirchenschiff erklingen. „Unsere Gruppe der Schönberger Maurinetal Parforcehornbläser gibt es seit fünf Jahren. Wir nehmen die Gäste heute mit auf eine musikalische Zeitreise und lassen auch Jagdlieder erklingen“, so der organisatorische und technische Leiter Walter Frey. „Meine Oma Margarete Matzat ist die Urheberin dessen. Fünf Familienmitglieder sind in der Bläsergruppe organisiert. Sie ist 92 Jahre alt und wohnt in der Klein-Pastiner-Straße in Sternberg. Ohne sie wären wir alle nicht hier“, fügte Doreen Hartel-Frey an.

Pastorin Katrin Teuber erzählte nach der kleinen Andacht die Geschichte vom Nikolaus und warum es etwas zum Verspeisen in die Schuhe gibt. Bevor es soweit war und auch zum Abschluss wurden weihnachtliche Weisen gesungen. An der Orgel begleitete Almut Buchholz aus Rieps. Seit zwei Jahren spielt die 15-Jährige das Instrument. „Erstmals ist die Kirche aktiv in das Fest integriert worden. Unterstützung bekamen wir vom Stadtbauhof, wofür wir sehr dankbar sind. Wir haben mit dem Glockengeläut das Nikolausfest einklingen lassen und mit einer Kirchenführung bei Kerzenschein beenden wir es“, sagte Gunna Weise vom Kirchenrat.





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