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Kreisagrarmuseum Dorf Mecklenburg : Niemals geht man so ganz

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Museumsdirektor Falko Hohensee verabschiedete sich nach über 32 Jahren – und macht ehrenamtlich weiter.

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erstellt am 01.Okt.2017 | 21:07 Uhr

Freitag war offiziell sein letzter Arbeitstag, am Sonnabend um 16 Uhr verabschiedete sich Falko Hohensee (65) in „privater Runde ohne Öffentlichkeit“ von den Mitarbeitern.

„Niemals geht man so ganz“, interpretierte die unvergessene Trude Herr einst gemeinsam mit Wolfgang Niedecken (BAP) und Tommy Engel (Bläck Fööss). Die Songzeile scheint wie gemacht zu sein für Falko Hohensee. Wer den studierten Museologen kennt, der ahnt es: Ganz loslassen vom Kreisagrarmuseum, seinem „Baby“, wie er sagt, kann und will er auch künftig nicht. Seinem Nachfolger ab 1. Oktober, Dr. Björn Berg, ist das nur recht, das Museum soll weiter von Hohensees riesigem Erfahrungsschatz profitieren. Der will sich jetzt an Aufgaben machen, die über die Jahre mangels Arbeitskräfte liegen geblieben sind. Und für die auch die neue Führung sicherlich kein Zeitkontingent hätte.

„Mit dem Museum geht’s weiter. Ehrenamtlich werde ich ab und zu hier sein“, verkündete Hohensee am Freitag gegenüber SVZ. Es gebe einiges aufzuarbeiten: Von der Hauschronik fehlten „bloß noch zehn Jahre!“ Und dann wolle er sich an zwei wissenschaftliche Konzeptionen machen, darunter an eine Sammlungskonzeption. „Aber ich kann mir das ja jetzt einteilen, wie ich will. Die geregelten Arbeitstage sind vorbei.“

Wehmut schwinge bei seinem offiziellen Abschied aber nicht mit, „ich konnte mich ja lange genug drauf vorbereiten“, betont er. Und sein Museum sieht er „in guten Händen. Wir sind neu ausgerichtet, die Dauerausstellung ist erst sechs Jahre alt, noch gibt es dazu keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Das Kreisagrarmuseum ist das einzige dieser Art in MV, „wenn nicht gar im Bundesmaßstab“ – weil auch mit dem Blick auf die  ländliche Entwicklung und deren Zeugnisse natürlicher und menschlicher Art im Osten“.

Seit 1. April 1998 war der gebürtige Wariner Museumsdirektor in Dorf Mecklenburg. Bis zur Wende trug es den Titel „Traditionsstätte der sozialistischen Landwirtschaft“, danach wurde es in Agrarmuseum umbenannt, bekam nach der 1994er-Kreisgebietsreform der Zusatz „Kreis“. Längst hat sich Hohensee damit angefreundet: „Den Namen Kreisagarmuseum gibt es nur einmal, weltweit!“

Zudem findet Falko Hohensee, in Bad Kleinen zu Hause, jetzt wieder mehr Zeit für sein Hobby – die Musik. „In der Studentenzeit habe ich ein bisschen geklimpert“, wie er ausdrückt und dann Prämissen gesetzt: „Entweder du bist Musiker, fährst zur See – oder hast Familie“. Er entschied sich für Letzteres. Seit 2016 macht er nun mit bei einer noch namenlosen Band, Treffpunkt ist Dorf Mecklenburg. „Was alte Säcke eben so spielen: Blues und Rock. Ich spiele alles, was mit Saiten und Tasten zu tun hat.“  

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