Sternberg/Warin : Niklas ließ die Bäume knicken

Kameraden der Wariner Wehr zersägen die umgestürzte Kiefer im Bereich Waldheim.
Kameraden der Wariner Wehr zersägen die umgestürzte Kiefer im Bereich Waldheim.

Orkan sorgte am Dienstag in der Region für 20 Feuerwehr-Einsätze / Gestohlene Sägen bei Einbruchsserie im Januar bisher nicht ersetzt.

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01. April 2015, 18:50 Uhr

Orkan „Niklas“ sorgte am Dienstag bis in die Abendstunden hinein für Dauereinsätze der Feuerwehren auch in der Region Sternberg und Warin. Bei den vielen umgestürzten Bäumen waren insbesondere die Motorkettensägenführer gefragt.


Teilweise Rückgriff auf private Motorkettensägen


Dabei mussten sich diverse Wehren, so etwa in Mustin, privat mit entsprechendem Gerät aushelfen, um teilweise überhaupt einsatzbereit zu sein. Denn bei einer Feuerwehr-Einbruchsserie in den Nächten vom 27. und 28. Januar dieses Jahres (SVZ berichtete) waren u.a. gleich sechs Motorkettensägen in Borkow, Mustin, Witzin und Zahrensdorf gestohlen worden. Und auch in Ventschow wurde am 27. Januar eine Kettensäge der dortigen Wehr entwendet. Bisher gibt es seitens der Polizei keine Fahndungserfolge. Zudem ist der Schaden für die Wehren etwa im Amt Sternberger Seenlandschaft strotz zügiger Diebstahlsanzeige bisher nicht von der Versicherung beglichen worden. Und somit dürfen offiziell keine neuen Sägen angeschafft werden. „Ich werde heute gleich nochmal in Berlin bei der Versicherung anrufen“, so Sternbergs Bürgeramtsleiter Eckardt Meyer gestern auf SVZ-Nachfrage, der in der Angelegenheit längst einen dicken Hals hat.

Dabei war der erste Frühjahrssturm nur eine Frage der Zeit. Orkantief „Niklas“ wuchs gar zu einem der heftigsten der vergangenen Jahre heran.

Die Mustiner Feuerwehrleute etwa hatten gleich sieben Bäume in Lenzen, Ruchow und auch in Richtung Bolz sowie B 104 zu beräumen. Insgesamt wurden die Wehren im Sternberger Amt am Dienstag zu 15 Einsätzen alarmiert. So waren die „Blauröcke“ aus Borkow und Dabel zwischen Zülow und Rothen im Einsatz. Hier war eine 20-kV-Stromleitung gerissen. Die Kobrower Kameraden räumten u.a. in Wamckow einen Telefonmast von der Straße. Im Einsatz waren ferner die Wehren aus Sternberg, Brüel, Dabel, Hohen Pritz und Witzin. „Ein Manko war, dass die Handy-Alarmierung im Amt ausgefallen war. Der Grund wird jetzt ermittelt“, so Meyer gestern.


Warin: Dreimal Alarm innerhalb einer Stunde


Auch bei der Wariner Wehr ging gleich mehrfach der „Pieper“. Zunächst wurde sie um 19.49 Uhr zu einem umgestürzten Baum auf die Bundesstraße 192 zwischen Blankenberg und Warin gerufen. Hier waren allerdings aufmerksame Bürger schneller als die Feuerwehr, denn lediglich kleinere Äste lagen noch auf der Straße. „Zu diesem Einsatz sei kurz erwähnt, dass bereits ca. 25 Minuten vor Alarm für die Feuerwehr Personen bei dem Radiosender ,Ostseewelle‘ anriefen und die Gefahr meldeten, da stellt sich mir die Frage: Warum das Radio und nicht die Feuerwehr? Gott sei dank ist hier niemand zu schaden gekommen“, so Löschmeister Torsten Ries. Bei der Rückfahrt zur Feuerwache ertönte um 20.06 Uhr die Sirene erneut, diesmal ging’s nach Büschow. Die Jesendorfer Kameraden hatten die Gefahr (Baum auf der Straße) jedoch bereits beseitigt.

Aber auch die Wariner sollten noch was zu tun bekommen. Auf der Nebenstrecke von Büschow nach Reinstorf versperrten ein größerer Ast und Baumstämme die Straße. Ein weiterer großer Ast lag dann im weiteren Verlauf auf der B 192 am Abzweig Klein Warin in Fahrtrichtung Wismar. Noch gar nicht zu Hause angekommen, ertönte die Sirene um 20.54 Uhr erneut. In Warin-Waldheim versperrte eine größere Kiefer die Straße. Gegen 22 Uhr konnten die Wariner Feuerwehrmänner dann wirklich den Heimweg antreten.

Auch die Ventschower Wehr rückte zweimal aus, um auf der L 192 in Richtung Rubow und auf der L 031 zwischen Alt Ventschow und Flessenow insgesamt drei umgestürzte Bäume von den Fahrbahnen zu räumen.  


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